Bären sind lange im Spiel verlieren aber deutlich mit 1:5

Ungewohnte Situation im Neuwieder Icehouse am Sonntagabend. Die bisherigen Oberliga-Heimspiele des EHC Neuwied standen bis weit ins Schlussdrittel hinein auf des Messers Schneide, in den vergangenen Jahren hatten die Bären in der CEHL entweder deutlich geführt oder sich in Reichweite zum Gegner befunden. Diesmal mussten Fans und Spieler vorzeitig erkennen, dass es gegen die Hannover Indians nichts zu holen gibt. Spätestens mit dem 1:5 durch Jussi Petersen (45.) war die Punkteteilung geklärt: null für Neuwied, drei für die Niedersachsen. „Das war heute eine Lektion für uns in Sachen Effizienz“, sagte EHC-Trainer Jeffrey van Iersel nach der 1:5 (1:2; 0:2; 0:1)-Niederlage, ohne seiner Mannschaft einen Vorwurf zu machen. Die befand sich auch im Mitteldrittel noch im Spiel, bekam nach und nach jedoch immer deutlicher die Qualitäten des Hauptundendritten der Vorsaison zu spüren, der in dieser Spielzeit noch nicht die eigenen Erwartungen erfüllte, jetzt aber hofft, in der Deichstadt eine Wende zum Guten geschafft zu haben. „Wir haben versucht, das Spiel einfach zu halten. So sind wir zu Chancen gekommen und die Tore haben dann unser Selbstvertrauen gesteigert“, erklärte Gästetrainer Michael Baindl nach dem ersten Auswärtssieg der Indians in dieser Runde.
Das einzige Bären-Tor an diesem 10. Spieltag war direkt das erste des Abends. Jeroen Plauschin erzielte in doppelter Überzahl sein erstes Pflichtspieltor für den EHC. Die souveränen Unparteiischen Eugen Berger und Eugen Schmidt, mit das Beste, was in der Nord-Oberliga das Streifentrikot trägt, hatten zuvor Brandon Alderson und Alec Zawatsky auf die Strafbank geschickt. Respekt an die Hannoveraner, dass sie trotz ihrer Ergebniskrise und ihres Rückstandes die Ruhe bewahrten und vor der ersten Pause das Ergebnis drehten. Tim Krüger mit einem Alleingang (13.) und der DEL2-erfahrene Tyler McNeely per Abfälscher (16.) waren erfolgreich.
Im zweiten Abschnitt kamen die Gastgeber zu guten Chancen, aber Tom Chetik (29.) – mit viel Energie in jedem Zweikampf unterwegs, womit er sich die Auszeichnung als bester Neuwieder verdiente – und Juuso Rajala (30.) vergaben die beiden aussichtsreichsten. Dann kam Jason Struck in der Entstehung eines möglichen Alleingangs im Zweikampf zu Fall (33.). Der Ausgleich lag in der Luft, aber genau in dieser Phase schlugen die Niedersachsen gnadenlos zu. Die beiden Imports Wyatt Schingoethe (34.) und Mathieu Pompei (38.) trafen nach blitzsauber vorgetragenen Angriffen. In Sachen Kaltschnäuzigkeit war Hannover den Neuwiedern in dieser Partie entscheidend voraus. Mit 1:4 nach 40 Minuten hinten liegend, hatte sich der EHC noch nicht aufgegriffen. Ein schnelles Tor vielleicht und dann die Indians mit neuer Energie noch einmal unter Druck setzen – so der Plan. Jussi Petersen mit dem 1:5 aus dem Bully-Spiel heraus machte einen Strich durch diesen Plan. Den Rest spielte das Team vom Pferdeturm souveräner herunter. Man ließ den EHC anrennen, für den es kein Durchkommen mehr gab.

Neuwied: Hennig – Becker, Marten, Polok, Plauschin, Riegel, Burghard, Esche, Derraugh – Stumpe, Asbach, Rajala, Erkinjuntti, Smith, Struck, Habeck, Chetik, Dötsch, Kecojevic, Sprez, Kuhn.
Hannover: Herden – Menner, Messing, Möller, Killins, Trinkberger, Kassay-Kezi, Reinig – McNeely, Kabitzky, Krüger, Hemr, Zawatsky, Bergbauer, Neugebauer, Schingoethe, Pompei, Gänsslen, Alderson, Petersen.
Schiedsrichter: Eugen Berger/Eugen Schmidt.
Zuschauer: 1009 (plus 577 im SpradeTV-Livestream).
Strafminuten: 2:6.
Tore: 1:0 Jeroen Plauschin (Stumpe, Smith) 10‘, 1:1 Tim Krüger (Messing, Neugebauer) 13‘, 1:2 Tyler McNeely (Schingoethe, Möller) 16‘, 1:3 Wyatt Schingoethe (Reinig, Pompei) 34‘, 1:4 Mathieu Pompei (Schingoethe, McNeely) 38‘, 1:5 Jussi Petersen (Alderson) 45‘.