EHC verliert in Herford mit 3:6

„Wir müssen auswärts noch besser werden.“ Mit dieser Botschaft schloss Jeffrey van Iersel seine Statement zur 3:6 (2:1; 0:2; 1:3)-Niederlage des EHC Neuwied in der Eishockey-Oberliga Nord bei den Herforder Ice Dragons. Während die Bären zu Hause bereits gut in der Lage sind zu überraschen – siehe den nicht erwarteten Sieg gegen die Hannover Scorpions vor einer Woche – fehlt dem Aufsteiger in der Fremde noch das eine oder andere PS. „Wir sind heute nicht zufrieden mit unserer Leistung“, fasste van Iersel zusammen. „Vor allem in der defensiven Zone haben wir zu passiv agiert. So kam Herford zu vielen Angriffsmomenten.“
Dabei ging der EHC noch mit einer 2:1-Führung zum ersten Mal in die Pause. „Unser erstes Drittel war okay“, fand der niederländische Coach. Der HEV nutzte sein erstes Powerplay zwar direkt durch Sebastian Moberg (6.), aber danach waren die Gäste richtig gut im Spiel. Zwei Tore von Kapitän Jeff Smith – das erste nach einem Abpraller von Drachen-Keeper Jakub Urbisch (8.), das zweite nach einem Fehlpass von Moberg (11.) – brachten den Bären einen Vorteil ein. „Wir haben uns schwer getan, ins Neuwieder Drittel zu kommen und unser Spiel aufzuziehen, weil Neuwied in der neutralen Zone sehr laufstark war“, analysierte Herfords Trainer Henry Thom.
Im Mitteldurchgang stellten sich die Ostwestfalen besser darauf ein. Sie bekamen ein Übergewicht, die Tore zum 2:2 sowie 3:2 waren die logische Folge. Der Ausgleich zunächst bitter für die Deichstädter: Mobergs Schuss hätte den Kasten eigentlich weit verfehlt, prallte aber Justin Polok unglücklich ins Netz (28.). Bei der Herforder Führung machte es van Iersels Team Tom Banach zu einfach, der zu einer Einzelaktion starten konnte, und die Scheibe auf den Torschützen Philip Wohlmann zurücklegte (37.). Der EHC hatte nicht mehr viele gefährliche Aktionen. Wenn, dann entstanden diese meistens über Konter. Zum Beispiel bei einem Zwei-gegen-Eins-Angriff über Lasse Naumann in der 29. Minute.
Die Vorteile blieben auch über die zweite Pause hinaus bei den Ice Dragons, die das 4:2 aber auf dem Silbertablett serviert bekamen. Ein Fehlpass in der eigenen Zone brachte Gleb Berezovskij ins Rennen. Sein Pass kam bei Tamas Kanya an, der Felix Köllejan auszockte (43.). Nach Pavel Avdeevs Pfostentreffer (45.) brachte Christian Sprez seine Farben noch einmal auf Tuchfühlung. Er war inzwischen für Philip Kecojevic in die erste Sturmreihe an die Seite von Jeff Smith und Juuso Rajala gerückt, der seine dritte Vorlage leistete und somit an allen Bären-Treffern des Abends beteiligt war (49.). In Gefahr geriet Herfords Führung nicht mehr ernsthaft. Stattdessen erhöhten Dennis Sticha (57.) und Michael Schaaf (59.) mit dem zweiten, diesmal durch Lennart Esche, abgefälschten Einschuss zum 6:3-Endstand. Ein Ergebnis, das trotz der Herforder Überlegenheit etwas zu hoch ausfiel. „Es war das erwartet schwere Spiel. Wenn Neuwied so spielt wie im ersten Drittel, werden sie mit dem letzten Platz nichts zu tun haben. Sie können im guten Mittelfeld dabei sein“, ernteten die Bären Respekt von HEV-Coach Thom.

Herford: Urbisch – Schaaf, Moberg, König, Mastic, Banach, Walters, van Leyen – Kanya, Köhler, Pierson, Jelavic, Avdeev, Berezovskij, Fitschen, d’Aoust, Kalnins, Woltmann, Sticha.
Neuwied: Köllejan – Marten, Polok, Plauschin, Kohans, Becker, Riegel, Esche, Deraugh – Stumpe, Asbach, Rajala, Naumann, Smith, Segeth, Habeck, Chetik, Dötsch, Kecojevic, Sprez, Erkinjuntti.
Schiedsrichter: Hendrik Pernt/Patrick Stewen.
Zuschauer: 1029.
Strafminuten: 4:10.
Tore: 1:0 Sebastian Moberg (Pierson, Jelavic) 6‘, 1:1 Jeff Smith (Rajala, Kecojevic) 8‘, 1:2 Jeff Smith (Kecojevic, Rajala) 11‘, 2:2 Sebastian Moberg (Köhler, d’Aoust) 28‘, 3:2 Philip Woltmann (Banach) 37‘, 4:2 Tamas Kanya (Berezovskij) 43‘, 4:3 Christian Sprez (Rajala, Smith) 49‘, 5:3 Dennis Sticha (Köhler, Avdeev) 58‘, 6:3 Michael Schaff (Banach, Woltmann) 59‘.