Bären müssen sich in Hamm mit 2:6 geschlagen geben

Der zweite von vier Durchgängen in der Oberliga-Hauptrunde endete für den EHC Neuwied mit einer 2:6 (1:1; 1:3; 0:2)-Niederlage bei den Hammer Eisbären. Nach dem 3:0-Überraschungssieg in eigener Halle im ersten Vergleich hatten die Bären am Sonntag auswärts keine Chance. Seitdem hat sich die Personalsituation aber auch deutlich verändert. Marcus Götz verletzte sich just in diesem ersten Vergleich mit Hamm, Kevin Handschuh und Tom Stumpe gerieten ebenfalls auf die Ausfallliste, auf der bereits seit Saisonbeginn bekanntermaßen auch Michael Jamieson steht. „Uns fehlen diese Schlüsselspieler natürlich“, betonte Trainer Jeffrey van Iersel.
Und so war es auch keine Überraschung, dass die Eisbären viel Druck ausübten und der EHC im Umkehrschluss einiges an Zeit in der Defensivzone verbrachte. Die Gastgeber befanden sich in den ersten zehn Minuten fast permanent im Vorwärtsgang, kamen aber zunächst nicht am Mika Hennig vorbei. Der 18-jährige Schlussmann, der am 3. Spieltag gegen Hamm seinen ersten Oberliga-Shutout feierte, parierte unter anderen gegen Luc Laylin und Dominik Lascheit. „Hamm hat uns unter Druck gesetzt, trotzdem hatten wir in der Verteidigung eine gute Struktur“, fand van Iersel. Und wie aus dem Nichts lag seine Mannschaft ab der elften Minute in Führung. Jeff Smith versuchte es frech fast aus dem Nullwinkel von der Torlinie und traf zum überraschenden 0:1. Die Scheibe sprang von Kyle Hagens Maske ins Hammer Netz. Vier Minuten konnte der Aufsteiger die Führung genießen, dann nutzte Christopher Ishmael einen Konter. „Ein individueller Fehler von uns. Aber solche Sachen passieren“, wie van Iersel anmerkte. Genauso wie in der Entstehung des zweiten Gegentreffers. Ein verlorener Puck vor dem eigenen Kasten kam nach Christian Schilings Querpass bei Lascheit an – 2:1 (25.). Jetzt ging’s (zu schnell) zweimal Carl Konze aus dem Handgelenk (26., 30.), und es stand nach der Hälfte der Spielzeit 4:1. „Aber wir haben einen Weg gefunden, um im Spiel zu bleiben“, zeigte sich van Iersel mit der Chancenverwertung. Adrian Kuhns Powerplay-Abstauber (33.) verkürzte den Rückstand. Es wäre vielleicht zu viel des Guten gewesen, wenn auch noch Robin Erkinjuntti und Lasse Naumann ihre Eins-gegen-Null-Aktionen vor Hagen verwandelt hätten. Jedenfalls kamen die Bären zu ihren gefährlichen Aktionen. Nicht häufig, aber sie waren da.
Den Deckel drauf auf den verdienten Sieg machten die Gastgeber exakt drei Minuten vor der Schlusssirene Topscorer Lascheit schnürte seinen Doppelpack und Maxim Lukojanovs auch aus Neuwieder Sicht zugegebenermaßen richtig starkes Solo über die linke Seite, abgeschlossen mit einem präzisen Schuss hoch ins kurze Eck als Streifschuss an Hennigs Maske erreichte Hamm den 6:2-Endstand (59.).
Eisbären-Trainer Tobias Stolikowski sah größtenteils Eishockey, wie er es sich vorstellt: „Wir haben den Gegner gut unter Druck gesetzt und sind auch durch den überraschenden Rückstand nicht von unserem Plan abgekommen. Unser Sieg war heute nie gefährdet.“


Adrian Kuhn erzielte zweite Neuwieder Tor in Hamm.