EHC verkürzt mit großem Kampf und 5:1-Sieg
Der EHC Neuwied ist zurück im Rennen um die Meisterschaft in der Central European Hockey League (CEHL) – und wie. Die Bären haben das dritte Endspiel gegen UltimAir Hijs Hokij Den Haag nach einer 60-minütigen kämpferischen Leistung wie aus dem Lehrbuch mit 5:1 (1:0; 1:0; 3:1) für sich entschieden und damit die richtige Antwort den 0:2-Serienrückstand gegeben. Matchball Nummer eins für die Niederländer ist abgewehrt, am Freitag will der Titelverteidigung mit neuem Elan den Ausgleich.
Was braucht‘s nach zwei Niederlagen in den ersten beiden Finalspielen, wenn das Saisonende nur noch ein verlorenes Spiel entfernt ist? Frühes Selbstvertrauen, frühe gelungene Aktionen – am besten ein frühes Tor. Wenn es danach geht, konnte der Auftakt ins dritte Endspiel für den EHC Neuwied am Dienstagabend nicht besser verlaufen. 19 Sekunden waren von den 60 Minuten heruntergespielt, da explodierte die Stimmung zum ersten Mal. Jeff Smith erzielte mit dem ersten Schuss aufs Tor von Mario Culina direkt das 1:0 für die Bären. Und nicht nur wegen des Blitztores befand sich direkt Feuer in der Begegnung. Donovan de Zwart, am Sonntag noch Doppeltorschütze beim Den Haager 6:2, fuhr gegen den jubelnden Smith zunächst den Ellenbogen aus, schlug anschließend mit dem Stock nach – unbegreiflich, dass der Niederländer ohne Hinausstellung davonkam. De Zwarts Privatfehde mit dem EHC-Kapitän ging alsbald in die nächste Runde. Zunächst hielt er, dann packte er einen Hieb aus und befand sich für vier Minuten auf der Strafbank wider. In Überzahl hätten die Bären nachlegen können, aber sein Powerplay brachte das Team von Jeffrey van Iersel im ersten Drittel noch nichts ins Laufen. Dreimal gab es die Gelegenheit mit einmal Mann mehr auf dem Eis, dreimal hielt sich die Torgefahr in Grenzen.
Nach zehn ausgeglichenen Minuten fanden die Niederländer besser ins Spiel. Bartek Bisons Schuss in Minute 14 war die erste Annäherung der Gäste. Die Gäste erhöhten danach zunehmend den Druck. Aber Neuwied hielt stand. Mit deutlich mehr Biss in den Zweikämpfen und Widerstand im Verhindern gegnerischer Chancen als bei den beiden Niederlagen verteidigte die Bären-Abwehr die knappe Führung. Die hing in der 19. Minute am seidenen Faden. Liga-Topscorer Cody Monds scheiterte an Felix Köllejans Schoner. Die erste Pause kam für die Einheimischen zum richtigen Zeitpunkt.
Danach entledigte man sich nämlich der gegnerischen Drangphase. Drittel Nummer zwei verlief wieder deutlich offener mit einem insgesamt ausgeglichenen Chancenverhältnis auf beiden Seiten. Nach dem Scheibenschießen an gleicher Stelle in Spiel 1 machten es die Verteidigungsreihen den Stürmern diesmal deutlich schwerer. Smiths frühes 1:0 schien immer mehr an Wert zu werden. Noch wichtiger ausgangs des Mittelabschnitts sein 2:0. Marcus Götz zog auf der linken Seite an Bartek Bison davon, spielte diagonal an den langen Pfosten und der Neuwieder Kapitän brachte die Aktion mit dem 2:0 zu Ende (39.). Im direkten Gegenzug hatte Tobie Collard den Anschlusstreffer auf dem Schläger. Ludvig Hedströms Rettungsaktion im eigenen Torraum kam gerade zum richtigen Zeitpunkt. Hedström ging noch vor der Pause wegen Spielverzögerung als erster Neuwieder an diesem Abend auf die Strafbank. Drittelübergreifend ergab sich eine Schlüsselphase. Die Bären verteidigen voller Hingabe, die Fans feierten jeden Befreiungsschlag frenetisch. Die Puzzleteile setzen sich immer mehr zu einem Gesamtstück zusammen, das Den Haag Grübeln ließ. Der EHC gewann die wichtigen Defensivzweikämpfe, Felix Köllejan pflückte mit der Fanghand eine gefährlichen Schuss von Raymond van der Schuit weg. Spätestens das 3:0 durch Artjom Alexandrov, der die Scheibe flach in die lange Ecke schob (54.), kündigte an, dass die Serie am Freitag in Den Haag eine Fortsetzung findet. Matias Mustonens präziser Handgelenkschuss unter die Latte (56.) brachte die Gastgeber nicht wirklich aus der Ruhe. Sie blieben auch gegen den sechsten Den Haager Feldspieler und machten Smiths Empty-Net-Goal alles klar (59.). Dass es nach dem 6:7 in der Overtime und dem 2:6 in Den Haag mit 5:1 durch Philip Kecojevics Alleingang (60.) diesmal deutlich für die Bären ausfiel, zeigt, dass der EHC mit dem Rücken zur Wand stehend dem Druck standgehalten hat. „Jetzt holen wir die Serie mit einem Sieg in Den Haag am Freitag zurück nach Neuwied“, gab sich Manager Carsten Billigmann nach Spielende kämpferisch. Spiel 4 beginnt am Freitag, 20.35 Uhr, in Den Haag.
Neuwied: Köllejan – Götz, Walkowiak, Polok, Hedström, Burghard, Marten, Becker – Rajala, Chetik, Asbach, Beeg, Dötsch, Sprez, Jamieson, Kecojevic, Sperling, Stumpe, Wasser, Smith, Alexandrov.
Den Haag: Culina – Helenklaken, van Oeveren, Haisma, de Bruijn, van Oorschot, Buis, Desaultes, Doop – Oosterveld, Monds, Bison, van der Schuit, J. de Zwart, de Ruiter, van Schilt, Collard, Mustonen, D. de Zwart, Huisman, Bijsterbosch.
Schiedsrichter: Chris van Grinsven/Marcus Eberl.
Zuschauer: 1527.
Strafminuten: 4:10.
Tore: 1:0 Jeff Smith (Rajala, Alexandrov) 1‘, 2:0 Jeff Smith (Rajala, Götz) 38‘, 3:0 Artjom Alexandrov (Wasser, Rajala) 54‘, 3:1 Matias Mustonen (Desaultes, van der Schuit) 56‘, 4:1 Jeff Smith (Wasser) 59‘, 5:1 Philip Kecojevic 60‘.
