Bären gewinnen das vierte Finale in Den Haag mit 4:0
Was für ein Comeback des EHC Neuwied im Finale der Central European Hockey League! Was in den ersten beiden Partien der Bären gegen UltimAir Hijs Hokij Den Haag passierte, ist seit Freitagabend endgültig aus den Köpfen verdrängt. Jetzt hat der Titelverteidiger den psychologischen Vorteil auf seiner Seite für das entscheidende fünfte Endspiel am Sonntag ab 19 Uhr im Icehouse.
Mit 4:0 (0:0; 2:0; 2:0) spielte die Mannschaft von Jeffrey van Iersel an der Nordseeküste den Partycrasher. Die Niederländer hatten alles angerichtet, mit 3400 Zuschauern war der Uithof ausverkauft. Aber im zweiten Drittel übernahmen die Neuwieder immer mehr das Kommando. Auf dem Eis schossen sie eine 2:0-Führung heraus, im Gästeblock gewannen über 200 mitgereiste EHC-Anhänger das Lautstärkeduell.
Aber der Reihe nach: Den Haag setzte im ersten Abschnitt auf den Überrumpelungseffekt und eröffnete die Begegnung druckvoll. Der EHC fand sich zunächst in der Defensive wider, kämpfte dort aber genauso verbissen wie am Dienstag beim 5:1-Sieg in eigener Halle. Felix Köllejan war ein sicherer Rückhalt bei den gefährlichen Abschlüssen von Raymond van der Schuit und Co., und wie sich die Defensive voller Leidenschaft in jeden Schuss warf, zeigte, dass die Deichstädter diesen Serienausgleich unbedingt wollten. Der EHC setzte übers Körperspiel die ersten Akzente und fand besser ins Spiel. Das torlose Unentschieden nach dem ersten Drittel war das, was die Bären angesichts der Den Haager Druckmomente erreichen wollte.
Der zweite Abschnitt verlief ausgeglichener. Die Gäste erspielten sich mehr Offensivaktionen, kamen häufiger zum Abschluss und zwei Schüsse saßen. Im ersten Powerplay zog Marcus Götz in der Position des „Quarterbacks“ von der blauen Linie ab und riss wenige Sekundenbruchteile später die Arme hoch (32.). Die Bären führten mit 1:0 und verunsicherten die Niederländer spürbar. Nur 52 Sekunden später nutzte Tom Stumpe nach starker Kombination über Philip Kecojevic und Justin Polok das Momentum, um die Führung zu verdoppeln. Neuwied blieb am Drücker, das spürte auch Den Haags Trainer Marco Postma, der mit einer Auszeit die Ruhe zurück ins eigene Spiel bringen wollte. Das gelang zumindest ansatzweise. Ins Wanken brachten die Niederländer die sichere Bären-Hintermannschaft nur noch selten, und wenn, dann waren Köllejan sowie die Verteidigung mit vereinten Kräften zur Stelle. So zum Beispiel gegen Raymond van der Schuit und Bartek Bison, die aus der Nahdistanz den Anschluss verpassten. Zusätzlichen Schub verlieh das überstandene Unterzahlspiel in der Schlusssequenz des Mittelabschnitts.
Je länger das Spiel dauerte, desto ratloser wurden die Niederländer. Immer wieder endeten die Angriffsbemühungen am EHC-Bollwerk. Artjom Alexandrovs 3:0 durch einen Alleingang machte den Sack zu (50.), und als Gästetrainer Postma fünf Minuten vor Schluss Schlussmann Mario Culina vom Eis nahm, sah Finn Walkowiak die sich bietende Chance und traf aus der eigenen Zone ins leere Tor (56.).
Im Uithof war es mit Ausnahme im Gästeblock ruhig geworden, die Meisterfeier auf Sonntag verschoben. Aber wer nimmt dann im Icehouse den Pokal in Empfang? Das Momentum spricht für die Bären, die sich im entscheidenden Finale wieder auf ein volles Haus freuen können. Eine Stunde nach dem Spielende in Den Haag waren bereits rund 800 Karten vorverkauft.
Den Haag: Culina – Helenklaken, van Oeveren, Haisma, de Bruijn, van Oorschot, Buis, Desaultes, Doop – Oosterveld, Monds, Bison, van der Schuit, J. de Zwart, de Ruiter, van Schilt, Collard, Mustonen, D. de Zwart, Huisman, Bijsterbosch.
Neuwied: Köllejan – Götz, Walkowiak, Polok, Hedström, Burghard, Marten, Becker – Rajala, Chetik, Asbach, Beeg, Dötsch, Sprez, Jamieson, Kecojevic, Sperling, Stumpe, Wasser, Smith, Alexandrov.
Schiedsrichter: Chris van Grinsven/Sascha Westrich.
Zuschauer: 3400.
Strafminuten: 6:6.
Tore: 0:1 Marcus Götz (Rajala) 32‘, 0:2 Tom Stumpe (Polok, Kecojevic) 32‘ 0:3 Artjom Alexandrov (Rajala, Smith) 50‘, 0:4 Finn Walkowiak (Götz, Rajala) 56‘.
