Smith trifft, Köllejan hält, Neuwied feiert

Der Finalhattrick ist perfekt! Der EHC Neuwied spielt ab Freitag, 20. März, zum dritten Mal im Endspiel um die Meisterschaft der Central European Hockey League (CEHL). Die Bären machten in einem Krimi in Heerenveen den dritten und entscheidenden Halbfinalsieg perfekt. Dass die Partie mehr von der Spannung als von spielerischer Klasse lebte, interessierte um kurz nach 23 Uhr im Eissportzentrum Thialf beim EHC niemanden mehr. Die Mannschaft von Jeffrey van Iersel hatte gerade nach Penaltyschießen mit 2:1 (0:0; 1:0; 0:1; 0:0; 1:0) gewonnen. Der Gegner, auf den die Bären in der Best-of-five-Serie um den Titel treffen, steht derweil erst am Sonntagabend fest. Die Den Haager Mannschaft von UtimAir Hijs Hokij konnte vor heimischem Publikum ihren ersten Matchball nicht verwandeln, führte zwar nach einer halben Stunde mit 2:1, verlor am Ende jedoch mit 2:7. Ein Ausrufezeichen durch den Vizemeister der Vorsaison.
Ein Ausrufezeichen in Sachen Nervenstärke setzte der Titelverteidiger an der Nordsee im Penaltyschießen. Die Gastgeber hatten durch Jasper Nordemann vorgelegt, der EHC durch Kapitän Jeff Smith ausgeglichen, sodass es nach fünf Schützen unentschieden stand und die Duelle eins gegen eins her mussten. Erneut lief Smith an, wieder traf der Kapitän. Und dann stand Felix Köllejan seinen Mann. In Spiel drei beim Gegentor zum 0:1-Rückstand von Matt Green noch nach allen Regeln der Kunst vernascht, stellte sich der Bären-Schlussmann diesmal mit stoischer Ruhe dem Kanadier gegenüber und wartete so lange, bis Heerenveens Import-Angreifer Zeit und Ideen ausgingen. Schluss mit Zittern, Schluss mit Halbfinale, Sommerpause für Heerenveen.
Es war ein eigenartiges Spiel, dass sich Heerenveen und Neuwied von 2831 Zuschauern lieferten. Das für diese Serie fast schon obligatorische frühe Tor wäre fast wieder gefallen, aber Christian Sprez, einer der Beste in seinem Team am Freitagabend, traf mit dem ersten Abschluss den Pfosten. Drei weitere Neuwieder Schüsse durch Tom Stumpe, Michael Jamieson und Artjom Alexandrov sollten im weiteren Verlauf der Begegnung vom roten Torgestänge zurückprallen. Die aus der bisherigen intensiven Aufeinandertreffen bekannte Überlegenheit des EHC schlug diesmal zunächst nicht durch, weil es schon im ersten Drittel drei Hinausstellungen gab. Der Plan, der Strafbank fernzubleiben, ging nicht auf, aber immerhin verteidigten die Deichstädter das Flyers-Powerplay besser als am Dienstag.
Im zweiten Drittel bekam van Iersels Team dann sein Übergewicht. Im Spielaufbau verunsicherte Niederländer, die den Bären immer wieder Fehlpässe auf dem Silbertablett servierten, blieben im Angriff blass und konnten nach 40 Minuten froh sein, nur mit 0:1 hinten zu liegen. Auch ohne Spektakel und Feuerwerk kam Neuwied zu einigen guten Möglichkeiten. Artjom Alexandrov scheiterte an Martijn Oosterwijk, Jeff Smith verfehlte mit dem anschließenden Nachschuss das leere Tor, Juuso Rajala ergings in guter Position genauso, dann kam Jamieson nicht an Oosterwijk vorbei. Rajala bereitete dem Warten in der 38. Minute dann ein Ende. Marcus Götz stach Christopher Töpfer die Scheibe an der eigenen blauen Linie weg, Christian Sprez leitete sie blitzschnell weiter und Rajala verwandelte den Alleingang. Die Gäste hatten danach alles unter Kontrolle, aber eine Ein-Tore-Führung ist im Eishockey gar nichts. Der Ausgleich fiel mehr oder weniger aus dem Nichts und mit der ersten nennenswerten Möglichkeit für die Flyers nach langer Zeit. Jelle Kronenburg legte die Scheibe mit der Rückhand auf Rens Aberson weiter, dessen Schuss unter der Latte einschlug. Ein Tor, das Heerenveen neu mobilisierte. Die Niederländer brachten jetzt wieder mehr Aktionen in Richtung von Felix Köllejan, aber auch die Bären blieben gefährlich. Stumpe und Kecojevic hatten die erneute Führung auf der Kelle.
Die Verlängerung mit drei gegen drei Feldspielern war die mit Abstand spektakulärste Sequenz in dieser Partie. Zweimal Troy Williams, einmal Matt Ustaski und Justus Mikkonen für Heerenveen, Artjom Alexandrov und Ludvig Hedström für Neuwied hatten das Golden Goal vor Augen. Aber das war im Penaltyschießen Chefsache für Jeff Smith. Sein Tor und Felix Köllejans Parade gegen Matt Green brachten den EHC die dritte CEHL-Meisterschaftsfinal-Teilnahme in Folge ein. Wettbewerbsübergreifend – also Regionalliga inklusive – ist es sogar das fünfte Endspiel um eine Meisterschaft am Stück.

Heerenveen: Oosterwijk – ten Brink, Kronenburg, Vollmann, Töpfer, V. Nordemann, Williams, Muizer – J. Nordemann, Vosmer, Mittendorff, Berisha, Speel, Eimers, van den Bos, Andringa, Ustaski, Green, Aberson, Verkroost, Mikkonen.
Neuwied: Köllejan – Götz, Walkowiak, Polok, Hedström, Burghard, Marten, Becker – Rajala, Chetik, Asbach, Dötsch, Sprez, Jamieson, Kecojevic, Sperling, Stumpe, Wasser, Smith, Alexandrov.
Schiedsrichter: Nick van Grinsven/Sascha Westrich.
Zuschauer: 2831.
Strafminuten: 8:14.
Tore: 0:1 Juuso Rajala (Sprez) 37‘, 1:1 Rens Aberson (Kronenburg) 45‘; Penaltyschießen: 1:2 Jeff Smith.