EHC dreht gegen Heerenveen 0:1-Rückstand in 4:1-Sieg
Da ist die Halbfinalserienführung für den EHC Neuwied: Die Bären haben den wichtigen Heimvorteil genutzt, sich in der ersten von mindestens drei Partien gegen die Unis Flyers Heerenveen einen Bonus verschafft und können diesen schon am Samstag ab 20.30 Uhr ausbauen. Dann schon beginnt im Eissportzentrum Thialf Vergleich Nummer zwei. Das bedeutet gut zu regenerieren und nach Möglichkeit genau dort weiterzumachen, wo der EHC vor annähernd 1300 Zuschauern im Icehouse am Freitag aufhörte. Beim 4:1 (0:0; 2:1; 2:0)-Sieg war das Team von Jeffrey van Iersel die spielerisch überlegene Mannschaft, musste für den verdienten Erfolg aber hart arbeiten.
Die Niederländer, die am Dienstag den Hauptrundenvierten und CEHL-Pokalsieger Lüttich Bulldogs aus dem Rennen um die Meisterschaft geworfen hatten, lieferten dem EHC einen großen Kampf ab. Mit viel Intensität und Härte – mal im, mal außerhalb des erlaubten Rahmens – versuchte Heerenveen seine spielerischen Nachteile zu kompensieren und bekam das gut hin. Die Bären hatten mehr Spielanteile, die Flyers setzten vereinzelte Nadelstiche in Richtung des Tores von Felix Köllejan, der in der fünften Minute einen Alleingang von Matt Green vereitelte. Die Gastgeber ließen sich auch vom überraschenden Rückstand nicht schocken. In der 24. Minute fälschte Jasper Nordemann einen Schuss von Jeremy ten Brink unhaltbar zum 0:1 ab. Ein kurzer Schock für die Neuwieder, die geduldig bleiben mussten und im zweiten Drittel auch von ihrem Powerplay profitierten. Die Flyers überschritten immer öfter den schmalen Grat zwischen Zweikampf-Robustheit und unerlaubtem Vergehen. In Überzahl glich der von Jeff Smith und Janeck Sperling freigespielte Michael Jamieson aus (32.) und Kapitän Smiths Schuss nach Juuso Rajalas Querpass war zu schnell für Gäste-Schlussmann Martijn Oosterwijk (40.).
Im Schlussdrittel machte sich die bessere Kadertiefe des EHC bemerkbar, der jetzt den fitteren Eindruck hinterließ. Heerenveen konnte nicht mehr an die hohe Schlagzahl aus den ersten beiden Abschnitten anknüpfen. Mit dem 3:1 durch Artjom Alexandrov, der den Weg zwischen zwei gegnerischen Verteidigern hindurch fand (48.), war die Entscheidung gefallen. Die Niederländer mobilisierten in der Endphase die letzten Kraftreserven, aber auch das reichte nicht mehr. In einer späten Flyers-Überzahl zog Gästetrainer Michael Nason seinen Torhüter für den sechsten Feldspieler. Der Schuss ins leere Tore gehörte Maximilian Wasser, der für den 4:1-Endstand verantwortlich war (60.).
Neuwied: Köllejan – Götz, Walkowiak, Polok, Hedström, Burghard, Marten, Becker – Rajala, Chetik, Asbach, Dötsch, Sprez, Jamieson, Kecojevic, Sperling, Stumpe, Wasser, Smith, Alexandrov.
Heerenveen: Oosterwijk – ten Brink, Kronenburg, Vollmann, Töpfer, V. Nordemann, Williams, Muizer – J. Nordemann, Vosmer, Mittendorff, Berisha, Speel, van den Bos, Andringa, Ustaski, Green, Aberson, Verkroost, Mikkonen.
Schiedsrichter: Chris van Grinsven/Marcus Eberl.
Zuschauer: 1272.
Strafminuten: 8:20.
Tore: 0:1 Jasper Nordemann (ten Brink, V. Nordemann) 24‘, 1:1 Michael Jamieson (Smith, Sperling) 32‘, 2:1 Jeff Smith (Rajala, Sperling) 40‘, 3:1 Artjom Alexandrov (Walkowiak, Smith) 48’, 4:1 Maximilian Wasser 60‘.
