EHC löst mit dem zweiten Sieg das Ticket fürs Halbfinale
Die Mission Titelverteidigung kann in die nächste Runde gehen: Der EHC Neuwied hat am Sonntag in Mechelen den Einzug ins Halbfinale der Play-offs in der Central European Hockey League (CEHL) fix gemacht und spielt am Freitagabend ab 20 Uhr im heimischen Icehouse erstmals in der Vorschlussrunde. Der Gegner ist noch offen und wird erst am Dienstagabend feststehen, nachdem Heerenveen die Serie am Samstag gegen Lüttich ausglich.
Nach dem 10:1-Heimsieg am Freitag hatte der zweite Vergleich in Belgien nicht viel Anderes und Unerwartetes zu bieten, weil die Bären mit der gleichen Konzentration und Einstellung in ihre Schlittschuhe schlüpften und sich auf nichts, aber auch gar nichts ausruhten. Wieder ging’s direkt in die Vollen, wieder lag der Titelverteidiger schon in der zweiten Minute mit 1:0 in Führung. Christian Sprez finalisierte den Pass von Janeck Sperling von hinter dem Tor. Das ging einfach, und zwar nicht zum letzten Mal. Der EHC bekam unzählige Abpraller zu fassen sowie Freiräume geboten, und weil Mechelens slowakischer Schlussmann Samuel Baros in der Hauptrunde stabiler wirkte als in dieser Serie, wurde das Ergebnis ein weiteres Mal deutlich. Ludvig Hedström fand Sperling beim 0:2 am langen Pfosten (6.), Jamieson staubte in Überzahl einen Abpraller zum 0:3 ab (16.). Alles wie gewünscht im einseitigen ersten Drittel.
Man hätte es verstehen können, wenn die Bären danach einen Gang heruntergeschaltet hätten. Wollten sie aber nicht. Jeffrey van Iersels Team entschied sich für die Variante, im Flow bleiben zu wollen. Voran ging weiterhin die zweite Reihe. Sperlings Diagonalpass leistete Jamiesons 0:4 ein (22.). Perfekt blieb das Powerplay. Als Jamieson nach einem hohen Stock von Mick op de Beeck kurz liegen blieb und der Belgier eine doppelte Zwei-Minuten-Strafe kassierte, machten Sprez (29.) und Artjom Alexandrov mit seinem bereits fünften Tor in dieser Serie das halbe Dutzend voll (31.). Da war gerade einmal die Hälfte der Spielzeit absolviert. Beide Teams schienen dem Freitag eine frappierend ähnliche Kopie geben zu wollen. Wieder kam der Hauptrundenletzte im Mitteldrittel auf der Anzeigetafel an, wieder erzielte der lettische Import Verners Egle den einzigen Treffer für die Belgier.
Das letzte Drittel war das für die besonderen Geschichten. Zunächst war es Tom Chetik, das von seinen Mitspielern für das 1:7 besonders frenetisch gefeiert wurde. Das Neuwieder Eigengewächs war für Jeff Smith, der aufgrund eines Infekts geschont wurde, in die erste neben Juuso Rajala und Artjom Alexandrov befördert worden, hatte beim Abschluss frei vor Baros das Auge für die Lücke (44.). Offiziell wurde das Tor Janeck Sperling gutgeschrieben. Die Bären wollten es wieder zweistellig machen. Ähnlich umjubelt empfangen wie zuvor Chetik bei der Rückkehr auf die Spielerbank wurde Lenard Dötsch. Der mannschaftsdienliche Arbeiter erzielte in der 45. Minute sein erstes Pflichtspieltor für den EHC (8:1) und ließ 43 Sekunden später direkt sein zweites folgen (9:1). So geht’s manchmal, wenn der Anfang einmal gemacht ist. Beide Mal lieferte Björn Asbach, der nach seiner schweren Verletzung erst kürzlich seinen Saisoneinstand feierte. Den Schlusspunkt setzte ein Spieler, den man eher mit Scorerpunkten in Verbindung bringt. Juuso Rajala gewann das Laufduell gegen Mechelens Verteidigung deutlich und erhöhte in Unterzahl auf 10:1 (51.). Das gleiche Ergebnis wie zwei Tage zuvor brachte die Bären ins Halbfinale.
Mechelen: Baros – Vanderhulst, Fisher, Tsaplin, Jaron Blomme, Verryt – Staps, Palmaerts, Egle, Kila, Adriaenssens, op de Beeck, Bosmans, Kustersmans, Jorre Blomme.
Neuwied: Köllejan – Götz, Walkowiak, Polok, Hedström, Burghard, Marten, Becker – Rajala, Chetik, Asbach, Dötsch, Sprez, Jamieson, Kecojevic, Sperling, Stumpe, Wasser, Alexandrov.
Schiedsrichter: Nick van Grinsven.
Zuschauer: 29.
Strafminuten: 15:9.
Tore: 0:1 Christian Sprez (Sperling, Marten) 2‘, 0:2 Janeck Sperling (Hedström, Sprez) 6‘, 0:3 Michael Jamieson (Wasser, Sperling) 16‘, 0:4 Michael Jamieson (Sperling, Marten) 22‘, 0:5 Christian Sprez (Kecojevic, Stumpe) 29‘, 0:6 Artjom Alexandrov (Götz, Stumpe) 31‘, 1:6 Verners Egle (op de Beeck, Staps) 36‘, 1:7 Tom Chetik (Rajala, Alexandrov) 44‘, 1:8 Lenard Dötsch (Asbach, Wasser) 45‘, 1:9 Lenard Dötsch (Marten, Asbach) 46‘, 1:10 Juuso Rajala (Götz, Wasser) 51‘.
Die anderen Serien
UltimAir Hijs Hokij Den Haag – HYC Heylen Vastgoed Herentals 1:1 (entscheidendes Spiel am Dienstag)
Snackpoint Eaters Limburg-Geleen – Tout Bien Leuven Chiefs 2:0 (Limburg-Geleen steht im Halbfinale)
Lüttich Bulldogs – Unis Flyers Heerenveen 1:1 (entscheidendes Spiel am Dienstag)

Lenard Dötsch erzielte in Mechelen seine ersten beiden Tore für den EHC.