Bären starten mit 10:1-Kantersieg gegen Mechelen ins Viertelfinale

Die in der Hauptrunde besser platzierten Teams haben zum Auftakt des Play-off-Viertelfinales in der Central European Hockey League (CEHL) Ernst gemacht und sich mit Siegen den Matchball für Sonntag erspielt. Den Haag besiegte Herentals mit 2:0, Lüttich setzte sich gegen Heerenveen mit 4:1 durch und der EHC Neuwied wollte es gegen die Mechelen Golden Sharks besonders wissen: Die Bären fertigten den Tabellenletzten mit 10:1 ab.
Wie nimmt man einem Underdog den Glaube an eine Überraschung? Am besten mit frühen Toren. In der Liga hatte sich der EHC in einer ähnlichen Situation gegen Leuven nach einer Geduldsprobe zu einem 1:0-Sieg gearbeitet. Diesmal stand der Sieger eigentlich schon nach sechs Minuten fest. Danach ging es nur noch um die Höhe des Ergebnisses.
Die Sharks merkten sofort, was es bedeutet, in den Play-offs auf den Hauptrunden-Champion zu treffen. Die Belgier wurden in der Bärenhöhle schon in der zweiten Minute eiskalt erwischt. Ein Doppelpass reichte, um die Hintermannschaft auszuspielen, dann folgte ein satter Schuss von Michael Jamieson aus zentraler Position – erste Chance, erstes Tor. Es blieb keine Zeit, um durchzuatmen. Wiederum eine Minute später erhöhte der EHC auf 2:0. Artjom Alexandrov probierte es von der rechten Seite und tunnelte den dabei nicht gut aussehenden Mechelen-Schlussmann Samuel Baros. Danach rappelten sich die Gäste etwas auf. Die Reihe um den Letten Verners Egle sorgte in Ansätzen für Torgefahr. Zeit zum Eingreifen sah Sharks-Coach Jean-Paul Poitras schon nach knapp sechs Minuten. Das 3:0 durch Tom Stumpe nach Querpass von Philip Kecojevic hatte die Auszeit zur Folge. Poitras wollte das Überfallkommando der Bären bremsen, EHC-Coach Jeffrey van Iersel bestärkte seine Mannschaft darin, den Druck weiterhin hochzuhalten und sich von der frühen Führung nicht dazu verleiten zu lassen, den Fuß vom Gaspedal zu nehmen. Der Kapitän machte vor, wie es geht. Ludvig Hedström sah von der blauen Linie den einlaufenden Jeff Smith, der die Scheibe ins Netz tippte (11.).
Auch im zweiten Abschnitt blieb alles wie gehabt. Der EHC zeigte Offensivpower ohne Pause. Aus diesem Grund folgte auch die logische Konsequenz – der fünfte Treffer. Marcus Götz fand mit einem Vorstoß über links am langen Pfosten Artjom Alexandrov, der an diesem Abend wahrscheinlich auch vom Parkplatz aus getroffen hätte. Das 5:0 (25.) für die Bären war der zweite Treffer des Angreifers mit der Rückkennumer 96. Zwei weitere sollten folgen. Doch dann ein Lebenszeichen der Gäste: Nachdem der erste Versuch noch entschärft werden konnte, zog Jano Vanderhulst aus der Distanz ab und traf ins Tor, während rundum Felix Köllejan in dieser Situation viel Betrieb herrschte (28.). Das Gegentor ließ die Bären kalt. Erneut war Artjom Alexandrov zur Stelle, der in der 36. Minute seinen Hattrick komplett machte.
Den Belgiern ging es mit schwerer werdenden Beinen zunehmend zu schnell, was zu einigen Strafzeiten, Unterzahlsituationen und vier weiteren Toren führte. Alexandrov hatte mit seinem Hattrick noch nicht genug und stellte auf 7:1 (51.), Maximilian Wasser konnte im Nachstochern ebenfalls jubeln (52.). Über 1000 Fans wollten es jetzt auch zweistellig und bekamen ihren Wunsch erfüllt. Tom Stumpe (59.) und Abwehrrecke Marcus Götz, der nach Jeff Smiths Vorlage in Stürmermanier frei auf Baros zulief (60.), waren für die Neuwieder Überzahltore Nummer zwei und drei verantwortlich.
Am Sonntag können die Deichstädter nun bereits das Halbfinale buchen. Ab 19.30 Uhr haben Jefrey van Iersels Mannen in Mechelen die Gelegenheit, den zweiten Sieg einfahren und somit die erste Play-off-Aufgabe abhaken.