Dominanter 6:2-Sieg gegen Lüttich
Noch ein Schritt, noch ein Sieg, dann geht der EHC Neuwied als Tabellenerster der Central European Hockey League (CEHL) in die Play-offs. Die Bären haben durch einen klaren 6:2 (0:0; 3:0; 3:2)-Heimsieg gegen die Lüttich Bulldogs den ersten Platz verteidigt und nichts anderes haben sie am Sonntagabend ab 20 Uhr in Herentals im Sinn.
Vor Saison-Rekordkulisse von 1860 Zuschauern zeigten sich die Bären gegenüber den Spielen gegen Den Haag und Leuven vor einer Woche deutlich verbessert und vor allem fokussierter. „Schon das erste Drittel war gut“, stellte EHC-Trainer Jeffrey van Iersel hinterher fest, aber es sollte noch besser werden. Die Bären hatten mehr Spielanteile aber am Abschluss haperte es gegen Lüttichs Schlussmann Troy Passingham. Eine gewisse taktische Vorsicht war dabei – bloß nicht in Rückstand geraten.
Die Führung im Mitteldrittel war die logische Konsequenz aus stabiler Abwehr und Druck nach vorn. Philip Kecojevic bot sich schon nach drei Minuten die erste Chance. Es deutete sich an, dass die Bären nun noch dominanter sein würden. Und ein erstes Tor öffnet bekanntermaßen auch das Spiel. Der Kapitän höchstpersönlich war dafür verantwortlich. Jeff Smith lief von der rechten Seite kommend alleine auf Passingham zu und zockte den Kanadier aus (24.). Der Knoten war geplatzt. Nur fünf Minuten später stand Michael Jamieson nach einer großartiger Hereingabe von Ludvig Hedström der rechten Seite goldrichtig und veredelte diese eiskalt. Nun kam der Tabellenführer immer mehr ins Rollen und hatte kurz vor Schluss des zweiten Abschnitts noch einen dritten Streich zu bieten. Erneut war es Smith, der mit seinem zweiten Treffer des Abends die Vorentscheidung markierte (39.). „Das zweite Drittel war fast perfekt aus meiner Sicht“, fasste Trainer van Iersel zusammen.
Gegen die Bulldogs darf man sich nicht zu früh zu sicher sein. Die Belgier hatten zuletzt gegen Mechelen mit brachialen Schlussspurts Mechelen besiegt, aber nicht gegen die Bären in der Verfassung vom Freitagabend, die mit ihrer starken Abwehr auch die gefährliche Kanada-Kombination mit Logan Denoble und Anthony Gagnon in Schach hielt. Nach guter Vorarbeit von Kecojevic erklärte Tom Stumpe die Punktevergabe mit dem 4:0 für geklärt (43.), Michael Jamieson legte das 5:0 nach (51.) – die Play-offs scheinen für den EHC kommen zu können. Der einzige Schönheitsfehler am dominanten Sieg waren zwei unkonzentrierte Minuten, in den Gagnon Ergebniskorrektur betrieb (52., 53.). Die Bulldogs versuchten das Unmögliche noch möglich zu machen, indem Trainer Gints Bikars fünf Minuten vor Schluss Keeper Passingham zog. Jeff Smith konnte mit seiner einfachsten Aufgebe des Abends, einem Schuss ins leere Tor, zum dritten Mal jubeln. Da führte kein Weg daran vorbei, ihn als Spieler des Spiels zu wählen.
Stille im ansonsten stimmungsvollen Icehouse in der Endphase, als Schiedsrichter Nick van Grinsven von einem abgelenkten Schuss am Kiefer getroffen wurde. Die Sanitäter kümmerten sich in der Kabine um den Unparteiischen, während seine Linienrichter die längst entschiedene Partie im Zwei-Mann-System zu Ende brachten.
Neuwied: Köllejan – Götz, Walkowiak, Polok, Hedström, Burghard, Marten, Becker – Rajala, Chetik, Asbach, Beeg, Dötsch, Sprez, Jamieson, Kecojevic, Sperling, Stumpe, Wasser, Smith, Alexandrov.
Lüttich: Passingham – Stegmann, van Gestel, Neven, Smeets, Delmarche, Darques – A. Kolodziejczyk, Schöningh, de Vriendt, Auger, van Stuijvenberg, de Smet, B. Kolodziejczyk, Denoble, Gagnon, Henry, Delbrassine.
Schiedsrichter: Nick van Grinsven.
Zuschauer: 1860.
Strafminuten: 2:4.
Tore: 1:0 Jeff Smith 24‘, 2:0 Michael Jamieson (Stumpe, Hedström) 29‘, 3:0 Jeff Smith (Alexandrov, Rajala) 39‘, 4:0 Tom Stumpe (Kecojevic) 43‘, 5:0 Michael Jamieson (Sperling, Sprez) 51‘, 5:1 Anthony Gagnon (Denoble, B. Kolodziejczyk) 52‘, 5:2 Anthony Gagnon (Stegmann, B. Kolodziejczyk) 53‘, 6:2 Jeff Smith (Wasser, Rajala) 57′.
