11:0-Kantersieg mit 60 Minuten Vollgas-Eishockey gegen Leuven

Der EHC Neuwied hatte am Freitagabend im Icehouse richtig Lust. Lust auf sehenswerte Spielzüge, Lust auf drei Punkte, Lust auf Tore. Diesem Tatendrang fiel die fast schon bemitleidenswerte Mannschaft der Tout Bien Leuven Chiefs zum Opfer. Die Belgier hatten zu Hause gegen die Bären nur mit 0:1 nach Verlängerung verloren und damit gezeigt, dass sie an einem guten Tag auch den Spitzenmannschaften der Central European Hockey League (CEHL) gefährlich werden können. Diesmal waren sie gegen den Torrausch des Tabellenführers machtlos ausgeliefert. Mit dem 0:11 (0:4; 0:3; 0:4)-Kantersieg gelang dem Team von Jeffrey van Iersel das deutlichste Ergebnis im bisherigen Verlauf dieser erfolgreichen Saison.
Mit Alexander Zaslavski, Björn Asbach, Tom Chetik, Lennart Esche, Marcel Marten, Marcus Götz und Jeff Smith fehlten nicht weniger als sieben Spieler, was der puren Dominanz keinen Abbruch tat.
Fünf Minuten und sechs Sekunden war die Partie vor 1102 Zuschauern im Icehouse alt, da formte Gästetrainer Ben Boute die Hände bereits zum „Auszeit-T“. Drei EHC-Tore in der Frühphase der Partie durch Maximilian Wassers Direktschuss nach Vorarbeit von Christian Sprez und vorangegangenem Fehlpass von Leuvens Import-Verteidiger Nicholas Prestia (2.), Artjom Alexandrovs Bauerntrick (2.) und Christian Sprez‘ Abschluss zum Ende eines wunderbaren Spielzugs (6.) versuchte Boute ein Signal zu setzen, das aber nichts am Klassenunterschied änderte. Die Bären machten weiter, die Bären wollten mehr. In doppelter Überzahl verwandelte Janeck Sperling einen Diagonalpass Juuso Rajalas von der blauen Linie zum 4:0-Pausenstand (9.).
Durchgang Nummer zwei stand im Zeichen der besonderen Tore. Zunächst aber war einer üblichen Verdächtigen an der Reihe. Rajalas Pass von hinter der Torlinie fand Michael Jamieson – 5:0 (22.). Inzwischen ein echter EHC-Klassiker dieser Spielzug, der auch bei gleicher Spielerstärke auf dem Eis nur fünf Minuten später ein weiteres Mal funktionierte. Diesmal fand Artjom Alexandrov Thorben Beeg in seinem ersten Heimspiel nach langer Verletzungspause. Ein Tor besonders ausgelassenem Jubel durch den Schützen Teil eins. Teil zwei Folge auf dem Fuß: In seinem 32. Pflichtspiel für die Bären erzielte Verteidiger Jonas Burghard mit einem Handgelenkschuss von der blauen Linie seinen Premierentreffer (35.).
Gästetrainer Boute hatte nach zwei Dritteln ein Einsehen mit Torhüter Jelle Lievens. Der hatte sich im zweiten Abschnitt zwar gesteigert, wurde vor dem Schlussabschnitt aber bewahrt. Seinem Ersatzmann Stijn Raeymakers erging es wenig besser. Gegen unverändert gnadenlos angreifende und trotzdem auch in der Verteidigung konzentrierte Bären erging es auch ihm wenig besser. Janeck Sperling legte mit einem Doppelpack per Abstauber und Alleingang über die halbe Eisfläche los (43., 45.), Ludvig Hedström machte das Ergebnis mit einem Handgelenkschuss aus der Distanz zweistellig (53.) und Michael Jamieson Nachschuss aus spitzem Winkel von der linken Seite war für den 11:0-Endstand verantwortlich (57.).
Perfekter Abend nicht nur für die effektive Offensive, sondern auch für den sicheren Jonas Gähr im Tor, der sich über seinen dritten Saison-Shutout freute – es war der dritte gegen die Chiefs.

Neuwied: Gähr – Walkowiak, Polok, Hedström, Burghard, Becker – Rajala, Beeg, Dötsch, Litvinov, Sprez, Jamieson, Kecojevic, Sperling, Stumpe, Wasser, Alexandrov.
Leuven: J. Lievens (41. Raeymaekers) – Gyesbreghs, Lubin, M. Lievens, Vanwelssenaers, Prestia – James, Versin, Vanmontfort, Blockx, Steyaert, Laeremans, Arts, Roloson, van Unen, Zweegers, Gommeren.
Schiedsrichter: Sascha Westrich.
Zuschauer: 1102.
Strafminuten: 0:10
Tore: 1:0 Maximilian Wasser (Sprez, Kecojevic) 2‘, 2:0 Artjom Alexandrov (Stumpe, Walkowiak) 2‘, 3:0 Christian Sprez (Kecojevic, Polok) 6‘, 4:0 Janeck Sperling (Rajala, Hedström) 10‘, 5:0 Michael Jamieson (Rajala, Sperling) 22‘, 6:0 Thorben Beeg (Polok, Alexandrov) 27‘, 7:0 Jonas Burghard (Hedström, Sprez) 35‘, 8:0 Janeck Sperling (Walkowiak, Rajala) 43‘, 9:0 Janeck Sperling (Hedström, Wasser) 45‘, 10:0 Ludvig Hedström (Jamieson, Rajala) 53‘, 11:0 Michael Jamieson (Rajala, Sperling) 57‘.