EHC zeigt eine dominante Leistung gegen dezimierte Belgier

Der EHC Neuwied hat es nach dem 8:1 (4:0; 2:0; 2:1)-Kantersieg über HYC Heylen Vastgoed Herentals am Samstag im Auswärtsspiel bei den Unis Flyers Heerenveen (Spielbeginn: 20.30 Uhr) selbst in der Hand, das Play-off-Halbfinale im CEHL-Cup am Freitag, 12. Dezember, mit einem Heimspiel zu eröffnen. Wenn die Bären an der Nordseeküste mindestens zwei Punkte holen, sind sie aus den Top-Zwei der Tabelle nicht mehr zu verdrängen.
Zwei Sachen machten sich am Freitagabend im Icehouse deutlich bemerkbar. Der EHC war nach einem spielfreien Wochenende ausgeruht, sprühte vor Tatendrang und konnte 60 Minuten lang auf die Tube drücken. Die Belgier vermissten hingegen schmerzlich zwei Drittel ihres Paradesturms. Mitch Morgan und Roope Niskanen mussten kurzfristig aus der Aufstellung gestrichen werden. So hing auch der lettische Topscorer Olegs Sislannikovs in der Luft. Was waren das früher Abwehrschlachten, die Neuwied gegen Herentals ablieferte. Das Kräfteverhältnis zwischen diesen beiden Teams ist längst ein anderes. Die Gäste können in dieser Runde nicht an Leistungen aus der Vergangenheit anknüpfen – erst recht nicht ohne Morgan und Niskanen.
Das erste Drittel dominierte der EHC in seiner Bärenhöhle nach Belieben. Mit einem Blitzstart deutete die Heimmannschaft das Kräfteverhältnis bereits ein. Mit einem gewonnenen Bully landete der Puck bei Michael Jamieson, der sich clever vor dem Tor postierte und nach 57 Sekunden zum frühen 1:0 einschob. Angriffe des Gegners waren Mangelware und zu keinem Zeitpunkt richtig gefährlich. Neuwied hatte Hunger auf mehr. In der zwölften Minute folgte das für Herentals nach diesem Start fast Unvermeidliche. Kapitän Jeff Smith brachte die Scheibe nach Vorlage von Juuso Rajala von hinter dem Kasten in den Torraum – dass das Spielgerät von Kevin Vangenechtens Schlittschuh ins eigene Tor prallte, passte zum gebrauchten Abend der Gäste. Während die Fans ihren Torschützen noch bejubelten, legten die Bären nur zwölf Sekunden später nach und nutzen das Momentum gnadenlos aus. Mit Jamieson gehörte auch das dritte Tor einem Nordamerika-Import. Die Mannschaft von Jeffrey van Iersel spielte geradlinig, druckvoll und suchte konsequent den Abschluss, so wie beim 3:0 durch Christian Sprez Handgelenksschuss von der rechten Seite (16.).
Herentals‘ Hoffnung, die Bären könnten mit dem Samstag-Auswärtsspiel in Heerenveen im Hinterkopf einen Gang zurückschalteten, löste sich schnell in Lauft auf. Im zweiten Abschnitt dauerte es bis zu Janeck Sperlings 5:0 keine zwei Minuten. Die Schlagzahl blieb hoch, es funktionierte vieles. Mit einer eleganten Drehung ließ Tom Stumpe Herentals‘ Vangenechten stehen und überraschte Schlussmann Thomas Vanspringel mit dem 6:0 (25.). Bei Vangenechten erreichte der Frust derweil ein nicht mehr kontrollierbares Level. Der Gästeverteidiger warf gegen Finn Walkowiak die Handschuhe von sich, weil dieser aber schmunzelnd abdrehte, schnappte er sich Marcus Götz und prügelte auf ihn ein. Die fällige Spieldauerdisziplinarstrafe schickte den Belgier unter die Dusche. Es war die bis dahin auffälligsten Aktion der Gäste.
Nach knapp einer Minute im ersten und knapp zwei im zweiten ging auch das dritte Drittel mit einem zeitigen EHC-Tor los. Christian Sprez trieb den Puck im Konter nach vorne, Finn Walkowiak legte quer und Philip Kecojevic finalisierte in den Winkel (44.). Mit einem der wenigen besseren Spielzüge betrieb der HYC in Person von Kevin Kallonen Ergebniskosmetik und vermieste Jonas Gähr den Shutout (53.). Das letzte Worte hatte dann jedoch wieder der EHC. In Überzahl markierte Justin Polok den 8:1-Endstand (59.). Trainer van Iersel gab in den letzten sieben Minuten auch Torhüter Mika Schifferdecker Eiszeit, der die wenigen Schüsse auf seinen Kasten sicher parierte.

Neuwied: Gähr (54. Schifferdecker) – Gähr, Götz, Walkowiak, Polok, Esche, Hedström, Burghard, Marten, Becker – Rajala, Chetik, Sprez, Jamieson, Dötsch, Kecojevic, Sperling, Stumpe, Wasser, Smith, Alexandrov.
Herentals: Vanspringel – Piccart, Gories, Lens, Cuylaerts, Kallonen, Vangenechten, Willems – Coolen, Vermeulen, van Mele, Vranken, Sislannikovs, Cuylen, Pyl, Schoovaerts, de Ceuster, Ziarny, Gentry.
Schiedsrichter: Nick van Grinsven.
Zuschauer: 1087.
Strafminuten: 7:13 + Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Vangenechten.
Tore: 1:0 Michael Jamieson (Esche, Hedström) 1‘, 2:0 Jeff Smith (Rajala) 12‘, 3:0 Michael Jamieson (Stumpe, Esche) 12‘, 4:0 Christian Sprez (Marten, Kecojevic) 16‘, 5:0 Janeck Sperling (Hedström, Esche) 22‘, 6:0 Tom Stumpe (Dötsch, Becker) 25‘, 7:0 Philip Kecojevic (Walkowiak, Sprez) 44‘, 7:1 Kevin Kallonen (Sislannikovs, Vranken) 53‘, 8:1 Justin Polok (Rajala, Smith) 59‘.