3:6-Niederlage in Duisburg: Neuzugang Kreps trifft auf Anhieb
Die Füchse Duisburg waren für den EHC Neuwied in der momentanen personellen Konstellation eine Nummer zu groß. Die weiterhin verletzungsbedingten Ausfälle und das Fehlen der Mannheimer Förderlizenzspieler waren für den Underdog nicht zu kompensieren. Der formstarke Tabellendritte feiert seinen siebten Sieg in Folge in der Eishockey-Oberliga Nord. „Sie waren die bessere Mannschaft und haben natürlich verdient gewonnen“, sagte EHC-Trainer Jeffrey van Iersel zur 3:6 (0:3; 2:1; 1:2)-Niederlage an der Wedau.
Was waren die Themen in der Spielvorbereitung in beiden Lagern? „Den Gegner nicht unterschätzen. So schnell wie möglich ins Spiel finden“, schilderte Duisburgs Coach Frank Petrozza sein Ziel. „Möglichst lange im Spiel bleiben und es offen halten“, entgegnete van Iersel seinen Plan. Nur einer ging auf: der der Füchse. Die führten schon nach dem ersten Drittel als klar tonangebende Mannschaft mit 3:0. Sandis Zolmanis, Luis Üffing, Santeri Haarala – das sind die Duisburger Namen, die bei den gegnerischen Abwehrreihen die Alarmglocken schrillen lassen. Diesmal waren es eher andere, die sich in den Vordergrund spielten. Die Youngsters zum Beispiel. Den Anfang machte Stanislav Kronhardt – und zwar doppelt. Duisburgs Förderlizenzspieler aus Iserlohn erzielte aus dem Umschaltspiel heraus das 1:0 (4.) und per Abfälscher das 2:0 (9.). Zwar mit verdächtig hohem Stock, für die Schiedsrichter Michael Fendt und Nicolas Turnwald nach Studium der Videobilder allerdings ein korrektes Tor. Das erste Drittel blieb das der Teenager. Nach dem Doppelpack des 19-jährigen Kronhardt erhöhte der gleichaltrige Tobin Brandt sogar noch auf 3:0 (17.). Das hatte sich der EHC ganz anders vorgestellt. „Unsere Jungen haben viel Energie reingebracht“, freute sich Petrozza.
Als Fabio Frick mit einem Unterzahlkonter das 4:0 nachlegte (25.), schwante dem Aufsteiger Böses. „Aber wir haben einen guten Weg gefunden, ins Spiel zu kommen“, hielt van Iersel positiv fest. Dieser Weg führte über den starken Felix Köllejan im Tor und zwei Überzahltore. Leon Kreps erzielte zwei Tage nach seinem vollzogenen Wechsel aus Leipzig nach Neuwied direkt seinen ersten Treffer für den EHC (25.) und Jeff Smith verkürzte den Rückstand weiter (34.). „Vor dem letzten Drittel auswärts bei minus zwei zu stehen, ist keine schlechte Position. Wir haben auf einen glücklichen Moment für uns gehofft“, hatten van Iersel und seine Mannen neue Hoffnung geschöpft. Diese musste der Aufsteiger nach Enrico Saccomanis Hangelenksschuss in Überzahl (52.) und Philip Kuschels Kontertor (55.) begraben. Ein besonderer Moment beschloss das Spiel: Lenard Dötsch erzielte mit seinem ersten Oberliga-Treffer den 3:6-Endstand aus Neuwieder Sicht. Die Scheibe war kurios von der Bande weg und Dötsch vor den Schläger gesprungen, aber der EHC hatte in dieser Saison auch schon genügend Pech bei Gegentoren gehabt.
Duisburg: Kaiser – Ackers, Mannes, Frick, Müller, Radionovs, Kuschel, Grosse – Aul, Haarala, Schitz, Zolmanis, Strauß, Fürst, Üffing, Geiger, Saccomani, Fomin, Brandt.
Neuwied: Köllejan – Marten, Polok, Plauschin, Becker, Burghard, Esche, Derraugh – Sprez, Rajala, Erkinjuntti, Smith, Asbach, Habeck, Chetik, Dötsch, Kecojevic, Kreps.
Schiedsrichter: Michael Fendt/Nicolas Turnwald.
Zuschauer: 1401.
Strafminuten: 6:6.
Tore: 1:0 Stanislav Kronhardt (Grosse) 4‘, 2:0 Stanislav Kronhardt (Grosse, Müller) 9‘, 3:0 Tobin Brandt (Üffing, Haarala) 17‘, 4:0 Fabio Frick (Zolmanis, Radionovs) 25‘, 4:1 Leon Kreps (Sprez, Erkinjuntti) 25‘, 4:2 Jeff Smith (Rajala, Kecojevic) 34‘, 5:2 Enrico Saccomani (Schitz, Fomin) 52‘, 6:2 Philip Kuschel (Strauß, Fomin) 55‘, 6:3 Lenard Dötsch (Derraugh) 56‘.
