Richtungsweisendes Heimspiel am Dienstag nach 3:4-Niederlage in der Verlängerung

Die Serienführung ist verloren, der Druck für Dienstagabend spürbar: Der EHC Neuwied hat das zweite CEHL-Halbfinale gegen die Unis Flyers Heerenveen mit 3:4 (1:2; 2:1; 0:0; 0:1) nach Verlängerung verloren, sodass die Entscheidung über den Finaleinzug frühestens am Freitag in Heerenveen fallen kann. Im Heimspiel am Dienstag ab 20 Uhr müssen die Bären schnell zurück in die Erfolgsspur finden, um drei Tage später in den Niederlanden nicht unter Zugzwang zu stehen und Gefahr zu laufen, schon jetzt in die Sommerpause gehen zu müssen. Am besten an die Leistung vom Freitag anknüpfen, als die Mannschaft von Jeffrey van Iersel den Flyers deutlich überlegen war und verdient mit 4:1 gewann. Dieses Level erreichte der Titelverteidiger am Samstagabend nicht. Es gab genügend Phasen, die das Momentum auf die Seite des EHC hätten ziehen können, aber es gelang nicht, eine zweimalige Führung zu verteidigen. Dem gegenüber ließen die Gastgeber aber auch zu keinem Zeitpunkt locker, kämpften sich immer wieder zurück. Wie schon am Freitag hatten die Bären – wenn auch nicht ganz so deutlich wie in Spiel 1 – spielerische Vorteile. Mit körperlicher Robustheit, der einen oder anderen Nickligkeit, sowie dem offenbaren Wissen, dass von den niederländischen Unparteiischen augenscheinlich kein Beinstellen geahndet wird, leistete der Hauptrundenfünfte viel Widerstand.
Der Start hätte für den EHC nicht besser laufen können. Michael Jamieson legte (zugegebenermaßen aus Abseitsposition) quer auf Christian Sprez, und der nutzte direkt den ersten Schuss auf Martijn Oosterwijk zum 1:0. 52 Sekunden waren da gerade erst gespielt. Im weiteren Verlauf entwickelte sich eine Begegnung mit wechselnden Vorteilen und einigen unglücklichen Gegentoren für die Bären. Die Gastgeber überwanden Felix Köllejan innerhalb von dreieinhalb Minuten zweimal zur 2:1-Führung. Tom Speel verwertete Justus Mikkonens Querpass (12.) und Jasper Nordemann kam an den Puck, nachdem Matt Ustaski einen Schuss von der blauen Linie abgefälscht hatte (15.). Aber auch die Bären können Doppelpack. Janeck Sperling in der einzigen Überzahlsituation (25.) und Philip Kecojevic aus ganz spitzem Winkel (27.) stellten auf 2:3. Aber auch diesmal konnte man davon nicht profitieren, wieder gab man die Führung schnell aus den Händen. Matt Ustaski jagte die Scheibe nach einer unglücklichen Neuwieder Abwehraktion hinter dem eigenen Tor mit einem Direktschuss in den Winkel (30.).
Es blieb der letzte Treffer in der regulären Spielzeit. Neuwied wirkte bis dahin optisch überlegen, das Verhältnis der klaren Torchancen war aber ausgeglichen. Sprez scheiterte zweimal Oosterwijk, auf der Gegenseite spielte Troy Williams einen Drei-gegen-zwei-Konter nicht gut aus und wenige Sekunden vor Schluss rettete Köllejan gegen Mikkonen und Speel.
In der Verlängerung ging das Spiel munter von der einen auf die andere Seite. Bären-Kapitän Jeff Smith hatte bei einem Alleingang gegen Oosterwijk genauso auf dem Schläger wie Matt Green, der den Pfosten traf. 29 Sekunden vor dem Penaltyschießen entschied eine Mischung aus Fehler und Scheibenpech die Partie. Einerseits stimmte die Zuordnung in der Abwehr nicht, und dann entschied sich die Scheibe in die Gefahrenzone vor Köllejan zu schlittern, als Smith und Ustaski sie zwischen ihren Kellen kurzzeitig eingeklemmt hatten. Green scheiterte noch an Köllejan, aber Ustaski schaltete blitzschnell und schoss den Abpraller ein.

Heerenveen: Oosterwijk – ten Brink, Kronenburg, Vollmann, Töpfer, V. Nordemann, Williams, Muizer – J. Nordemann, Vosmer, Mittendorff, Berisha, Speel, van den Bos, Andringa, Ustaski, Green, Aberson, Verkroost, Mikkonen.
Neuwied: Köllejan – Götz, Walkowiak, Polok, Hedström, Burghard, Marten, Becker – Rajala, Chetik, Asbach, Dötsch, Sprez, Jamieson, Kecojevic, Sperling, Stumpe, Wasser, Smith, Alexandrov.
Schiedsrichter: Chris van Grinsven/Bram Zwarthoed.
Zuschauer: 1950.
Strafminuten: 4:2.
Tore: 0:1 Christian Sprez (Jamieson, Walkowiak) 1‘, 1:1 Tom Speel (Mikkonen) 12‘, 2:1 Jasper Nordemann (Kronenburg, Green) 15‘, 2:2 Janeck Sperling (Smith, Rajala) 25‘, 2:3 Philip Kecojevic (Polok, Stumpe) 27‘, 3:3 Matt Ustaski (Green, J. Nordemann) 30‘, 4:2 Matt Ustaski (Green) 65‘.