EHC gewinnt mit 3:2 nach Penaltyschießen in Heerenveen
Der EHC Neuwied ist und bleibt eine Play-off-Mannschaft. Eine Woche nach dem Nuller gegen die Mechelen Golden Sharks stehen die Bären als Halbfinal-Teilnehmer der Central European Hockey League fest. Die zwei Siege gegen Angstgegner Unis Flyers Heerenveen waren das Ergebnis aus großem Einsatz, deutlich erhöhter Intensität und dem Quäntchen Glück, das sich die Mannschaft von Trainer Leos Sulak mit ihrem Engagement aber auch verdient hat.
Die Begegnung in den Niederlanden begann mit einem Paukenschlag. Noch bevor der erste richtige Pass gespielt war, flogen auf Höhe der Mittellinie bereits die Fetzen. Jay de Ruiter und Michael Jamieson betrieben offenbar zunächst Trashtalk warfen direkt die Handschuhe und ließen die Fäuste sprechen. Der EHC-Amerikaner ließ neben seinem Torriecher auch Talente in diesem Bereich erkennen und ging als klarer Punktsieger hervor. Dass sich de Ruiter auf dem Weg zur Strafbank vom Publikum feiern ließ, als hätte er gerade den Weltmeistertitel errungen. erinnerte an einen dieser hochstilisierten Eishockey-Filme und war an Peinlichkeit nur schwierig zu überbieten.
Die Flyers, die am Tag zuvor bei der 1:4-Niederlage im Icehouse kein Land gesehen hatten, versuchten es mit anderen Mitteln. Der Versuch scheiterte. Die Bären blieben unbeeindruckt. Einsatz stand über dem Spielerischen, und mit dieser Tugend standen die Gäste in der Defensive sicher, ließen nur wenige Chancen für den Hauptrunden-Achten zu. In Heerenveener Überzahl musste Dennis Schlicht im eigenen Torraum retten, ansonsten kam im Slot vor dem eigenen Tor nicht viel durch.
Genauso wie im ersten Aufeinandertreffen 24 Stunden zuvor ging der EHC zunächst mit 1:0 und im zweiten Abschnitt mit 2:0 in Führung. Juuso Rajala und Michael Jamieson arbeiteten die Scheibe vorbei an Martijn Oosterwijk. Die nächste Parallele ließ nicht lange auf sich warten: Tony Demelinne staubte ab und verkürzte zum 1:2. Die Flyers bäumten sich im Schlussdrittel auf und kämpften gegen das frühe Saison-Aus. Der Ex-Neuwieder Brett Magee glich mit einem Handgelenksschuss aus der Distanz aus – die Partie war wieder vollkommen offen, und sah nun Vorteile sowie gute Möglichkeiten bei der Heimmannschaft. Tom Speel bei einem Zwei-gegen-Eins-Konter, Rens Aberson mit einem Abfälscher und Dave van den Bos bei einem Alleingang hätten die Begegnung zugunsten Heerenveens entscheiden können. Entweder verfehlten sie das Ziel oder Torhüter Lukas Schulte war reaktionsschnell zur Stelle. Wie schon im Hauptrundenspiel vor einer Woche ging es beim Stand von 2:2 in die Verlängerung, die für den EHC mit einem Nachteil begann. Tjalf Deichmann verbrachte zwei Minuten in der Kühlbox, um nach dem Ablaufen der Strafzeit alleine auf Oosterwijk zuzustürmen. Deichmann vergab. Mehr Alleingänge auf die Torhüter gab’s im Penaltyschießen. Die Disziplin, die Heerenveen vor Wochenfrist für sich entschieden hatte, diesmal aber deutlich an die Bären ging. Janeck Sperling hatte als erster EHC-Schütze noch Pech mit einem Pfostentreffer, dann sah Oosterwijk gegen Rajala und Artjom Alexandrov nicht gut aus. Sein Tor beendete die Serie und stellte sicher, dass Neuwied am Freitagabend ab 20 Uhr im Halbfinale im Icehouse aufs Eis geht. Der Sieger könnte am heutigen Sonntagabend feststehen, wenn Herentals Den Haag empfängt. Hier führt Den Haag die Serie mit 1:0 an.
Artjom Alexandrov machte mit seinem verwandelten Penalty den Halbfinal-Einzug des EHC perfekt.