Icefighters schlagen beim 6:1-Sieg ab dem zweiten Drittel zu
Der EHC Neuwied wusste, dass solche Spiele in der Oberliga kommen werden. Zum ersten Mal in dieser Saison waren die Bären am Freitagabend in einer Partie chancenlos und verloren bei den Icefighters Leipzig mit 1:6 (1:0; 0:4; 0:2). Nach 60 einseitigen Minuten musste der Aufsteiger erkennen, dass er diesmal nur die passive Verteidiger-Rolle einnahm und nur wenige Akzente setzen konnte. „Wir konnten kaum Offensive kreieren, Leipzig hat den Großteil der Zweikämpfe für sich entschieden“, beobachtete Bären-Coach Jeffrey van Iersel. Im ersten Drittel verteidigten die Deichstädter rund um das von Mika Hennig gehütete Tor mit vielen abgeblockten Schüssen, einer Portion Glück bei zwei Pfosten- beziehungsweise Lattentreffern durch Reid Stefanson innerhalb von einer Minute. Und die Bären hatten eine der kuriosesten Szenen im bisherigen Saisonverlauf auf ihrer Seite. Fredrik Alasaaris Aufbaupass im Leipziger Überzahlspiel sprang an den Schlittschuh von Schlussmann Konstantin Kessler und ins Icefighters-Tor. Der EHC führte im „Kohlrabizirkus“ mit 1:0, ohne in dieser Situation Entscheidendes dazu beigetragen zu haben (9.). Gutgeschrieben wurde der Treffer Tom Chetik, der vor Alasaaris Malheur als letzter Neuwieder die Scheibe berührt hatte. Weil van Iersels Team drei frühe Unterzahlsituationen überstand, hielt die Führung tatsächlich bis zum ersten Kabinengang. Chetik mit einem Alleingang (11.) und Jeff Smith in Überzahl (16.) hätten sogar noch weitere Neuwieder Tore erzielen können.
Aber dann zeichnete sich nach Wiederbeginn schnell ab, dass die Sachsen das Kommando auch auf der Anzeigetafel übernehmen. Jesse Roach glich nach nur 19 Sekunden aus, Dani Bindels hatte am Bullykreis zu viel Zeit, um Maß nehmen zu können (26.), Samuel Mantsch legte von links in den Slot ziehend das 3:1 nach (37.). Drei blitzsaubere Schüsse aus dem Handgelenk so dicht neben das Torgestänge, dass Mika Hennig nicht den Hauch einer Abwehrchance hatte. In einem Umschaltmoment nach Neuwieder Scheibenverlust erhöhte Daniel Schwamberger noch immer im Mittelabschnitt auf 4:1 (38.). So wenig, wie die Gäste bis dahin auf den Leipziger Kasten gebracht hatten, war schon jetzt die Vorentscheidung gefallen. „Ab dem zweiten Drittel war es unser Spiel. Ich freue mich für die Mannschaft, dass sie heute die Geduld behalten hat“, sagte Leipzigs Trainer Hakan Ahlund.
An der Verteilung der Spielanteile änderte sich auch im Schlussabschnitt nichts. Neuwied, ohne Marcus Götz, Kevin Handschuh und Artjom Alexandrov aufgelaufen, hielt sich viel in der eigenen Zone auf und war mit Defensivarbeit beschäftigt. Zwei weitere Gegentore musste der EHC schlucken. Leipzigs Topscorer Tim Detig war der fünfte unterschiedliche Torschütze der Icefighters in dieser Partie (49.), Vincent Hessler, der in Unterzahl einen Konter verwandelte, der sechste (51.).
Mund abwischen und nach vorn schauen heißt es für den Aufsteiger. Schon am Sonntag wartet die nächste Knaller-Aufgabe, wenn ab 19 Uhr die Hannover Scorpions im Icehouse zu Gast sind, die am Freitag das Derby in der niedersächsischen Landeshauptstadt gegen die Indians mit 5:2 für sich entschieden.
Leipzig: Kessler – Alasaari, Reiner, Schwaiger, Thalmeier, Vogt, Hessler, Mantsch, Ficenec – Jiranek, Hinz, Detig, Kielly, Schwamberger, Kreps, Bindels, Stefanson, Visner, Zajic.
Neuwied: Hennig – Marten, Polok, Plauschin, Dietzschold, Becker, Riegel, Esche, Derraugh – Stumpe, Asbach, Sprez, Rajala, Smith, Struck, Habeck, Chetik, Dötsch, Kecojevic, Smith.
Schiedsrichter: Martin Schewe/Daniel Ratz.
Zuschauer: 1504.
Strafminuten: 6 – 12.
Tore: 0:1 Tom Chetik 9‘, 1:1 Jesse Roach (Alasaari, Detig) 21‘, 2:1 Dani Bindels (Schwaiger, Hessler) 26‘, 3:1 Samuel Mantsch (Detig, Roach) 36‘, 4:1 Daniel Schwamberger (Reiner, Visner) 38‘, 5:1 Tim Detig (Alasaari, Stefanson) 49‘, 6:1 Vincent Hessler (Bindels) 52‘.
