EHC kommt beim 5:4-Sieg zurück und „überlebt“ in Unterzahl

Es ist ein weiterer Meilenstein für den EHC Neuwied: Eine Woche nach dem ersten Saisonsieg gegen die Hammer Eisbären holte der Oberliga-Aufsteiger jetzt auch in der Fremde drei Zähler. In Halle war das Ergebnis von 4:5 mit einer knappen Niederlage verbunden, diesmal hatte die Mannschaft von Jeffrey van Iersel auswärts bei den TecArt Black Dragons Erfurt mit dem umgekehrten Ergebnis das bessere Ende auf seiner Seite. Circa 60 mitgereiste Fans erlebten diesen besonderen Bären-Moment in Thüringen live vor Ort.
In einer offenen Begegnung mit verhältnismäßig wenigen Schüssen auf die Torhüter waren die Offensiven recht konsequent im Nutzen der Möglichkeiten und Bestrafen der gegnerischen Fehler. Oder sie spielten eben ihre individuelle Klasse aus, wie Mikka Dietzschold in der achten Minute. Der Förderlizenzspieler aus Mannheim schnappte sich die Scheibe an der eigenen blauen Linie, tanzte keine Geringeren als die Erfurter Imports Harrison Reed und Jacob Lagace aus, um seinen Abschluss unter die Latte zu versenken. Am Ende freute sich EHC-Coach Jeffrey van Iersel natürlich über drei Punkte, aber die individuellen Fehler, die zu vermeidbaren Gegentoren führten, hielten die Partie offen. „Mit den ersten drei Gegentoren waren wir nicht zufrieden“, merkte der Niederländer auf der EHC-Bank an. Dem Doppelschlag durch Fritz Denner zum 2:1 für die Dragons (9., 14.) waren Scheibenverluste der Deichstädter vorausgegangen. „Wir haben immer an uns geglaubt, uns zurückgekämpft und das Spiel wiederaufgenommen“, sagte van Iersel zur Moralleistung. Kapitän Jeff Smith, der von der linken Seite in die Mitte zog und aus dem Handgelenk in den Winkel traf, stellte in der Schlussminute des ersten Drittels auf 2:2. Gedanklich vielleicht noch nicht wieder hundertprozentig auf der Höhe, fing sich der Aufsteiger nach nur 16 Sekunden im Mittelabschnitts den erneuten Rückstand ein. Jacob Lagace verwertete mit dem Scheibenglück auf seiner Seite einen Nachschuss. Dann das von Trainer van Iersel angesprochene Comeback: Tom Stumpe nutzte einen Abpraller von Torhüter Patick Glatzel zum 3:3 (22.), Adrian Kuhn vollendete die Rückhand-Vorlage sowie den gewonnenen Zweikampf von Jason Struck zum 3:4 (22.) und mit Philip Kecojevics Konter zum 3:5 (24.) sah’s richtig gut aus für die Gäste. Für Keeper Glatzel war’s die letzte Aktion des Abends. Für ihn kam Justin Spiewok in den Erfurter Kastel.
Durch mehrere Hinausstellungen gegen die Bären sowie eine Steigerung der Erfurter spitzte sich das Spiel noch einmal zu. Frederic Potvins Einschuss von der blauen Linie bedeutete in Überzahl den Anschlusstreffer (52.). „Wir haben die Unterzahlsituationen ansonsten mit gutem Charakter überlebt“, lobte van Iersel sein Team, das auch die Schlussoffensive mit dem sechsten Feldspieler entschärfte. „Wir hatten 40 Minuten lang zu viele Ausfälle. Das kannst du nicht auffangen. 20 Minuten reichen nicht für den Sieg. Einige unserer Spieler waren heute nicht bereit, das Neuwieder Tempo mitzugehen“, ärgerte sich Erfurts Coach Sebastian Wolsch.

Erfurt: Glatzel (32. Spiewok) – Bondarenko, Gerstung, Kramr, Fontana, Gulda, Bischoff, Hertel – Keil, Melnikov, Potvin, Berger, Herrschaft, Reed, Denner, Herzog, Lagace, Kiss.
Neuwied: Hennig – Dötsch, Kohans, Polok, Dietzschold, Marten, Esche, Plauschin, Derraugh – Stumpe, Sprez, Rajala, Erkinjuntti, Smith, Handschuh, Struck, Habeck, Alexandrov, Kecojevic.
Schiedsrichter: Eugen Berger, Eugen Schmidt.
Zuschauer: 770.
Strafminuten: 14:4.
Tore: 0:1 Mikka Dietzschold (Rajala) 8‘, 1:1 Fritz Denner 9‘, 2:1 Fritz Denner 14‘, 2:2 Jeff Smith (Rajala, Polok) 20‘, 3:2 Jacob Lagace (Berger, Reed) 21‘, 3:3 Tom Stumpe (Struck, Kuhn) 22‘, 3:4 Adrian Kuhn (Struck, Marten) 24‘, 3:5 Philip Kecojevic (Smith, Rajala) 32‘, 4:5 Frederic Potvin (Kramer, Lagace) 52‘.


Mikka Dietzschold erzielte in Erfurt sein erstes Profi-Tor. Der Puck erhält einen Ehrenplatz zu Hause.