EHC spielt am Freitag in Erfurt und am Sonntag gegen Rostock
Der EHC Neuwied hat am vergangenen Wochenende Lust auf mehr gemacht. Der Heimsieg gegen die Hammer Eisbären (3:0) und die knappe Niederlage bei den Saale Bulls Halle (4:5) haben gezeigt, dass die Bären in der Eishockey-Oberliga angekommen sind. Inklusive viel Respekt und Anerkennung durch die Gegner. „Neuwied hat verdient gewonnen“, sagte Hamms Trainer Tobias Stolikowski am Freitag. „Wir waren der glückliche Sieger“, atmete Ex-Nationalspieler Christian Hommel in Diensten der Hallenser auf.
Zwei Spiele, die auch EHC-Coach Jeffrey van Iersel Mut machen für die nächsten Aufgaben: für das Auswärtsspiel bei den TecArt Black Dragons Erfurt am Freitag ab 20 Uhr und das Heimspiel gegen die Rostock Piranhas am Sonntag ab 19 Uhr im Icehouse. „Wir haben ein gutes Signal ausgesendet und aus jedem bisherigen Spiel viel gelernt“, stellt van Iersel fest. Das Lerntempo, das der Aufsteiger vorlegt, ist (überraschend) hoch. Nicht viele hätten erwartet, dass er schon am zweiten Liga-Wochenende den ersten Sieg sicher hat. „Wir arbeiten im Training weiter, um die Entwicklung voranzutreiben“, so van Iersel.
Kommen vielleicht schon an den Spieltagen 5 oder 6 die nächsten Punkte hinzu? „In der 3. Liga gibt es keine Gegner, gegen die wir der klare Favorit sind. Aber Erfurt und Rostock sind zwei Mannschaften, gegen die wir Punkte anvisieren können, wenn wir um Platz zehn mitspielen wollen. Deshalb wird es wichtig sein, dass die Halle beim ersten Sonntag-Heimspiel in dieser Saison richtig brennt“, sagt Manager Carsten Billigmann. „Wenn wir uns an unser System halten und unseren Matchplan umsetzen, geben wir uns selbst eine Chance“, erkannte van Iersel auch gegen Halle.
Die beiden nächsten Gegner, Erfurt und Rostock, überraschten in dieser Saison bereits nicht zu knapp. Erfurt zum Beispiel mit einem 4:2-Sieg über die Hannover Indians. Die Mannschaft mit erfahrenen Recken wie der zweifache Deutsche Meister mit den Eisbären Berlin René Kramer und Harrison Reed, der bis heute den Rekord für die meisten Scorerpunkte in einer DEL2-Saison hält (107 Torbeteiligungen für Crimmitschau in der Saison 2013/14), überzeugte an ihrem Sechs-Punkte-Wochenende mit großem Einsatz. „Das war eine Mannschaftsleistung, wie ich sie mir vorstelle. Alle haben aufopferungsvoll gekämpft“, sagte Trainer Sebastian Wolsch. Arbeiten müssen die Drachen noch an ihrer Disziplin: 19,5 Strafminuten im Schnitt pro Spiel sind für Wolsch zu viel.
Rostock, in der Vorsaison noch Hauptrunden-Schlusslicht, steht aktuell völlig unerwartet auf Tabellenplatz zwei hinter den Tilburg Trappers. Umso erstaunlicher, weil mit Jesper Öhrvall und Reid Petryk zwei Imports verletzungsbedingt noch nicht zum Einsatz kamen. Auch Joey Luknowsky ist noch außer Gefecht, bei Dante Hahn hofft Trainer Marius Pöpel, dass er an diesem Wochenende wieder eingreifen kann. Die Raubfische stellen mit acht Gegentoren die beste Abwehr der Liga, nur vier ließen sie bei gleicher Spielerstärke zu. Der Verdienst einer sicheren Abwehr und von Schlussmann Sebastian Albrecht. Der 36-Jährige steht nach vier Spieltagen bei einer Fangquote von über 95 Prozent.
