EHC muss sich in den Niederlanden mit 2:8 geschlagen geben

Die Tilburg Trappers waren für den EHC Neuwied erwartungsgemäß eine Nummer zu groß. Die Bären kassierten beim niederländischen Spitzenteam am Sonntag eine 2:8 (1:4; 0:2; 1:2)-Niederlage. „Wir konnten mit dem Tempo und dem Positionsspiel nicht mithalten. Im zweiten Drittel war es etwas besser, aber gereicht hat es nicht. Wir können daraus lernen und besser werden. Wenn wir uns ein paar Gegentore anschauen, merken wir, dass es für viele unserer Spieler ungewohnt war, gegen ein Team mit so viel Potenzial zu spielen“, sagte Trainer Jeffrey van Iersel nach dem Spiel an alter Wirkungsstätte, wo er zu seiner aktiven Zeit über lange Jahre hinweg als Verteidiger auf dem Eis stand. Dass es gegen seinen Ex-Verein, der am Freitag mit 5:0 in Herne gewonnen hatte, schon eine besondere Leistung brauchen würde war allen Neuwiedern bewusst. Diese Hoffnung erledigte sich schnell. Die Bären lagen nach 20 Minuten mit 1:4 zurück. „Es waren aber auch einfache Tore dabei. Solche Dinger fangen wir uns glaube ich in ein paar Wochen nicht mehr“, sagt Manager Carsten Billigmann.
Der erste bittere Moment schon nach 40 Sekunden. Ein Schuss in die Ecke prallte von der Bande aus eigenartig vor das von Felix Köllejan gehütete Tor, wo sich Danny Stempher das Spielgerät erlief und den besser positionierten Reno de Hondt sah – 1:0 (1.). Der Favorit ließ nicht locker und nutzt eine Unaufmerksamkeit in der Neuwieder Defensive. So, wie es ein Oberliga-Spitzenteam eben macht. Der US-Amerikaner Kobe Roth fing einen Querpass ab und setzte Stempher vor dem Bären-Kasten in Szene (5.). Der druckvolle Start der Gastgeber setzte sich fort. Jakob Stridsbergs Schuss von der blauen Linie prallte im Getümmel in die Richtung des einschussbereiten Marco Cavalleri, der den Moment der Irritation ausnutzte (8.). Der aus der Schweiz gekommene Cavalleri hatte bereits am Freitag einen Doppelpack geschnürt und trug als Topscorer seiner Mannschaft den Gold-Helm.
Viele Schüsse brachte der EHC nicht auf das Tor des niederländischen Nationaltorhüters Cedrick Andree, in Minute 18 musste er jedoch hinter sich greifen. Christian Sprez schickte den durchstartenden Kevin Handschuh in den Konter. Der Neuzugang aus Memmingen ließ sich den Alleingang nicht nehmen und verkürzte (18.). Die leisen Hoffnungen wurden nur 15 Sekunden später im Keim erstickt. Ärgerlich für die Bären, das der nächste Trappers-Angriff den alten Abstand wiederherstellte. Max Hermes brachte die Kombination über die rechte Seite mit Nardo Nagtzaam und Delany Hessels zu Ende.
Im Mittelabschnitt, zu dessen Beginn Jonas Gähr für Felix Köllejan ins Neuwieder Tor kam, hielten die Gäste besser dagegen und sich im Bereich vor dem Kasten schadlos. Zwei Distanzschüsse durch Verteidiger Björn Bogman (27., 36.) erhöhten das Ergebnis auf 1:6. Den vermeintlichen zweiten EHC-Treffer durch Jeff Smith erkannten die Hauptschiedsrichter nach ausgiebigem Studium des Videobeweises nicht an. Anstatt 2:6 hieß es zwei Minuten später 1:7. Tilburgs nächster Schuss auf Gähr schlug im Winkel ein. Diesmal waffenscheinpflichtig abgefeuert von Jakob Stridsberg. Trotz freier Sicht bekam Gähr gegen diesen Strahl die Fanghand nicht rechtzeitig hoch (43.). Mit etwas Verspätung kam Bären-Kapitän Smith doch noch zu seinem Tor. Er nutzte einen Aufbaufehler der Heimmannschaft, erobert die Scheibe und zog aus halbrechter Position unhaltbar ab (49.). Das letzte Wort hatte dann aber Tilburg. Kurz vor Ende der Partie eroberte Nardo Nagtzaam den Puck und sah den besser postierten Delany Hessels, der zum 8:2 Endstand traf (51.).
„Wir haben uns auf die Neuwieder gut vorbereitet und wussten um deren Stärken. Dazu kommt auch etwas Spielglück, gerade am Anfang, als wir einen glücklichen Bounce von der Bande so früh im Spiel in ein Tor umwandeln konnten und somit auch gut in die Partie gestartet sind. Wir haben noch einige Punkte, in denen wir uns verbessern müssen, sind aber mit dem Ergebnis sehr zufrieden“, fasste Tilburgs Co-Trainer Dennis ten Bokkel zusammen.

Neuwied: Köllejan (21. Gähr) – Götz, Plauschin, Marten, Becker, Derraugh, Polok, Esche, Burghard – Rajala, Sprez, Asbach, Stumpe, Erkinjuntti, Habeck, Handschuh, Smith, Chetik, Kecojevic, Dötsch, Alexandrov
Tilburg: Andree – de Bruijn, Borgman, Stridsberg, Verkiel, van Gorp, Muller – van Belkom, Hessels, Marinaccio, Stempher, Roth, Cavalleri, Hermens, van de Ven, Timmer, Nagtzaam, de Zwart, de Hondt
Schiedsrichter: Eugen Berger, Caroline Butt
Zuschauer: 1690
Strafminuten: 4:10
Tore: 1:0 Reno de Hondt (Stempher, Borgman) 1′, 2:0 Danny Stempher (Roth, de Hondt) 5′, 3:0 Marco Cavalleri (Stridsberg, Timmer) 8′, 3:1 Kevin Handschuh (Sprez, Derraugh) 18′, 4:1 Max Hermens (Hessels, Nagtzaam) 18′, 5:1 Björn Borgman (Roth, Stempher) 27′, 6:1 Björn Borgman (Timmer, Marinaccio) 36′, 7:1 Jakob Stridsberg (de Zwart, van de Ven) 43′, 7:2 Jeffrey Smith (Sprez, Habeck) 49′, 8:2 Delany Hessels (Nagtzaam, Hermens) 51′


Kevin Handschuh erzielte in seinem zweiten Pflichtspiel für den EHC sein zweites Tor.