Livestream-Angebot für alle Saisonspiele der Bären – Viel Arbeit im Hintergrund

Bären-Fans sind reisefreudig, aber nach Rostock, Halle oder Leipzig sind die Fahrten dann doch erheblich weit. Trotzdem haben sie die Möglichkeit, alle Tore live zu sehen und zu bejubeln. Ganz bequem zu Hause vor dem Fernseher, PC oder jedem mobilen Endgerät. Der Livestream auf „SpradeTV“ macht’s möglich. Schon in der CEHL gab es ein Streaming-Angebot, dass im Spielbetrieb des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) deutlich fortgeschrittener ist: mit Kommentatoren, Ergebnisanzeigen, eine menschgesteuerte Kamera, Wiederholungen, Übertragung der Pressekonferenz nach dem Spiel und Rahmenprogramm. Für den EHC ist das Neuland. Als Neuwied in der Saison 2015/16 letztmals in der Oberliga spielte, bestand der Partnervertrag zwischen DEB und dem Anbieter aus Wangen im Allgäu. Einer der beiden Geschäftsführer ist mit Marcel Linke ein ehemaliger Spieler des SC Mittelrhein.
„Wir haben in die Vorbereitung viel Zeit investiert“, sagt Patrick Kotas. Organisations- und Installationsauftakt. Allein für die beiden Hintertorkameras wurden 220 Meter Kabel verlegt. Der Koblenzer Kotas hat beim EHC Neuwied schon viele Ämter bekleidet. Er war bis 2016 Mitglied im geschäftsführenden Vorstand, als Stadionsprecher und Pressesprecher aktiv. Jetzt laufen bei ihm in Sachen SpradeTV in Neuwied die Fäden zusammen. „Carsten Billigmann hat mich zu einem Kaffee eingeladen und gesagt, dass er mich braucht“, schildert Kotas, wie er zu seinem Posten kam. Er konnte nicht ablehnen.
Elf ehrenamtliche Helfer tun ihr Möglichstes, dass die Übertragungen technisch einwandfrei in die Wohnzimmer transportiert werden. „Manche Verene bringen weniger, anderen mehr Leidenschaft in das Projekt ein. Bei uns ist es sehr viel Leidenschaft“, versichert Kotas. In Regie, am Kommentatoren-Mikrofon hinter der Kamera und am Scoreboard galt es Positionen zu besetzen. „Wir haben Leute angesprochen, andere haben sich auf eine Ausschreibung auf Social Media gemeldet“, freut sich Kotas über die Rückmeldungen. Jede Position ist doppelt besetzt. „Wir werden am Anfang jede Aufgabe mit zwei Mann besetzen, damit alle reinfinden und wir abgesichert sind.“
Bereits 30 Minuten vor Spielbeginn geht die Übertragung aus den Hallen live. Beim EHC wird diese Zeit genutzt, um Interviews zu präsentieren, außerdem bietet der Stream die Gelegenheit Werbepartner zu präsentieren und dem Verein auf diesen Weg zusätzliche Einnahmen zu generieren. Von den 9 Euro pro Spiel gehen 70 Prozent an den Heimverein, 30 Prozent an dem Streaminganbieter. Von den Einnahmen müssen die Vereine jedoch das Technik-Equipment begleichen.