Bären kassieren gegen Heerenveen 2:3-Niederlage nach Penaltyschießen

Am Freitag haben dem EHC Neuwied im Auswärtsspiel bei den Golden Sharks Mechelen zwei Tore zu drei Punkten gereicht, am Sonntag war diese Ausbeute nur für einen Zähler gut. Die Bären mussten sich im Icehouse mit 2:3 (1:1; 0:1; 1:0; 0:0; 0:1) nach Penaltyschießen den Unis Flyers Heerenveen geschlagen geben. Nach dem Spielverlauf vor 1292 Zuschauern waren es für den Tabellenführer der Central European Hockey League (CEHL) zwei verlorene Punkte.
Beide Teams eröffneten die Begegnung zerfahren und konnten zunächst nur selten klare Torchancen kreieren. Eine Portion Scheibenglück befand sich auf Seiten des EHC, als sich Artjom Alexandrov und ein Flyers-Verteidiger im Zweikampf um den Puck neutralisierten und Kapitän Jeff Smith ihn quasi aus dem Nullwinkel fast vor der Torlinie im Tor der Niederländer unterbrachte (9.). Die Momente des Glücks waren damit für diesen Abend auch fast schon aufgebraucht aus Neuwieder Sicht. Es gab gerade im Schlussdrittel Chancen über Chancen, die Partie in der regulären Spielzeit für sich zu entscheiden. Aber auch, als es nur Formsache zu sein schien, das Spielgerät einzuschießen, haperte es am finalen Moment. Gäste-Torhüter Martijn Oosterwijk verdiente sich die Auszeichnung zum besten Spieler seiner Mannschaft redlich.
Auch wenn der CEHL-Meister, dem die gesperrten Maximilian Wasser und Kirill Litvinov, die langzeitverletzten Lennart Esche, Björn Asbach, Alexander Zaslavski und Thorben Beeg sowie der erkrankte Justin Polok fehlten, bis zum 1:0 mehr vom Spiel hatte, erreichte man nicht die erhoffte Intensität und Druckmomente. Die Flyers, in der Anfangsphase durch Justus Mikkonen am Pfosten gescheitert, reagierten nach dem Gegentreffer keineswegs verunsichert. Im Gegenteil. Heerenveen legte eine vierminütige Druckphase aufs Eis und glich das Ergebnis kurz vor der ersten Pause aus. Die EHC-Abwehr war außer Position geraten, sodass Matt Green und Jelle Kronenburg den einschussbereiten Matt Usaski freispielen konnten (20.).
Im Mittelabschnitt begann sich die Mannschaft von Jeff van Iersel allmählich zu steigern und verbrachte viel Zeit in der Offensivzone. Doch vieles blieb brotlose Kunst, denn die Bären erzielten trotz drückender Überlegenheit kein weiteres Tor. Stattdessen erwischte Green den EHC eiskalt. Ohne Vorankündigung und fast aus dem Nichts traf der Kanadier nach einem Sololauf mit einem Bauerntrick zum 1:2 (32.). Somit ging der Matchplan der Gäste bis dato auf: mit gezielten Nadelstichen und hoher Effektivität die wenigen Möglichkeiten nutzen.
Die Effektivität war wieder das große Problem der Einheimischen, die das Schlussdrittel dominierten. Philip Kecojevic war anzumerken, wie viel Wut sich im Bauch der Bären angestaut hatte. In Überzahl zog er aus der zweiten Reihe ab und traf unters Dach (48.). Reihenweise lag das dritte Neuwieder Tor in der Luft. Aber zwei Pfostentreffer von Finn Walkowiak und Marcel Marten, ein Alleingang von Juuso Rajala und etliche weitere brenzlige Aktionen vor Oosterwijk konnten die Verlängerung nicht abwenden. Auch hier blieb van Iersels Team am Drücker, aber weiterhin ohne Killerinstinkt vor dem Tor.
Zum vierten Mal in dieser Saison musste das Penaltyschießen den Zusatzpunkt vergeben. Zum vierten Mal unterlag der EHC. Das Tor von Smith reichte nicht aus, weil auf Seiten Heerenveens mit Harley Verkroost, Jasper Nordemann und Justus Mikkonen drei von fünf Schützen verwandelten.