Bären dominieren in Mechelen, gewinnen aber nur mit 2:1
Dass sich den Golden Sharks Mechelen in der Endphase bei der 2:1-Führung für den EHC Neuwied keine Möglichkeit bot, ihren überragenden Schlussmann Samuel Baros für einen sechsten Feldspieler vom Eis zu holen und die Schlusssequenz in Überzahl bestreiten zu können, sprach für die Bären. Der CEHL-Meister kontrollierte das Geschehen in der belgischen Abwehrzone und brachte den knappen, aber hochverdienten Vorsprung souverän ins Ziel. Manch einer mag vor der Partie am Freitagabend mit einem deutlicheren Ergebnis beim Tabellenletzten gerechnet haben, aber es gibt eben auch Partien, in denen sich eine drückende Überlegenheit nicht im Resultat widerspiegelt. Der Tabellenführer besaß Chancen in Hülle und Fülle, kombinierte sich unzählige Überzahlangriffe und Abschlussgelegenheiten in Top-Positionen heraus. Nur das Zielwasser fehlte oder man wollte es bei der Finalisierung zu schön machen. So hatte das Team von Jeffrey van Iersel trotz Chancen für eine zweistellige Toranzahl nach 60 Minuten lediglich einen Treffer Vorsprung. „Mund abputzen und weiter. Es haben heute sicherlich mehrere Dinge mit reingespielt, dass es keine Glanzleistung war. Uns hat die Kaltschnäuzigkeit beim Abschluss gefehlt, in solch einem Spiel spielt auch der Kopf immer etwas mit und die Geschehnisse aus der vergangenen Woche haben bestimmt ebenfalls ihren Teil dazu beigetragen“, so EHC-Manager Carsten Billigmann.
Schon nach zwei Minuten traf Michael Jamieson bei einem Alleingang den Pfosten – drei weitere Schüsse ans Torgestänge durch Juuso Rajala (50.), Tom Chetik (55.) und erneut Jamieson (59.) folgten. Den Bären klebte beim Abschluss das Pech an der Kelle und verzweifelte immer mehr am slowakischen Torhüter Baros, der dem Dauerbeschuss standhielt.
Die Sharks stellten den Spielverlauf in der achten Minute auf den Kopf. Mick Op De Beeck zog von der linken Seite in die zentrale Position und nutzte, dass EHC-Torhüter Felix Köllejan keine freie Sicht auf den Puck hatte zu überraschenden Führung für die Heimmannschaft. Wenige Sekunden zuvor hatte Köllejan einen Alleingang von Jorre Blomme samt Nachschuss stark abgewehrt.
Neuwieds Bann brach in den ersten Minuten des zweiten Durchgangs. Janeck Sperling bediente Christian Sprez mit einem Pass von hinter dem Tor in den Slot – der überfällige Ausgleich war hergestellt. Überhaupt agierte die Reihe mit Sperling, Sprez und Jamieson sehr auffällig. Nun schien es, als hätten die Gäste einfacheres Spiel, zumal Artjom Alexandrov, der die Scheibe aus dem eigenen Drittel selbst nach vorn transportierte und dann einen Querpass von Jeff Smith vollendete, keine zwei Minuten später das 2:1 für den EHC erzielte. Es blieb dabei: Neuwied schoss und schoss, traf aber nicht. Auch nicht in vier Überzahlsituationen im Schlussdrittel. Hier fehlten Entschlossenheit, Zug zum Tor und das Scheibenglück bei den drei späten Latten- beziehungsweise Pfostentreffern.
Die Bären bleiben somit auch nach acht Punktspielen in der Central European Hockey League ungeschlagener Tabellenführer, brauchen im Heimspiel am Sonntag ab 19 Uhr gegen die Unis Flyers Heerenveen aber wieder mehr Fortune vor des Gegners Tor.
Mechelen: Baros – Vanderhulst, Staps, Jaron Blomme, Kila, Verryt – D. Hendrix, Palmaerts, Egle, Op De Beeck, M. Hendrix, Bosmans, Evers, Kustermans, Jorre Blomme.
Neuwied: Köllejan – Götz, Walkowiak, Hedström, Burghard, Becker – Rajala, Chetik, Dötsch, Sprez, Jamieson, Kecojevic, Sperling, Stumpe, Smith, Alexandrov.
Schiedsrichter: Edward Lesperance.
Zuschauer: 70.
Strafminuten: 10:4.
Tore: 0:1 Mick Op De Beeck (M. Hendrix, Jaron Blomme) 8‘, 1:1 Christian Sprez (Sperling, Jamieson) 22‘, 1:2 Artjom Alexandrov (Smith, Rajala) 24‘.

Artjom Alexandrov erzielte den Siegtreffer für die Bären.