Bären gewinnen erstmals nach 60 Minuten in Heerenveen
Es gibt auch in der dritten Saison des EHC Neuwied im belgisch-niederländischen Eishockey-Spielbetrieb noch Premieren wie die am Samstagabend an der Nordsee in der Eisschnelllauf-Hochburg Heerenveen. Zum ersten Mal überhaupt holten die Bären dort durch einen glatten Sieg nach 60 Minuten einen Dreier, durch den sich die Mannschaft von Trainer Jeffrey van Iersel das Heimrecht im Halbfinale um den CEHL-Cup sicherte. Zuvor hatten die Deichstädter im Thialf dreimal verloren sowie jeweils einmal „nur“ nach Verlängerung beziehungsweise Penaltyschießen gewonnen, und jetzt gab es durch einen verdienten 5:2 (2:0; 0:1, 3:1)-Sieg die volle Ausbeute.
Das Heimspiel gegen HYC Heylen Vastgoed Herentals 24 Stunden zuvor (8:1) und die weite Anreise (360 Kilometer) hielten die Bären nicht davon ab, wie schon zu Hause am Freitag mit viel Power und frühen Toren zu starten. Bereits nach achteinhalb Minuten stand es 2:0 für den amtierenden CEHL-Meister. Es wirkte reif, wie Neuwied sich präsentierte und seine Chancen verwertete. Vor allem die erste Reihe mit Jeff Smith, Juuso Rajala und Artjom Alexandrov besaß den Torriecher. Smith erzielte drei der fünf EHC-Tore und bereitete zudem Jamiesons Treffer vor. Die Tore waren eine Mischung aus perfekt herausgespielt so wie das 0:1 nach einem klugen Pass von Maximilian Wasser, der Smith Platz verschaffte (6.) und hineingearbeitet wie das 0:2. Wasser fälschte einen Schuss von Philip Kecojevic an die Latte ab, der Abpraller war für Christian Sprez nur noch Formsache (9.).
Der Mittelabschnitt verlief offener. Heerenveen kam besser im Spiel an und zumindest gelegentlich zu Möglichkeit. Jonas Gähr parierte einen Alleingang von Rens Aberson und Matt Ustaski war aus der Nahdistanz überrascht, dass er so frei zum Abschluss kam. Eine starke Individualleistung von Matt Green halbierte die EHC-Führung (37.). Der Kanadier zog über die rechte Seite zum Tor, schoss zunächst noch gegen Schoner von Gähr, aber nutzte dann den Abpraller zum Anschluss.
Sollte es einmal mehr eine enge Kiste zwischen Heerenveen und Neuwied werden? Nein, weil die Deichstädter im Schlussabschnitt wieder vollkommen die Kontrolle über die Begegnung übernahmen. Marcus Götz, Juuso Rajala und Jeff Smith mit seiner Direktabnahme zum 1:3 spielten einen Überzahlangriff lehrbuchmäßig aus (46.). Jamiesons Abpraller-Tor nach einem eigentlich schon verlorenen Bully (50.) und ein weiteres spielerisches Highlight mit der Vorarbeit Artjom Alexandrovs für Smith (57.) stellten den Auswärtssieg sicher. Das Jasper Nordemann in Flyers-Überzahl aus der Drehung zum Ergebniskosmetik betrieb (59.), hatte nur noch statistischen Wert.
Das Halbfinal-Heimrecht in Spiel eins ist sicher, der Gegner ist aber noch offen. Erst nach den Partien zwischen Den Haag und Mechelen sowie Limburg-Geleen und Lüttich am Sonntag kennen die Bären ihren Kontrahenten, gegen den Sie ins Endspiel einziehen wollen.
Heerenveen: Oosterwijk – ten Brink, Vollmann, Topfer, V. Nordemann, Muizer – J. Nordemann, Vosmer, Mittendorff, Berisha, Speel, Eimers, van den Bos, Andringa, Ustaski, Green, Aberson, Verkroost, Mikkonen.
Neuwied: Gähr – Götz, Walkowiak, Polok, Hedström, Burghard, Marten, Becker – Rajala, Chetik, Sprez, Jamieson, Dötsch, Kecojevic, Sperling, Stumpe, Wasser, Smith, Alexandrov.
Schiedsrichter: Bram Zwarthoed
Zuschauer: 1112.
Strafminuten: 8:6.
Tore: 0:1 Jeff Smith (Walkowiak) 6‘, 0:2 Christian Sprez (Wasser, Kecojevic) 9‘, 1:2 Matt Green (Muizer, Ustaski) 37‘, 1:3 Jeff Smith (Götz, Rajala) 46‘, 1:4 Juuso Rajala (Smith) 50‘, 1:5 Jeff Smith (Stumpe) 57‘, 2:5 Jasper Nordemann (Green, Ustaski) 59‘.
Anmerkung: Bei den Torschützen und Assistgeber sind die offiziellen Angaben vermerkt.
