Bären lassen in Hamm zu viele Chancen aus und verlieren knapp

Die Imports der Hammer Eisbären haben am Freitagabend den Unterschied gemacht und für die erste Auswärtsniederlage des EHC „Die Bären“ 2016 in der Regionalliga-Saison 2019/20 gesorgt. Beim Vizemeister mussten sich die Neuwieder Eishockeyspieler knapp mit 2:3 geschlagen geben. Wie schon beim 7:2-Erfolg der Bären im Icehouse begegneten sich beide Teams erneut auf Augenhöhe – diesmal hatten die Westfalen jedoch das bessere Ende auf ihrer Seite.
Seinen Auswärtsplan, zunächst einmal aus einer sicheren Abwehr heraus spielend, möglichst lange die Null zu halten, musste der EHC bereits nach 16 Sekunden kippen. Einen Fehlpass nutzte Milan Svars zur Blitzführung für Hamm. Der Angreifer, der in jungen Jahren für die tschechische U18-Nationalmannschaft auf dem Eis stand, war an allen Toren der Gastgeber beteiligt und somit ihr Matchwinner. Hatte Jeff Smith in Neuwied viermal getroffen, so ging das Kontingentspielerduell im zweiten Vergleich an Svarc und Michal Spacek. Der beste Offensivverteidiger der Regionalliga West erzielte später das 2:1 (36.), beide Tschechen bereiteten das vorentscheidende 3:1 von Kevin Thau (50.) vor. „Hamm hatte in Sachen Körperspiel und Laufarbeit heute ein paar Vorteile. Insgesamt war es eine gutklassige Begegnung, in der wir sogar mehr Chancen besaßen. Allerdings haben wir zu viele Möglichkeiten versemmelt. Das hat den möglichen Sieg gekostet“, sagte Andreas Halfmann, der gemeinsam mit Alexander Rodens das Coaching übernahm, weil Carsten Billigmann krankheitsbedingt passen musste.
In einer von beiden Seiten intensiv und temporeich geführten Begegnung bahnte sich der Ausgleich nach dem Neuwieder Kaltstart regelrecht an, auch wenn die Eisbären ebenso brandgefährliche Angriffe abspulten. Jeff Smith, Stephan Fröhlich und Co. scheiterten an Torhüter Sebastian May, Maximilian Wasser am Pfosten. Da hatte Kevin Wilson in der zwölften Minute die deutlich schlechtere Position, und trotzdem egalisierte er den Spielstand. Aus ganz spitzem Winkel suchte Wilson sein Glück, schoss May an und bejubelte sein erstes Saisontor.
Die Hausherren hatten im Mittelabschnitt Vorteile und verdienten sich somit das Tor zum 2:1. Michal Spacek traf unhaltbar für Justins Schrörs (36.). Auch Sebastian May hätte wenig später wohl auch das Nachsehen gehabt, als die Torlatte dem Ausgleich durch Jeff Smith im Weg stand. Nach einem hohen Stock von Marvin Cohut, den Schiedsrichter Sebastian Licau mit einer doppelten Zwei-Minuten-Strafe sanktionierte, drängte der EHC auf den Ausgleich, konnte das Powerplay aber nicht nutzen. Stattdessen fiel bei fünf gegen fünf die Vorentscheidung. Kevin Thau schloss einen Konter erfolgreich ab (50.). Neuwied verlor die Punkte aus dem Blick und durch Cohuts Foul Stephan Fröhlich für diesen Abend. Der Kapitän zog sich eine Platzwunde an der Lippe zu, die im Krankenhaus genäht werden musste.
In der Endphase ließen beide Seiten den Emotionen freien Lauf. Einige Keilereien bewirkten volle Strafbänke. Weil nach dem gegenseitigen Wegkürzen der Strafen 2+2 Minuten gegen Maximilian Wasser übrig blieben und kurze Zeit später auch noch Christian Neumann raus musste, hatten Halfmann und Rodens keine Chance, Keeper Schrörs früher vom Eis zu nehmen. Diese Gelegenheit ergab sich erst in der letzten Minute. Als zudem noch Spacek zwei Minuten kassierte, verkürzte Wilson im Powerplay – zu spät für den EHC.

Hamm: May (Dräger) – Hoppe, Pietzko, Köchling, Hemeier, Reckers, Ortwein, Spacek – Demuth, Trapp, Cohut, Lichnovsky, Polter, Weißleder, Furda, Kraft, Svarc, Thau.
Neuwied: Schrörs (Köllejan) – Pering, Hellmann, Apel, D. Schlicht, Klingsporn, S. Schlicht, Neumann – Fröhlich, Bruns, Wilson, Litvinov, Aminikia, Herz, Wasser, Smith, Etzel, Aulie.
Schiedsrichter: Sebastian Licau.
Zuschauer: 589.
Strafminuten: 18 : 18 + Disziplinarstrafe gegen Wasser.
Tore: 1:0 Milan Svarc (Thau, Furda) 1′, 1:1 Kevin Wilson (Herz) 12′, 2:1 Michal Spacek (Svarc, Thau) 36′, 3:1 Kevin Thau (Svarc, Spacek) 50′, 3:2 Kevin Wilson (Herz) 60′.

Zwei Tore von Kevin Wilson reichtem den EHC in Hamm nicht zu Punkten.