6:3-Sieg in Soest: Jamieson erzielt vier Tore

Der EHC „Die Bären“ ist derzeit eine echte Hausnummer im Wegstecken von Rückschlägen. Wie schon beim 5:3-Sieg am Freitagabend in Neuss konnte ein ganzes Lazarett mit Ausfällen (Jendrik Allendorf, Frederic Hellmann, Daniel Pering, Sven Schlicht, Kevin Wilson und Tobias Etzel) die Neuwieder genauso wenig aus der Bahn werfen wie drei Gegentore im zweiten Abschnitt. Weg war der verdientermaßen in den ersten 20 Minuten durch Michael Jamieson (7., 18.) und Dennis Appelhans (17.) herausgeschossene 3:0-Vorsprung. Die Bären schüttelten sich kurz, wischten sich den Mund ab und gewannen bei den Bördeindianern mit 6:3, weil Jamieson (48., 59.) zum dritten und vierten Mal traf und sich mit Martin Brabec auch der zweite EHC-Kontingentspieler in die Torschützenliste eintrug (57.). „Was unsere Mannschaft bei den ganzen Widrigkeiten in diesen Wochen leistet, zeugt von einer unfassbaren Charakterstärke. Wir können stolz sein, so ein großartiges Team zusammengestellt zu haben“, zückte Teammanager Carsten Billigmann einmal mehr den Hut vor der Einstellung seiner Schützlinge.
Sechs Punkte aus den beiden Auswärtspartien des Wochenendes – als selbstverständlich durfte man das wahrhaftig nicht voraussetzen aufgrund der personellen Engpässe und Soests Möglichkeit, mit einem Heimsieg den Dinslakener Kobras im Kampf um Tabellenplatz sechs noch einmal auf die Pelle zu rücken. Der würde im Play-off-Viertelfinale wahrscheinlich mindestens drei weitere Duelle mit dem EHC bedeuten.
Soest, das ist eine der fairsten Mannschaft der Regionalliga West, die im Schnitt nur zehn Strafminuten pro Partie kassiert. Da heißt es ebenfalls der Strafbank fernzubleiben, was die Bären diszipliniert beherzigten. Nur eine kleine Strafe (und eine Disziplinarstrafe gegen Dennis Appelhans) kassierten die Gäste. Die Einheimischen gewährten den Blau-Weißen auch nur drei Powerplays, die zwei davon prompt in Tore ummünzten. Jamiesons 3:4 als Josef Schäfer in der Kühlbox saß und das 3:6 durch den US-amerikanischen Torjäger nachdem Dennis Klinge aufgrund eines Kniechecks vorzeitig in die Kabine musste fielen in Überzahl. Auch das war ein Schlüssel zum Sieg neben den Kontingentspielern: Jamieson und Brabec schossen zusammen fünf Tore, während die Bären-Abwehr den Soester Torjäger Martin Benes bei einem Assist hielt. Der Tscheche hatte zuletzt in sechs Partien in Folge mehrfach gepunktet. „Soest besaßen auch einige Chancen zu weiteren Treffern, weil wir in der Abwehr etwas wacklig standen, aber dafür machte Felix Köllejan wie schon in Neuss deutlich, dass er sich bereits in Play-off-Form befindet“, verteilte Billigmann Schulterklopfer an seinen Torhüter. Die verdienten sich auch die Youngsters Sidney Lehnert, Kirill Litvinov und Tom Horvath, der seinen ersten Regionalliga-Scorerpunkt verbuchte und dessen Vater Kalli als Trainer einsprang, weil die Sonderlizenz für Carsten Billigmann aufgebraucht ist, Nachwuchscoach Holger Pöritzsch verhindert war und der eigentlich eingeplante Alexander Rodens grippekrank das Bett hütete. Aber wie gesagt: Im Wegstecken von Rückschlägen ist der EHC eine Hausnummer.

Soest: Fleischer (Weissgerber) – Klinge, Ehlert, Schäfer, Schutzeigel, Peschke, Jäger – Zeitler, Tambosi, Benes, Berger, Furda, Busch, Reschetnikow, Cicigin.
Neuwied: Köllejan – Schütz, Richter, D. Schlicht, Morys, Lehnert, Neumann – Fröhlich, Asbach, Appelhans, Jamieson, Müller, Brabec, Horvath, Litvinov, Wasser.
Schiedsrichter: Dominic Borger.
Zuschauer: 161.
Strafminuten: 9 + Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Klinge : 2 + Disziplinarstrafe gegen Appelhans.
Tore: 0:1 Michael Jamieson (Fröhlich) 7‘, 0:2 Dennis Appelhans (Horvath, Brabec) 17‘, 0:3 Michael Jamieson 18‘, 1:3 Ted Zeitler (Busch, Reschetnikow) 23‘, 2:3 Simon Tambosi (Benes) 24‘, 3:3 Josef Schäfer (Zeitler, Tambosi) 37‘, 3:4 Michael Jamieson (Fröhlich) 48‘, 3:5 Martin Brabec (Müller) 57‘, 3:6 Michael Jamieson (Wasser, Schütz) 59‘.

Michael Jamieson zielte am Sonntag ganz genau. Er traf in Soest viermal.