Bären empfangen am Freitag die Entdeckung aus Dinslaken

Als sich Jesse Parker im Dezember eine schwere Schulterverletzung zuzog, schrieben einige die Dinslakener Kobras bereits ab. Ein Monat später traut jeder den Giftschlangen zu, den Top-Vier der Hauptrunde den Platz im Play-Off-Halbfinale der Eishockey-Regionalliga West streitig machen zu können. Dinslaken ging in die Offensive, holte mit dem jungen Russen Dmitri Kuznetsov nicht nur einen starken Import als Parker-Ersatz, sondern sicherte sich zudem die Dienste von Angreifer Sören Hauptig, der auf 401 Oberliga-Einsätze für Essen, Ratingen und Herne zurückblicken kann. Mit Kuznetsov und Hauptig bot Dinslaken am ersten Pre-Play-off-Wochenende den Hammer Eisbären zweimal stark Paroli, Punkte gab es für die Niederlagen (5:8 und 3:4) jedoch keine. So steht Dinslaken am Freitagabend ab 20 Uhr unter Druck, was die Aufgabe für den EHC „Die Bären“ 2016 im Heimspiel im Icehouse nicht einfacher macht. „Dinslaken ist eine starke Mannschaft“, weiß Neuwieds Coach Leos Sulak.
Der Trainerfuchs sprach im Laufe der inzwischen absolvierten Hauptrunde immer wieder vom Thema „Konstanz“. Einmal überzeugte sein Team, dann blieb es wieder hinter seinen Möglichkeiten zurück. „Beim Derbysieg gegen Diez-Limburg haben wir endlich den Weg gefunden, die drei Punkte gegen ein Spitzenteam zu holen“, wünscht er sich die gleiche Hingabe und Mentalität auch bei den nächsten Aufgaben. „Wir brauchen jetzt in jedem Spiel eine Top-Leistung, um das Halbfinale zu erreichen.“ „Wir wurden in einigen Partien gegen die anderen Top-Teams unter Wert geschlagen. Ich hoffe, dass der Sieg gegen die EGDL jetzt noch einmal Kräfte und Schwung für die nächsten Aufgaben freisetzt. Wir haben am Sonntag gesehen, dass wir jedes Team der Liga schlagen können“, sagt Neuwieds Manager Carsten Billigmann, dem aber auch bewusst ist: „Gerade jetzt in den Pre-Play-offs ist vieles abhängig von der Tagesform.“ Die Partie gegen die Rockets wurde seitens des Verbandes nachträglich gewertet. Aus dem 6:5- wurde ein 5:0-Erfolg für den EHC. Der Mannschaftsverantwortliche und der Trainer der Gäste hatten den Spielberichtsbogen per Unterschrift freigegeben, auf dem der Name von Angreifer Philipp Maier aufgrund eines Übertragungsfehlers nicht stand. Maier wirkte aber ein Drittel lang mit, sodass das deutlichere Ergebnis am Grünen Tisch zustande kam. „Die Wertung ist nur eine formelle Sache. Schließlich haben wir ja auch auf sportlichem Wege auf dem Eis gewonnen“, gibt Carsten Billigmann zu bedenken, wenngleich das Torverhältnis bei Punktgleichheit nach der Zwischenrunde noch wichtig werden kann.
Die Ausgangslage nach dem sehr schweren Programm mit Herford und Diez ist gut für die Bären, die aber nahtlos an die gezeigten Leistungen anknüpfen müssen. Das gilt gegen Dinslaken genauso wie am Sonntagabend ab 18 Uhr bei den Ratinger Ice Aliens. Dort verloren Neuwied vor zwei Wochen und weiß daher, was die Stunde geschlagen. „Auch Ratingen ist eine sehr unangenehme Mannschaft“, so Sulak. Die Außeridischen beendeten den Pre-Play-offs-Auftakt mit den beiden Partien gegen Diez-Limburg (1:10) und Herford (1:6) genauso wie Dinslaken punktlos. Allerdings musste Trainer Andrej Fuchs auch auf zahlreiche Leistungsträger verzichten. In Diez traten die Aliens mit einem 13-köpfigen Rumpfkader an.
Der Neuwieder Kader wird ab sofort um einen Namen größer. Der 24-jährige Angreifer Deion Müller kehrt zum EHC zurück und soll der Mannschaft schon am Freitag zur Verfügung stehen.

Im Spiel zwischen dem EHC Neuwied (rechts: Kapitän Stephan Fröhlich) und den Dinslakener Kobras (Mitte: Martin Benes) ist am Freitag ein harter Kampf um jeden Quadratzentimeter Eis zu erwarten.