Am Freitag kommt Bergisch Gladbach ins Icehouse, am Sonntag geht’s nach Neuss

Das, wovon schon vor dem ersten Spieltag der Qualifikationsrunde zur Eishockey-Regionalliga West jeder ausgegangen war, könnte am Freitagabend in Stein gemeißelt sein: Holt der EHC „Die Bären“ 2016 in seinem Heimspiel im Neuwieder Icehouse gegen den ESV Bergisch Gladbach mindestes einen Punkt, so steht die Mannschaft von Trainer Leos Sulak bereits nach acht von zehn Partien als Teilnehmer an der Runde der Regionalliga West fest. Spielbeginn ist um 20 Uhr.
Auf halbe Sachen haben die Bären keine Lust, erst recht nicht in einer Partie, in der der EHC der klare Favorit ist. Vor drei Wochen setzten sich die Deichstädter gegen die „Realstars“ auswärts bereits mit 8:2 durch. Es war der Auftakt in torreiche Wochen. 39 Treffer gelangen in den fünf zurückliegenden Partien. Vor allem die sieben auf einen Streich gegen den entthronten Tabellenführer Ratinger Ice Aliens verdienten Respekt. „Leos Sulak hat in den wenigen Wochen, in denen die Mannschaft auf dem Eis steht, schon viel herausgeholt. Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung“, sagte Manager Carsten Billigmann nach dem 7:5-Heimsieg am Sonntag.
Der Trainer selbst, ein Stoiker vor dem Herrn, der mit seiner jahrelangen Erfahrung genau weiß, was zu tun ist und wie er die Spieler anzupacken hat, stellt in gewohnt unaufgeregter Art und Weise fest: „Wir befinden uns noch in der Aufbauphase. Mal schauen, was in der Hauptrunde noch so alles kommt.“
Diese Hauptrunde ist für den EHC noch ein Punkt entfernt, und die Mannschaft will diesen nicht auf die lange Bank schieben. Die eigenen Ansprüche und die Leistungsentwicklung seit Mitte Oktober deuten daraufhin, dass schon nach dem Bergisch Gladbach-Spiel der Haken hinter die Pflichtaufgabe Regionalliga-Einzug gesetzt werden kann. „Wir wollen die Qualifikationsrunde jetzt auch auf dem ersten Tabellenplatz abschließen“, sagt Billigmann vor dem machbar erscheinenden Restprogramm. Nach dem Heimauftritt gegen den ESV geht’s am Sonntag zum Neusser EV (20 Uhr), und am 21. November endet die erste Saisonphase mit einem Heimspiel gegen den EC Bergisch Land.
Die Bären legen Geschlossenheit an den Tag. Sechs Spieler haben mehr Scorerpunkte verbucht als Saisonspiele bestritten. Wie erwartet, stechen die beiden Imports aus den Vereinigten Staaten hervor, wenn es um den offensiven Ertrag geht. Nolan Redler kommt nach sechs Partien bereits auf 20 Zähler (11 Tore, 9 Assists), Matt Thomson nach erst zwei Einsätzen schon auf 9 (6 Tore, 3 Assists). Der 23-Jährige blüht in seiner neuen Rolle auf, nachdem er zuletzt in der US-College-Liga NCAA im Team der Northeastern University vor allem Defensivaufgaben erfüllte. „Wer in dieser Liga regelmäßig auf dem Eis steht, ist ein richtig Guter“, kommt es für Carsten Billigmann nicht überraschend, dass der Stürmer auf Anhieb voll eingeschlagen hat, nachdem er ob seiner Rolle in seinen vergangenen beiden Saisons insgesamt nur drei Torbeteiligungen aufgewiesen hatte. „Die NCAA bringt jedes Jahr Spieler hervor, die sich zu Superstars in der Profiliga NHL entwickeln“, zeigt Billigmann das Level der Liga auf, aus der Thomson an den Rhein wechselte. „Ich habe schon viele große Spiele in ausverkauften Halle bestritten, aber die Fans und die Atmosphäre hier in Neuwied sind etwas Besonderes“, schildert Thomson seine Eindrücke vom ersten Auftritt in der Bärenhöhle. Gegen Bergisch Gladbach kann er diese zum zweiten Mal genießen.
Der Kader der Bären bleibt auch an diesem Wochenende dezimiert. Dennis Berk, Tobias Etzel, Sven Schlicht und Jonathan Galke fallen nach wie vor aus, hinter Knut Apel steht noch ein Fragezeichen.

Die Neuwieder Bären hoffen auch am bevorstehenden Wochenende zweimal jubeln zu können.