Bären spielen am Freitag beim Meister und am Sonntag zu Hause gegen Neuss

Es gibt angenehmere Sachen als Auswärtsspiele in Herford zu bestreiten. In der Eissporthalle im Kleinen Feld herrscht naturgemäß ein hoher Lautstärkepegel, und wenn man dann noch am einem Freitagabend bei den Ice Dragons zu Gast ist, gibt es eine beschwerliche Anreise obendrauf. Einmal quer durch Nordrhein-Westfalen heißt es für den EHC „Die Bären“, Staus sind da zu Beginn des Wochenendes vorprogrammiert. Die Deichstädter soll das am Freitagabend nicht davon abhalten, beim amtierenden Meister der Eishockey-Regionalliga West ab 20.30 Uhr eine gute Leistung aufs Eis zu bringen. „Es wird wichtig sein, die lange Busfahrt abzuschütteln und von Anfang an voll da zu sein“, weiß Trainer Carsten Billigmann. Nur selten gelang das in den zurückliegenden Jahren. Dreimal schied der EHC in den Play-offs schon an den Drachen aus – zuletzt im Frühjahr im entscheidenden fünften Spiel mit stark dezimiertem Kader. „Wir können grundsätzlich überall Punkte holen – auch in Herford“, glaubt Billigmann an sein Team, das sich aktuell schwer tut Tore zu schießen, dafür aber mit nur 2,5 Gegentoren im Schnitt pro Partie die beste Abwehr der Liga stellt. Es zahlt sich aus, dass die Neuwieder in die Abwehr investiert haben und mit Schlussmann Justin Schrörs sowie dem DEL-erfahrenen Maik Klingsporn in der Hintermannschaft draufsattelten.
Die Partie in Herford ist eine ähnliche Herausforderung wie die in Hamm vor zwei Wochen. Diesmal hoffen die Bären das Spiel aber ganz anders aufbauen zu können. Billigmann: „Wir sind in Hamm ganz früh in Rückstand geraten. Gegen ein Spitzenteam dann hinterherlaufen zu müssen, ist unheimlich schwer. Es wäre sehr wichtig, möglichst lange die Null zu halten.“ Auch die mit 1:4 verlorene erste Partie gegen den HEV soll nicht als Beispiel dienen: „Herford war an diesem Abend nicht gut, aber wir richtig schlecht.“
Anders sieht die Rollenverteilung vermeintlich am Sonntagabend ab 19 Uhr aus, wenn der Neusser EV bereits zum zweiten Mal in dieser Saison mit dem ehemaligen Neuwieder Trainer Daniel Benske ins Icehouse kommt. „Ohne überheblich zu klingen, muss es unser Anspruch sein daheim gegen Neuss zu gewinnen – und zwar überzeugender als wir es bislang in dieser Saison getan haben“, fordert Billigmann die richtige Einstellung und klar aufzusagen, wer der Herr im Icehouse ist. 118 Sekunden fehlten im NEV vor zwei Wochen, um nicht nur mit der Leistung, sondern auch vom Ergebnis her ein Ausrufezeichen in der Bärenhöhle zu setzen. Erst ganz spät gelang dem EHC der 2:1-Siegtreffer. „Wir werden auch diesmal wieder nach Neuwied kommen, um die Bären zu ärgern. Aber wir wissen ganz genau, dass bei uns dafür alles passen muss“, freut sich Daniel Benkse auf ein Wiedersehen mit seinen alten Weggefährten.


Jeff Smith (am Puck) und Stephan Fröhlich (im Hintergrund) wollen die Neusser Abwehr am Sonntag stärker unter Druck setzen als vor zwei Wochen beim knappen 2:1-Sieg.