Drittes Halbfinale am Freitag im Icehouse gegen Herford

Rund 280 Kilometer liegen zwischen Neuwied und Herford. Wenn die Bären bei den Drachen Eishockey spielen, ist damit ihre weiteste Auswärtsfahrt der Saison verbunden. Zudem macht die ganze Reihe von Baustellen auf der Autobahn gen Ostwestfalen diese Ochsentour wahrlich nicht vergnügungssteuerpflichtig. „Noch einmal will ich in dieser Saison nicht hier hochfahren müssen“, sagte Manager Carsten Billigmann, als sich der Neuwieder Tross am Sonntagabend nach dem 5:1-Sieg beim amtierenden Meister der Eishockey-Regionalliga West auf dem Heimweg befand. Wegen der beschwerlichen Strecke – viel mehr aber noch, weil der EHC dann nämlich am Freitagabend zum ersten Mal seit der Neugründung des Vereins im Sommer 2016 den Einzug ins Endspiel perfekt gemacht hätte. „Wir haben vor einem Jahr gesehen, was in einer Playoff-Serie alles passieren kann“, erinnert sich Billigmann an den damaligen Vergleich mit den Ice Dragons, in dem die Deichstädter nach zwei Niederlagen beinahe schon aussichtslos zurücklagen, sich dann noch einmal aufrappelten, das Halbfinal ausglichen und erst im fünften und entscheidenden Spiel auswärts extrem geschwächt durch Verletzungen und Sperren ausschieden. „Diesmal wollen wir es schaffen – und zwar vor unseren eigenen Fans“, sagt Billigmann vor der Partie am Freitag ab 20 Uhr im Icehouse.
Die ersten beiden Partien entschied der EHC mit 4:2 und 5:1 insgesamt verdient für sich. „Vor allem in Herford haben wir in allen Bereichen sehr überzeugend gespielt“, resümierte Trainer Leos Sulak. „Aber der dritte Sieg ist immer der schwerste. Und dafür zahle ich auch gerne fünf Euro ins Phrasenschwein“, ergänzt der erfahrene Neuwieder Trainer. Schließlich hat der Gegner die letzte Chance das frühzeitige Saison-Aus abzuwenden.
Sollten die Blau-Weißen tatsächlich den ersten Matchball nutzen können, könnte man gespannt verfolgen, wer nachzieht und sich als Endspielgegner herauskristallisiert, denn die Serie zwischen dem Pre-Playoff-Ersten EG Diez-Limburg und den Hammer Eisbären steht seit Sonntag ausgeglichen. Der Vorjahresfinalist setzte sich vor eigenem Publikum mit 4:1 gegen die Rockets vom Heckenweg durch, sodass es definitiv zu einem vierten Aufeinandertreffen am Sonntag kommen wird. An dem Tag wollen die Bären nach Möglichkeit frei haben und nicht stundenlang im Bus sitzen. „Mit einem Sieg am Freitag hätte sich die Mannschaft diesen freien Sonntag aber auch auf jeden Fall verdient“, so Billigmann. Für den Fall, dass der HEV im Icehouse gewinnt und den Anschluss schafft, würde Spiel vier am Sonntag um 18 Uhr in Herford beginnen.


Tobias Etzel (rechts) und die Bären gaben Meister Herford mit seinem kanadischen Verteidiger Guillaume Naud in den ersten beiden Halbfinals das Nachsehen.