2:5-Niederlage in Dinslaken

Es ist im Eishockey manchmal bizarr. An einem Tag fällt gefühlt jeder Schuss wie ferngesteuert ins Tor (so wie im Heimspiel des EHC „Die Bären“ 2016 am Freitag gegen Ratingen), und nur 48 Stunden später kannst die abfeuern wie du willst ohne den verdienten Lohn zu erhalten (so wie am Sonntagabend in der Neuwieder Auswärtspartie bei den Dinslaken Kobras). „Wer seine Chancen nicht nutzt, kann nicht gewinnen“, brachte EHC-Trainer Leos Sulak die 2:5-Niederlage am Niederrhein auf einen einfachen Nenner. „Wir haben Dinslakens Schlussmann zum Nationaltorwart geschossen.“
Die Chancenverwertung war der Casus knacksus für Neuwieds erste Niederlage in dieser Saison gegen eine Mannschaft ab Tabellenplatz fünf. „Das Positive war, dass wir uns die Möglichkeiten herausgespielt haben, aber daraus hätten wir viel mehr machen müssen“, haderte Sulak mit der Kaltschnäuzigkeit vor dem ehemaligen Neuwieder Marvin Frenzel.
Alleine im ersten Drittel liefen die Bären viermal alleine auf Frenzel zu und scheiterten. Stattdessen gingen die Kobras, die am Freitag bereits Vizemeister Hamm mit 8:3 abgefertigt hatten, mit einem 2:0-Vorsprung in die Kabine. Sven Schiefner und Leon Taraschewski (beide 5.) trafen quasi aus dem Nichts und ohne großartige Vorandeutungen.
Die ohne die erkrankten Maik Klingsporn, Christian Neumann, Tobias Etzel und Schahab Aminikia aufgelaufenen Bären standen nach dem 0:3 durch Dennis Appelhans (28.) endgültig mit dem Rücken zur Wand. Dinslaken gewährte einem zwar mehrere Gelegenheiten, in Überzahl den Rückstand zu reduzieren, doch auch das EHC-Powerplay brachte keinen Erfolg ein. Zum psychologisch günstigen Zeitpunkt kurz vor der zweiten Pause gelang es Jeff Smith mit seinem sechsten Tore an diesem Wochenende, die Deichstädter ins Spiel zu bringen. Da kam dann jedoch wiederum Kristof Kelschs‘ 4:1 eingangs des Schlussabschnitts zum ungelegen Zeitpunkt. Immerhin standen nach dem Einschuss von Maximilian Wasser noch zehn Minuten auf der Uhr, aber bei allen Neuwieder Bemühungen lief dem Tabellenvierten die Zeit davon. „Auch in der Endphase besaßen wir noch gute Möglichkeiten, trafen dabei unter anderem das leere Tor nicht“, resümierte Sulak, der zweieinhalb Minuten lang mit sechs Feldspielern alles versuchte. Appelhans setzte mit seinem Empty-Net-Goal wenige Sekunden vor Ultimo den Deckel auf die Partie. Eine Partie, die Neuwied gemessen an seinen hochkarätigen Einschussgelegenheiten nicht hätte verlieren dürfen.

Dinslaken: Frenzel (Eckardt) – Hüsken, Hofschen, Macaj, Zaslavski, Baum, Linse – Taraschewski, Müller, Benes, Schiefner, Dreyer, Kuntu-Blankson, Kelsch, Heffler, Spazier, Appelhans.
Neuwied: Köllejan – Pering, D. Schlicht, S. Schlicht, Hellmann, Morys – Bruns, Litvinov, Smith, Fröhlich, Wilson, Wasser, Asbach, Herz, Aulie.
Schiedsrichter: Marc-André Naust.
Strafminuten: 14:4.
Tore: 1:0 Sven Schiefner (Macaj, Appelhans) 6‘, 2:0 Leon Taraschewski (Dreyer, Baum) 6‘, 3:0 Dennis Appelhans (Benes) 28‘, 3:1 Jeff Smith 39‘, 4:1 Kristof Kelsch (Kuntu-Blankson, Benes) 43‘, 4:2 Maximilian Wasser (Smith, Bruns) 50‘, 5:2 Dennis Appelhans (Benes, Dreyer) 60‘.


Maximilian Wasser erzielte das Tor zum 2:4 aus Neuwieder Sicht.