Matt Thomson erzielt beim 14:4-Sieg sechs Tore

Es war die Reaktion, die sich Trainer, Management und Fans nicht nur erhofft, sondern die sie schlichtweg verlangt hatten: Der EHC „Die Bären“ 2016 scheint am zweiten Weihnachtsfeiertag seinen Durchhänger in der Eishockey-Regionalliga West beendet zu haben und besiegte vor 459 Zuschauern im heimischen Icehouse die Eisadler Dortmund mit 14:4 (4:2; 6:1; 4:1). „In Neuss hatten wir vor einer Woche einen schlechten Tag. Heute war es umgekehrt, und vor allem haben wir die Chancen genutzt. Ich gratuliere der Mannschaft zum Sieg“, sagte Neuwieds Trainer Leos Sulak.
Die Gäste versuchten unter der Woche nach zwei Corona-Fällen die Begegnung zu verlegen, zumal sie auch wenig davon angetan waren, den Weihnachtsausklang auf Neuwieder Eis zu verbringen. Die Durchführungsbestimmungen des Eishockeyverbandes Nordrhein-Westfalen sind aber eindeutig und sehen eine Verlegung in Zusammenhang mit der Pandemie nur vor, wenn eine Mannschaft nicht genügend Personal stellen kann. Dazu war Dortmund in der Lage. 15 Namen standen bei den Eisadlern auf dem Spielberichtsbogen. Gegenüber dem Duell vor zwei Wochen an gleicher Stelle fehlte Dortmund unter anderem Matthias Potthoff, einige U20-Spieler schlossen die Lücken. „Neuwied war die deutlich bessere Mannschaft“, sagte Gästetrainer Jonas Eberl. „Sie haben es sehr konsequent gespielt.“
Die Bären, bei denen Frederic Hellmann fehlte und Maximilian Wasser im Laufe des Mittelabschnitts mit schmerzverzerrtem Gesicht vom Eis musste und frühzeitig die Kabine aufsuchte, zeigten von Anfang an eine andere Körpersprache als zuletzt. Dass der erste Schuss von Matt Thomson direkt saß, tat dem Selbstvertrauen sichtlich gut und war symptomatisch für den weiteren Verlauf der ab dem zweiten Drittel einseitigen Begegnung. Thomson stellte die Westfalen mit unwiderstehlichen Alleingängen sowie präzisen Abschlüssen vor unlösbare Aufgaben. Der US-Amerikaner traf bereits in der siebten Minute zum zweiten Mal – es sollten insgesamt sechs Tore und drei Vorlagen werden.
Der EHC agierte deutlich überlegen, aber Dortmund ließ zunächst nicht abreißen. Ein paar defensive Nachlässigkeiten der Bären hielten das Ergebnis zunächst noch offen. Robin Loecke (16.) und Ben Busch (21.) hielten die Gäste in Reichweite.
Nach Thomson erhöhten Janeck Sperling und Maximilian Wasser (beide 19.) auf 4:1. Mit seinen Treffern Nummer drei und vier zum 5:2 (26.) und 6:2 (31.) schüttelte Thomson den Gegner ab, der sich einem beim Torabschluss effektiven EHC gegenüber sah. Viele Großchancen ließ das Sulak-Team diesmal nicht liegen, sodass das Ergebnis bereits nach 40 Minuten zweistellig stand. Kirill Litvinov (31.), Luca Häufler (34.) und Matt Thomson (35., 38.) für Neuwied sowie Robin Loecke für Dortmund (32.) erzielten die weiteren Tore vor der zweiten Pause.
Nachdem in der Gästekabine einige Male das „F-Wort“ zu hören war, wollten die Eisadler das Ergebnis im Schlussdrittel einigermaßen im Rahmen halten. Loecke betrieb Ergebniskorrektur (48.), ehe die Deichstädter noch einmal die Zügel anzogen. Luca Häufler (51.), Nolan Relder (56., 60.) – ungewohnterweise bis dahin noch fehlend in der Torschützenliste – und Miles Steinschneider (57.) machten deutlich, dass die Gastgeber noch lange nicht genug hatten.

Neuwied: Köllejan – Neumann, D. Schlicht, Pering, Wolf, S. Schlicht, Steinschneider, Beeg – Sperling, Häufler, S. Asbach, Braszczok, Wasser, Apel, Redler, Thomson, B. Asbach, Litvinov, Galke, Lazerath.
Dortmund: Brunnert – Ehlert, Schäfer, Kuntu-Blankson, Budzynski, Wichern, Thau, Manke, Steffens, Loecke, Kraft, Elf, Busch, Linke, Poberitz.
Schiedsrichter: Daniel Melcher.
Zuschauer: 459.
Strafminuten: 12:14.
Tore: 1:0 Matt Thomson (Redler) 2‘, 2:0 Matt Thomson (Sperling, Beeg) 7‘, 2:1 Robin Loecke (Thau) 16‘, 3:1 Janeck Sperling (Thomson, Redler) 19‘, 4:1 Maximilian Wasser (Sperling, Köllejan) 19‘, 4:2 Ben Busch 21‘, 5:2 Matt Thomson (Pering) 26‘, 6:2 Matt Thomson 31‘, 7:2 Kirill Litvinov (Wasser, Redler) 31‘, 7:3 Robin Loecke (Thau) 32‘,  8:3 Luca Häufler (Redler, D. Schlicht) 34‘, 9:3 Matt Thomson (Sperling) 35‘, 10:3 Matt Thomson (Sperling, Beeg) 38‘, 10:4 Robin Loecke (Thau, Busch) 48‘, 11:4 Luca Häufler (Thomson, Redler) 51‘, 12:4 Nolan Redler (D. Schlicht) 56‘, 13:4 Miles Steinschneider (Apel, Galke) 57‘, 14:4 Nolan Redler (Sperling, Thomson) 60‘.

Maximilian Wasser musste im zweiten Drittel verletzungsbedingt das Eis verlassen.