Dieser Test macht Lust auf mehr.

Der EHC „Die Bären“ 2016 hat gegen den Herner EV zwar mit 2:5 verloren, sich aber in einer Frühform präsentiert, die viel Zuversicht für den bevorstehenden Saisonstart in der Eishockey-Regionalliga West gibt.
Wenn ihn die Torhymne im Neuwieder Icehouse nicht überdeckt hätte, wäre der Jubelschrei von Michael Jamieson wohl noch in der hintersten Reihe zu hören gewesen. Ein Konter im ersten Drittel, abgeschlossen vom US-Import – und der EHC lag gegen Oberligist Herne nach acht Minuten mit 1:0 in Führung. Das erste Neuwieder Heimtor in der Eiszeit 2018/19 nach dem 0:11 gegen die Moskitos aus Essen stellte das Kräfteverhältnis zwischen Regional- und Oberliga auf den Kopf. Natürlich war es am Mittwochabend vor 365 Zuschauern nur ein Test neun Tage vor dem ersten Punktspiel bei Hessenmeister Frankfurt, und am Ende zogen die Deichstädter gegen den HEV auch den Kürzeren, aber wie sie dem haushohen Favoriten zur Begeisterung der Fans Paroli boten, verdiente höchsten Respekt. Natürlich drückten die Gäste aus dem Ruhrgebiet, schoss eifrig auf den von Felix Köllejan gehüteten Kasten, aber hoffnungslos hinterher lief die Truppe von Daniel Benske keinesfalls. „Wir hatten eine gute Ordnung auf dem Eis. Das kann natürlich nicht bei jedem Wechsel klappen, aber dafür besitzt Herne ja auch eine gewaltige Qualität“, sagte der hochzufriedene EHC-Coach. „Und bei uns fehlten, das darf man auch nicht vergessen, mit Dennis Schlicht und Kevin Wilson noch zwei Spieler, die ganz wichtig für uns sind.“
Obwohl aus diesem Grund nur sechs Verteidiger und neun Angreifer auf dem Spielberichtsbogen standen, hielt Neuwied die Partie vom Ergebnis her bis weit ins dritte Drittel hinein offen. Jamiesons ersten Streich egalisierte Philipp Kuhnekath (11.), das 2:1 durch den Nordamerikaner per Alleingang (20.) glich Thomas Zuravlev mit einem ebenso sehenswerten Solo aus (28.). Die Einheimischen fanden eine gute Mischung aus defensiver Stabilität und offensiven Nadelstichen, und so hatte der Gleichstand bis zur 48. Minute Bestand. Auch weil Felix Köllejans Fanghand die Schützen in Weiß und Grün zur Verzweiflung trieb. Dann verwandelte Dennis Arnold einen Abpraller zur erstmaligen Herner Führung, die Thomas Zuravlev in Überzahl (52.) und Cornelius Krämer (59.) zum Endstand ausbauten.

Neuwied: Köllejan – Hellmann, Schütz, Richter, Appelhans, Morys, Neumann – Fröhlich, Pering, Asbach, Jamieson, Müller, Brabec, Wasser, S. Schlicht, Etzel.
Herne: Schaffrath (Prillwitz) – Dörner, T. Schmitz, Bauermeister, Suchomer, Esch, Ackers, M. Schmitz – Kiedewicz, Hauptig, Marsall, Kuhnekath, Arnold, Spitzner, Thielsch, Schug, Fominych, Krämer, Zuravlev, Liesegang.
Schiedsrichter: Daniel Melcher.
Zuschauer: 365.
Strafminuten: 10:2.
Tore: 1:0 Michael Jamieson (Wasser) 8′, 1:1 Philipp Kuhnekath (Liesegang) 11′, 2:1 Michael Jamieson (Morys) 20′, 2:2 Thomas Zuravlev (Krämer) 28′, 2:3 Dennis Arnold 48′, 2:4 Thomas Zuravlev 52′, 2:5 Cornelius Krämer (Arnold) 59′.