Wiedersehen mit Arno Lörsch

Bei Lucas Leuschner ist am Sonntag der Knoten geplatzt. Der 20-jährige Angreifer erzielte gegen die EG Diez-Limburg seine ersten beiden Saisontore. Limburgs Konstantin Firsanov (im Hintergrund) fand's zum Schreien.

Bei Lucas Leuschner ist am Sonntag der Knoten geplatzt. Der 20-jährige Angreifer erzielte gegen die EG Diez-Limburg seine ersten beiden Saisontore. Limburgs Konstantin Firsanov (im Hintergrund) fand’s zum Schreien.

Eishockey-Regionalligist EHC „Die Bären“ 2016 hat Andenken ganz unterschiedlicher Natur an diesen Derbyabend am Diezer Heckenweg mitgebracht: drei weitere Punkte für das Ziel direkte Play-off-Qualifikation, noch einmal eine neue Portion Selbstvertrauen, aber auch schmerzhafte Erinnerungen. Einen blauen Fleck durch einen geblockten Schuss hier, eine Wunde durch einen zu hohen Stock da. „Ich gehe aber davon aus, dass am Wochenende alle wieder dabei sind“, sagt Neuwieds Trainer Jens Hergt. Das Wiedersehen mit vielen ehemaligen Neuwiedern, die jetzt für die EGDL spielen, ist dann Schnee von gestern, das nächste Ehemaligentreffen steht aber bereits vor der Tür. Am Freitagabend (Spielbeginn: 20 Uhr) kehrt Arno Lörsch als Trainer des EC Lauterbach zurück an seine alte Wirkungsstätte. „Auch das wird ein Prestigeduell“, sagt Hergt, der selbst noch unter Lörsch spielte, im Vorfeld des Heimspiels gegen die Luchse aus dem Vogelsbergkreis. Die zweite Aufgabe des ersten Dezemberwochenendes führt den EHC am Sonntag nach Dinslaken. Um 19 Uhr beginnt die Partie gegen die Kobras.
Der Tabellenvierte Neuwied (13 Spiele, 27 Punkte) trifft auf den Sechsten aus Lauterbach (14 Spiele, 25 Punkte) und den Siebten Dinslaken (14 Spiele, 21 Punkte) – das werden zwei Partien ganz im Zeichen des Kampfes um Rang sechs. „Hier kann sich bereits einiges herauskristallisieren. Wir brauchen aber weiterhin jeden Punkt“, unterstreicht Hergt, weil schon ein kleiner Durchhänger die gute Ausgangsposition schnell wieder relativieren kann.
Am Sonntagabend und am Montag durften die Spieler den 9:4-Derbysieg in Diez auskosten, bevor der Trainer die Vorbereitung auf die Saisonspiele Nummer 14 und 15 einläutete. „Wir müssen das in Diez Gezeigte bestätigen“, verlangt der gebürtige Berliner den gleichen Einsatz wie gegen die Rockets, als eine der offensivstärksten Reihen der Liga nicht nur von der Abwehr, sondern auch dem zurückarbeitenden Angriff sehr gut ausgeschaltet wurde. Genauso wie die EGDL, agiert auch Lauterbach sehr angriffsfreudig (76 Tore in 14 Spielen) und denkt erst sekundär an die Abwehr. „Sicher stehen, hart arbeiten und unseren Job machen.“ So stellt sich Hergt die taktische Ausrichtung vor, die vom Gastspiel an der Lahn keinen Zentimeter abweicht. Warum auch nach einem verdienten Sieg?
Neuwied hat zwar Vorsprung auf seine beiden nächsten Gegner, aber die laufen seit Wochen in der Erfolgsspur Schlittschuh. Lauterbach verließ letztmals am 23. Oktober in Soest das Eis ohne Punkte, obwohl Arno Lörsch jüngst nur ein Rumpfteam zur Verfügung stand. Zahlreiche Leistungsträger fielen aus, unter anderem der kanadische Torjäger Kenny Matheson. Inzwischen hat sich die Personalmisere jedoch wieder gelegt. Dinslaken holte zuletzt 13 von 15 möglichen Punkten. Der 4:3-Erfolg nach Penaltyschießen bei Meister Ratingen am Sonntag warnt die Neuwieder genauso wie das Hinspiel am Rhein, das sie nach 0:3-Rückstand noch mit 4:3 für sich entschieden. „Dinslaken wird in diesem Sechs-Punkte-Spiel um Platz sechs seine Serie fortsetzen wollen“, erwartet Hergt in der Schlangengrube ein weiteres Stück harte Arbeit. Der Erfolg der Kobras scheint auch eng mit Krystian Sikorski zusammenzuhängen. Seit vier Partien ist er als Trainer für die Mannschaft verantwortlich, Die Kobras verließen das Eis unter Sikorski bislang immer als Sieger. Aber irgendwann endet jede Serie. Neuwied will am Sonntag dafür sorgen.