Volle Kraft voraus für Platz zwei

Die EHC-Abwehr um Karl Neubert (rechts) muss gegen die brandgefährliche Herforder Offensive um Killian Hutt hochkonzentriert auftreten.


Platz zwei, drei oder vier? Lippe-Hockey Hamm, die Dinslakener Kobras, die Soester EG, die Lauterbacher Luchse oder der Neusser EV? Zwei Spieltage vor dem Ende der Hauptrunde in der Eishockey-Regionalliga West gibt es für den EHC „Die Bären“ 2016 hinsichtlich des bevorstehenden Play-off-Viertelfinales noch viele mögliche Szenarien, was Ausgangsposition und Gegner angeht. Wochenlang, monatelang haben alle Beteiligten die Ausgeglichenheit der Liga gepredigt, und jetzt kurz vor der Endabrechnung bestätigt sich diese Einschätzung noch immer. Mit dem Herforder EV, den Neuwieder Bären und den Ratinger Ice Aliens liegen der Tabellenzweite, -dritte und -vierte nach Punkten gleichauf. Aufgrund des besten Torverhältnisses hat Herford aktuell die Nase vorne im spannenden Dreikampf um die inoffizielle Hauptrunden-Vizemeisterschaft hinter der EG Diez-Limburg. Trotzdem hat der EHC noch alles in den eigenen Händen, weil der HEV am Sonntag zum finalen Showdown am Rhein zu Gast ist. Wenn die Bären ihre beiden Heimspiele gegen Dinslaken (Freitag, 20 Uhr) und Herford (Sonntag, 19 Uhr) für sich entschieden, werden sie als Zweiter in die K.o.-Phase einziehen. „Wir werden nicht taktieren. Unser Ziel sind zwei Siege und damit der zweite Platz – für die Euphorie vor den Play-offs, für unsere Fans, für den Hexenkessel Icehouse“, sagt EHC-Trainer Daniel Benske. „Am Freitag sehe ich uns in der Favoritenrolle, aber Dinslaken ist eine unangenehme Mannschaft, der wir natürlich den Respekt entgegenbringen, den jeder Gegner verdient. Gegen Herford erwartet uns dann ein Topspiel. Da kommt es darauf an, wer flexibler ausgerichtet ist, wer weniger Fehler macht und wer etwas spritziger ist.“ Was den letzten Aspekt angeht, haben die Bären sicherlich keine schlechten Karten. Sie hatten am Fastnachtswochenende frei und gehen „mit voller Kraft voraus“ (Benske) die letzten 120 Hauptrunden-Minuten an. „Um noch einmal etwas abschalten zu können, war das sicherlich gut, andererseits hätte ich auch mit zumindest einem Spiel leben können, um den Rhythmus zu halten“, betrachtet der Trainer beide Seiten der Medaille.
Dinslaken hat mit dem Erreichen der Play-offs – und das nach nur einem Sieg aus den ersten 13 Partien – sein Hauptziel der Saison bereits erreicht. „Alles, was jetzt kommt, wollen wir genießen“, kündigt Trainer Krystian Sikorski an. Für das Gastspiel in Neuwied haben die Kobras aber noch eine Mission im Kopf: Sie können mit einem Sieg über die Bären die fünfte Mannschaft der Liga neben Diez-Limburg, Herford, Ratingen und Hamm werden, die jeden Gegner mindestens einmal geschlagen hat.
Herford verlor seit dem Jahreswechsel sechs von neun Begegnungen, hat vor dem Ende der Wechselfrist Ende Januar aber mit großem Tatendrang auf dem Transfermarkt agiert. Verteidiger Aric Schinke kam aus Zweibrücken zurück, Keeper Tim Marco Stenger wechselte von Ligakonkurrent Lauterbach zu den Ice Dragons, Maurice Pascal Becker wurde aus Soest geholt und Ben Skinner, Bruder von NHL-Star Jeff Skinner (bester NHL-Rookie der Saison 2010/11), soll den nach Schweden gewechselten Torjäger Ross John Reed ersetzen. „Ein super Team, da werden Kleinigkeiten entscheiden“, ist sich Benske sicher.