Sting: Die einstige Schwäche zur Stärke gemacht

René Sting bleibt weiterhin für den EHC am Puck.

Barack Obama wird zum US-Präsidenten gewählt, in deutschen Gaststätten tritt das Rauchverbot in Kraft, die deutsche Fußballnationalmannschaft verliert das EM-Endspiel gegen Spanien – lange ist’s her. Im kommenden Jahr bereits eine Dekade. Genauso lange wartet René Sting darauf, als Spieler zu beitragen zu können, dass sein Team eine Meisterschaft gewinnt. Am 15. März 2008 holt sich die Jugendmannschaft der Iserlohn Roosters durch einen Sieg beim EV Regensburg die deutsche Meisterschaft. Sting ist 16 Jahre alt, kommt in 33 Saisonspielen auf 73 Scorerpunkte. Ja, da war zwar der Regionalliga-Titelgewinn mit den Neuwieder Bären in der Saison 2013/14. Aber damals fehlte Sting verletzungsbedingt. „Jetzt wäre es wieder an der Zeit, eine Meisterschaft selbst auf dem Eis zu erleben. Vor allem sehnen sich auch die Neuwieder Fans danach“, sagt der gebürtige Siegener. Dafür hat er seinen Vertrag bei den Bären verlängert. Es wird bereits die vierte Saison am Rhein nach 2012/13, 2013/14 und 2016/17 für den Angreifer, der 2012 vom EHC Netphen kam. In den beiden Oberliga-Jahren dazwischen musste er aufgrund der schweren Knieverletzung eine Zwangspause einlegen. „Die Geschichte mit der Patellasehne hat lange gedauert“, erinnert sich der Angreifer, der die Rückkehr aufs Eis kaum abwarten konnte. In der Saisonvorbereitung hielt das Knie, auch in den Spielen merkte er, dass „alles genauso wie früher“ war. „Für uns war es insgesamt eine gute Saison mit dem zweiten Hauptrundenplatz. Aber es wäre in den Play-offs sicherlich mehr drin gewesen als das Viertelfinale“, lässt Sting seine Comeback-Saison in Trikot des EHC „Die Bären“ 2016 Revue passieren. Um im nächsten Jahr mehr als das Viertelfinale zu erreichen, hat die Arbeit an den konditionellen Grundlagen bereits begonnen. Sting: „Ich will mit unserer Mannschaft mindestens ins Halbfinale. Und dann schauen wir weiter.“
Sting arbeitet bei jedem Wechsel auf dem Eis hart für den Erfolg des Teams, ist kein Spieler, der auf seine persönliche Statistik schaut. „Meine Aufgabe ist es bei jedem Einsatz dafür zu fighten, dass wir kein Gegentor kassieren“, erklärt er, wofür Trainer Jens Hergt den 25-Jährigen einplant.
Nicht immer war René Sting der Spielertyp, bei dem defensive Sicherheit an erster Stelle steht. „Früher war die Abwehrarbeit eher meine Schwäche. Die habe ich mir mit dem Sprung vom Jugend- in den Erwachsenenbereich erarbeitet. Im Nachwuchs kannst du nach vorne rennen, bei den Senioren wird das hingegen vom Gegner eiskalt ausgenutzt“, erzählt er. Nach vorne zu rennen, das war auch Stings Ding zu Iserlohner Zeiten mit teilweise über zwei Punkten im Schnitt pro Spiel und schließlich der Meisterschaft, die zehn Jahre zurückliegt, wenn im Frühjahr 2018 die Regionalliga-Play-offs beginnen. Dann würde René Sting das Warten auf einen Titel gerne beenden. Für sich selbst, für die Mannschaft und für die Bären-Fans.