Neuwieder Bären fahren als Tabellenführer nach Soest

Morgan Reiner erzielte gegen Dinslaken sein erstes Pflichtspieltor für die Bären. Es war ein wichtiger Bestandteil der fulminanten Aufholjagd.

Wenn es läuft, dann läuft es einfach. Dann enden auch Spiele einmal siegreich, in denen es lange Zeit gar nicht danach aussieht. Schauplatz: Icehouse Neuwied am vergangenen Sonntag. Zeugen: gut 700 Zuschauer, bis auf wenige Ausnahmen für den EHC „Die Bären“ 2016. „Im Eishockey sind schon viele verrückte Sachen passiert“, sagte Trainer Jens Hergt im Anschluss an den 4:3-Sieg seines Teams über Dinslaken, nachdem es bis zur 42. Minute noch mit 0:3 zurückgelegen hatte. Und die Bären verlängerten die Reihe der Kuriositäten in der schnellsten Mannschaftssportart der Welt um ein weiteres Kapitel. Nicht, dass sie die Kobras besiegten, sondern die Art und Weise machte diesen Abend so verrückt. Noch eine andere Liste wurde länger: die der besiegten Gegner. Die Deichstädter feierten in ihrem vierten Saisonspiel der Regionalliga West den vierten Sieg, sodass sie mit der maximal möglichen Punktzahl von zwölf Zählern als Tabellenführer ins vierte Saisonwochenende gehen. Dieses umfasst diesmal nur eine Partie. Am Sonntag ab 19 Uhr gastiert der Spitzenreiter bei der Soester EG. Ein Gegner, den Trainer Jens Hergt ähnlich charakterisiert wie die am Sonntag besiegten Dinslakener: „Soest ist eine unbequeme Mannschaft, die genauso wie die Halle dort ihre Eigenheiten hat. Ich erinnere mich an eigene enge Spiele zu meiner aktiven Zeit.“
Wie der Leistungsstand der Bördeindianer in dieser Saison einzuschätzen ist, fällt noch schwer zu beurteilen. Soest hat erst zwei Partien bestritten, dabei zwar die Bad Nauheimer 1b-Mannschaft mit 6:1 geschlagen, gegen Herford aber auch mit 4:7 verloren. „Wir müssen auf jeden Fall 60 Minuten lang konzentriert spielen. Soest hat eine gute Mannschaft, und zum Beispiel mit Igor Furda einen Spieler, der in den vergangenen Jahren ohne Ende Tore geschossen und vorbereitet hat“, weiß Hergt, auf wen es besonders zu achten gilt. Der 39-jährige Deutsch-Tscheche wechselte im Sommer aus Hamm nach Soest. Für die Eisbären kam er in der Saison 2015/16 in 41 Partien auf 74 Scorerpunkte. Furda ist ein Mann mit Neuwied-Vergangenheit. Vor anderthalb Jahrzehnten absolvierte er 15 Partien für den SC Mittelrhein gemeinsam unter anderem mit Jens Hergt, Marc Blumenhofen und Andreas Halfmann. Bislang hat Furda die Produktion noch nicht in gewohnter Manier aufgenommen. Er steht bisher bei einem Assist. Dafür hat ein anderer Soester Neuzugang schon eifrig gepunktet. Der Kanadier Adam Klein erzielte bereits fünf Treffer und rangiert damit nur hinter einem Landsmann: Rylee Orr vom EHC. Der 26-Jährige hat am Rhein bislang voll eingeschlagen. „Rylee hat sich gut eingelebt und fühlt sich wohl hier. Mit neun Punkten nach vier Spielen ist er nach Felix Köbele der Topscorer der Liga. Das ist genau das, was wir uns von unserem Importstürmer erwartet haben. Jetzt heißt es einfach konstant bleiben und zeigen, dass er der beste Import der Liga ist“, zeigt sich EHC-Teammanager Carsten Billigmann begeistert vom Neuzugang. Aber auch die anderen Reihen können treffen. Gegen Dinslaken hat sich jede Formation in die Torschützenliste eingetragen. Und ein wenig Variabilität kann ja nie schaden.