Mit Teamgeist und Rückendeckung ins Doppel-Heimspiel

„Am Wochenende kommt es auf jeden einzelnen an“, sagt EHC-Manager und -Interimstrainer Carsten Billigmann und meint damit sowohl die Mannschaft als auch die Neuwieder Fans.

Drei Punkte brachte der EHC „Die Bären“ 2016 am Sonntagabend vom Auswärtsspiel bei der Soester EG (5:4) mit – und unzählige blaue Flecken. „Christian Neumann zum Beispiel hat sich in einem Wechsel glaube ich in fünf Schüsse reingeschmissen. Das waren Teamgeist und Kampfkraft“, erinnert sich Carsten Billigmann, der nach einer ereignisreichen Woche mit dem Rücktritt von Jens Hergt als Trainer am Montag in Neuwied zusätzlich zu seiner Managerfunktion die Mannschaft jetzt übergangsweise auch als Coach betreut und dabei von Verteidiger-Urgestein Andreas Halfmann Unterstützung erfährt. „Teamgeist, auf den es jetzt ankommt. Und vor allem braucht die Mannschaft auch weiterhin die Hilfe und Unterstützung der Fans“, appelliert er. Diese Rückendeckung für ihr Team können und sollen die EHC-Anhänger an diesem Wochenende zweimal demonstrieren. Die Bären stehen nämlich vor einem Doppel-Heimspiel im Icehouse gegen die Dinslakener Kobras am Freitagabend ab 20 Uhr und den Herforder EV am Sonntag ab 19 Uhr. Seit der Trainingseinheit am Dienstagabend bereiten Billigmann und Halfmann die Bären auf diese beiden Aufgaben vor – mit durchweg positiven Eindrücken: „Natürlich saß der Schock am Wochenende mit dem schwarzen Freitag und Jens‘ Rücktritt am Montag tief. Aber nach sehr guten, ausführlichen Gesprächen mit dem Mannschaftsrat am Montagabend und dem kompletten Team am Dienstag vor dem Training blicken wir guter Dinge nach vorne. Diese Woche mit großen Herausforderungen hat uns gezeigt, dass weiterhin alle an einem Strang ziehen, zusammenhalten und mit voller Kraft vorausschauen“, gibt Billigmann einen Einblick ins EHC-Innenleben. „Auf dem Eis müssen müssen wir jetzt an den leidenschaftlichen Auftritt in Soest anknüpfen“, nennt der Interimstrainer die Grundvoraussetzung, um wieder Tabellenplatz zwei anzugreifen. Das ist möglich, da die einen Punkt besseren Ratinger nur einmal auf dem Eis stehen.
Dinslaken zählt wie Lauterbach und Soest zu den Mannschaften, die unter sich die letzten Play-off-Plätze ausmachen dürften. Die jüngsten Begegnungen haben gezeigt, dass sich die Kobras im Aufwärtstrend befinden. „Wir haben dort in dieser Saison im Penaltyschießen gewonnen, und mit den beiden Siegen über Diez-Limburg sowie Neuss haben sie gezeigt, dass das ein schwieriger Gegner ist, der in die Spur gefunden hat“, warnt Billigmann vor den Giftschlangen, bei denen mit Marvin Haedelt ein ehemaliger Neuwieder im Tor steht. „Wir haben am Freitag und am Sonntag sehr gut gespielt. Das waren wichtige Punkte für uns“, freute sich Trainer Krystian Sikorski.
Platz zwei ist für die Bären am Sonntagabend in der Tabelle möglich, an der Tabellenspitze wird sich jedoch nichts verändern können. Dafür haben die Herforder in den ersten beiden Monaten der Saison zu stark und vor allem kontinuierlich vorgelegt. Erst zweimal verloren die Ice Dragons, seit dem 15. Oktober (1:5 in Hamm) sind sie ungeschlagen. „Das wird ein Knallerspiel, in dem es auf jeden einzelnen ankommt – Spieler sowie Fans“, hofft Billigmann, dass seine Bären diejenigen sein können, die den Siegeszug der Gäste beenden. Es ist eine bemerkenswerte Entwicklung, die Herford in den vergangenen zwölf Monaten schaffte. Über den Umweg Abstiegsrunde zog der HEV in die Play-offs ein, eliminierte dort die Bären und scheiterte im Halbfinale nur knapp am späteren Vizemeister Ratingen. „Das ist ein Team, das super harmoniert“, weiß Billigmann. Vor allem das kongeniale kanadische Duo Killian Hutt/Ross John Reed ist kaum zu bändigen. Auf Seiten der Neuwieder musste US-Boy Michael Jamieson zu Wochenbeginn eine kurze Zwangspause einlegen (Leistenzerrung), aber zu den Spielen ist mit ihm wieder zu rechnen. Es kommt eben auf jeden einzelnen an.