Hypothek aus dem ersten Drittel ist zu groß

Dreieinhalb Stunden im Bus auf dem Weg nach Hamm – das musst du erst einmal aus den Beinen schütteln. 20 Minuten Warm-up reichen da nicht immer aus, um den Motor hochzufahren. Carsten Billigmann wollte am Freitagabend wahrlich keine Ausreden für die 2:4-Niederlage beim Meister suchen, aber die beschwerliche Anreise wirkte sich mit Sicherheit auch auf das Ergebnis aus. „Wir haben im ersten Drittel nicht richtig reingefunden, waren bei den Gegentoren nicht dicht genug am Mann“, monierte der Manager und Interimstrainer des EHC „Die Bären“ 2016. Drei Gegentore waren es, die die Neuwieder zunächst deutlich ins Hintertreffen brachten. Robin Loecke (13.), Marvin Cohut (18.) und Dustin Demuth (19.) verschafften den Gastgebern vor 404 Zuschauern einen Vorteil, der nicht von Pappe war.
Noch lange kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen für die Bären, die im zweiten Abschnitt endgültig in der Begegnung angekommen waren und mit Vollgas versuchten, die Hypothek gutzumachen. Anstatt zu verkürzen, musste der EHC nach 27 Minuten jedoch einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Ein abgefälschter Schuss von Hamms Tschechen Martin Benes landete hinter Felix Köllejan im Netz. Als „ärgerlichen, ganz unglücklichen Gegentreffer“ bezeichnete Billigmann das 4:0. Als Sven Schlicht sieben Minuten später wegen eines Kniechecks eine Spieldauerdisziplinarstrafe erhielt und die damit einhergehende eine Fünf-Minute-Strafe auf der Stadionuhr auftauchte, gaben nicht mehr viele einen Pfifferling auf die Deichstädter. Dafür aber sie selbst. Neuwied machte in Unterzahl einen klasse Job, konzentrierte sich nicht nur aufs Verteidigen, sondern traute sich auch erfolgreich nach vorne. In der 37. Minute zum Beispiel: Martin Brabec dürkcte die Scheibe zum 4:1 über die Linie. Kurz danach musste auch Hamms Robin Loecke auf die Strafbank, und mit mehr Platz auf dem Eis warf der EHC mit Brabec sowie Stephan Fröhlich den Kreisel an. Der Kapitän war es schließlich auch, der das 4:2 herbeiführte. Neue Hoffnung fürs dritte Drittel. „Wir waren am Drücker, hatten die Möglichkeiten, das Ergebnis zu biegen, aber Hamm verwaltete das Ergebnis sehr solide“, beschrieb Billigmann die letzten 20 Minuten.
Von der Einstellung her ließen die Bären beim Titelverteidiger wie schon am vergangenen Sonntag gegen Tabellenführer Herford keine Wünsche offen. Billigmann: „Wir haben erneut gegen ein Top-Team kämpferisch überzeugt. Jetzt wollen wir am Sonntag im Heimspiel gegen die EG Diez-Limburg den Kampf auch mit dem Lohn von drei Punkten verbinden.“

Hamm:
Dräger (May) – Hoppe, Pietzko, Schäfer, Köchling, Hemeier, Ortwein, Kuchnia, Spacek – Demuth, Ehlert, Trapp, Cohut, Benes, Weißleder, Kuntu-Blankson, Kraft, Loecke.
Neuwied: Köllejan (Schaffrath) – Hellmann, Schütz, Neubert, D. Schlicht, Dieser, Neumann – Fröhlich, S. Asbach, Kley, Jamieson, Müller, Brabec, B. Asbach, Herbel, S. Schlicht, Etzel, Hamann, Schug.
Schiedsrichterin: Ramona Weiss.
Zuschauer: 414.
Strafminuten: 8 : 11 + Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Sven Schlicht.
Tore: 1:0 Robin Loecke (Weißleder, Benes) 13‘, 2:0 Marvin Cohut (Trapp, Ehlert) 18‘, 3:0 Dustin Demuth (Kraft, Kuntu-Blankson) 19‘, 4:0 Martin Benes (Weißleder, Spacek) 28‘, 4:1 Martin Brabec (Fröhlich, D. Schlicht) 37‘, 4:2 Stephan Fröhlich (Jamieson, Schütz) 40‘.