Historischer Sieg und Torfestival: Perfekter Viertelfinal-Start

Bären auf Beutezug: Neun Tore erzielte der EHC im ersten Viertelfinalspiel gegen Dinslaken – so viele wie in noch keinem Heimspiel zuvor in dieser Saison.

Du kannst ein Spiel irgendwie gewinnen oder es für dich entscheiden, weil es das Ergebnis aus vielen Puzzleteilen ist. „Wir wollten alles gewinnen: die Zweikämpfe, die Laufduelle, mehr Torabschlüsse abgeben, in der eigenen Verteidigungszone überlegen sein“, erzählte Trainer Daniel Benske von seinem Plan für das erste Play-off-Viertelfinale des EHC „Die Bären“ 2016 gegen die Kobras aus Dinslaken. Wer das alles umsetzt, verlässt als logische Konsequenz dann auch das Eis als Sieger. Als deutlicher Sieger. Nach vier knappen Hauptrundenpartien zwischen den Neuwiedern und den Giftschlangen starteten die Deichstädter am Freitagabend mit einem 9:3-Kantersieg in die K.o.-Runde. Die begann 45 Minuten später als geplant, weil die Mannschaft von Krisztian Sikorski auf der Anreise den Zeitplan außer Kraft setzte. So viele Bären-Treffer hatten die Fans in dieser Saison in noch keinem Heimspiel gesehen. „Wir haben auch in der Höhe verdient gewonnen, weil wir dominierend waren“, freute sich Benske über eine sehr gute Leistung.
Die Gastgeber feierten fast schon einen historisch anmutenden Erfolg. Seit einer halben Ewigkeit war keine Play-off-Partie mehr an den EHC gegangen. Der verschaffte sich durch zwei Powerplaytore, die gleich die ersten beiden Überzahlsituationen vorzeitig von der Uhr nahmen, eine verdiente Führung. Moritz Schug (6.) und Stephan Fröhlich (17.) legten vor, Deion Müller erhöhte auf 3:0 (19.). Dinslaken nutzte eine kleine Neuwieder Unachtsamkeit zum 3:1, als Philipp Heffler nach einem Angriff über die linke Seite in die kurze Ecke traf (20.). Nur sieben Sekunden war die Pause zu diesem Zeitpunkt entfernt. Ärgerlich zwar, aber kein Beinbruch. Die Bären blieben spielbestimmend, auch wenn das torlose Mitteldrittel weniger Höhepunkte bot. Aber auch ein Spiel mit defensiver Kontrolle im Griff haben zu können, ist eine Qualität, auf die es in den Playoffs ankommt.
Dass es das mit Abstand deutlichste Ergebnis im bisherigen Saisonverlauf zwischen Neuwied und Dinslaken wurde, lag am letzten Drittel, in dem die Einheimischen im Angriff sich selbst berauschten. Binnen 32 Sekunden trafen Michael Jamieson, Stephan Fröhlich und Patrik Morys zum 6:1. Vor 832 Zuschauern ging es nun Schlag auf Schlag. Dinslaken deutete aber auch seine bekannte Konterstärke an, zum Beispiel mit Gian Carlo Schöche Alleingang zum 6:2 (45.). „Wir haben große Präsenz gezeigt und bewiesen, dass wir unsere Vorhaben umsetzen können“, kommentierte Benske, dessen Team noch lange nicht genug hatte. Michael Jamieson (52.) und Sven Schlicht (53.) schraubten Ergebnis und Powerplay-Quote des EHC weiter nach oben. Bei neun Treffern machte der Hauptrunden-Dritte Schluss. Frederic Hellmann ließ Marvin Frenzel aussteigen und schob ein 9:2 (56.). Ein Überzahl-Treffer war auch Dinslaken vorbehalten: Mark Alexander Essery betrieb in der 58. Minute noch ein wenig Ergebniskosmetik für sein Team.
„Ich bin sehr zufrieden mit der Mannschaft, aber wir wissen auch, dass am Sonntag in Dinslaken alles wieder von null losgeht“, mahnte Daniel Benske zur Vorsicht.

Neuwied: Köllejan (Schaffrath) – Pering, Hellmann, D. Schlicht, Wichterich, Morys, Neumann – Fröhlich, S. Asbach, Kley, Jamieson, Müller, Hohmann, Brabec, Herbel, S. Schlicht, Schug.
Dinslaken: Frenzel (Zerbe) – Linda, Hüsken, Hofschen, Linse, Giesen, Tsvetkov – Heffler, Menzel, Essery, Dreyer, Spazier, Tanke, Plichta, Brinkmann, Schöche.
Schiedsrichter: Jan Breckenfelder.
Zuschauer: 832.
Strafminuten: 26 + Disziplinarstrafe gegen Pering : 20.
Tore: 1:0 Moritz Schug (D. Schlicht, Fröhlich) 6‘, 2:0 Stephan Fröhlich (Schug, Brabec) 17‘, 3:0 Deion Müller (D. Schlicht) 19‘, 3:1 Philipp Heffler (Brinkmann) 20‘, 4:1 Michael Jamieson (S. Schlicht) 42‘, 5:1 Stephan Fröhlich (Schug, Hohmann) 42‘, 6:1 Patrik Morys (D. Schlicht, Müller) 43‘, 6:2 Gian Carlo Schöche (Spazier) 45‘, 7:2 Michael Jamieson (D. Schlicht, Fröhlich) 52‘, 8:2 Sven Schlicht (D. Schlicht, Schug) 53‘, 9:2 Frederic Hellmann (Jamieson, Fröhlich) 56‘, 9:3 Mark Alexander Essery (Plichta, Giesen) 58‘.