Hart spielen, aber Emotionen zügeln

Werden sicherlich so manchem Zweikampf aufeinandertreffen: Neuwieds Dennis Schlicht (links) und EGDL-Liga-Topscorer Martin Brabec.

Werden sicherlich in so manchem Zweikampf aufeinandertreffen: Neuwieds Dennis Schlicht (links) und EGDL-Liga-Topscorer Martin Brabec.

Die Erinnerungen sind noch ganz frisch. Erinnerungen an diese Wende nach dem 0:2-Rückstand, an dieses riesige „Derbysieger“-Plakat der Fans und an den Jubel nach dem 9:4-Sieg am Diezer Heckenweg, der weit über das normale Maß hinausging. Neun Tage nach dem Hinspiel treffen sich der EHC „Die Bären“ 2016 und die EG Diez-Limburg am Dienstagabend im Neuwieder Icehouse ab 20 Uhr bereits wieder zu einer Begegnung, die in jeder Pore voller Prestige und Brisanz steckt.
Anfang Dezember bricht in der Eishockey-Regionalliga West die Zeit an, in der man schon einmal rechnen und die Tabelle genauer betrachten darf. Sowohl die Bären als auch die Rockets von der Lahn können nach rund zwei Dritteln der Hauptrunde als Vierter (30 Punkte aus 15 Spielen) beziehungsweise Dritter (31 Punkte aus 16 Spielen) guter Dinge sein, die Play-offs auf direktem Weg zu erreichen. „Nach den Siegen gegen Diez und Lauterbach befinden wir uns auf einem guten Weg“, sagt EHC-Coach Jens Hergt. Auch die 1:4-Niederlage am Sonntag in Dinslaken hat an dieser Einschätzung nicht viel geändert („Mund abwischen und gegen Diez die richtige Antwort finden“). Sein EGDL-Kollege Anton Weißgerber rechnete nach der Niederlage gegen die Bären vor: „Wir brauchen wahrscheinlich noch vier Siege, um unser Ziel zu erreichen, in die Play-offs zu kommen.“ Den ersten davon hat der Regionalliga-Aufsteiger am Freitag gegen die Bördeindianer aus Soest (9:0) eingesammelt, Nummer zwei haben sie sich für den Besuch in der Deichstadt auf die Fahnen geschrieben. „Die Diezer werden sich mit aller Macht revanchieren wollen für die Hinspielniederlage“, ist sich Hergt sicher.
Neuwied gegen Diez-Limburg – da geht es um mehr als drei Punkte. Das war schon vor anderthalb Wochen unübersehbar. „Dises Spiel war viel härter als andere. Beide Teams haben fast jeden Check zu Ende gefahren – so, wie das bei einem Derby sein sollte“, erinnert sich EHC-Schlussmann Felix Köllejan. „Und am Dienstag wird es sicherlich ähnlich hart und umkämpft. Da sich beide Mannschaften untereinander gut kennen, erwarten wir ein Spiel auf Augenhöhe“, will Verteidiger Christian Neumann den 9:4-Erfolg aus dem ersten Vergleich nicht überbewerten. Er ist sich sicher: „Mit unseren fantastischen Fans im Rücken werden wir wieder Derbysieger. Ich freue mich total auf die Atmosphäre, die in Diez schon absolut weltklasse war und viele Gänsehautmomente beschert hat.“
Im nun anstehenden richtigen Heimspiel, in dem Willi Hamann aufgrund der Vereinbarung zwischen beiden Teams im Zuge seines Frontenwechsels als Zuschauer hinter der Bande steht, wissen die Bären genau, wo sie ansetzen müssen. „Wenn wir wie in Diez die erste Reihe kaltstellen, stehen unsere Chancen sehr gut“, glaubt Neumann. „Wir müssen vor allem wieder hart spielen und ein unangenehmer Gegner sein. Allerdings dürfen wir in diesem besonderen Spiel nicht zu emotional werden, sondern müssen Ruhe bewahren und einfach unser Spiel spielen“, so Köllejans Vorstellung.
Diese erste Reihe der EGDL besteht aus dem Tschechen Martin Brabec, mit 25 Toren und 21 Assists bester Punktesammler der Regionalliga West, und seinen Nebenleuten, gegen Neuwied waren das Konstantin Firsanov und Matt Fischer. Hinter Brabec stehen in Person von Routinier Andrej Teljukin sowie Fischer zwei weitere EGDL-Spieler unter den Top-Fünf der Scorerwertung. Beeindruckende Werte, aber die Rockets sind auch sehr abhängig von ihnen. An 77 von 89 Treffern (!) war (mindestens) ein Spieler aus dem Trio beteiligt.