Hamann freut sich auf das Neuwied-Gefühl

Die Saison 2016/17 ist aufgrund der Hängepartie in Verbindung mit seiner Rückkehr nach Neuwied nicht spurlos vorbeigegangen an Willi Hamann. Jetzt will er mit einem Neustart wieder richtig angreifen.

„Er saß in den selben Räumlichkeiten, um die Schlittschuhe zu schnüren und sich die Ausrüstung anzuziehen, aber die Leute, die neben Willi Hamann saßen, waren größtenteils andere. Eishockey kann manchmal ein schnelllebiges Geschäft sein, und so blickte Willi Hamann Ende 2016 in der Neuwieder Mannschaftskabine zunächst einmal in die Gesichter vieler Leute, die er zwar kannte, aber mit denen er zuvor noch nicht viel Kontakt hatte. Es waren noch drei, vier dabei, die schon früher zu seinen Teamkollegen gehörten. Früher, das war vor dem knapp anderthalbjährigen Gastspiel bei der EG Diez-Limburg, von der Hamann im November 2016 zum EHC „Die Bären“ 2016 zurückkehrte. „Aber auch wegen Trainer Jens Hergt und Manager Carsten Billigmann hatte es schnell wieder etwas von damals. Ich fühlte mich direkt wieder daheim“, sagt der Angreifer über seine Rückkehr nach Neuwied als „Nachverpflichtung“. Voran ging Hamann auch als Neuling von Anfang an und führte die junge Mannschaft als einer der Leitwölfe. „Mit meiner Erfahrung bin ich nicht in der Rolle eines Spielers, der sich in der Ecke verkriecht“, beschreibt er seine Stellung im Team. Das Team, dem der 30-Jährige auch in der Spielzeit 2017/18 treu bleibt. „Eishockey zu spielen, bedeutet für mich, in Neuwied zu spielen. Es stand außer Frage, dass ich hier bleibe“, erklärt er. 19 Partien hat Hamann seit seinem Comeback für den EHC seit November bestritten (zwölf Scorerpunkte), es hätten mehr sein können, weil sich die Begleiterscheinungen des Transfers mit der Passfreigabe lange hinzogen. „Es war kein einfaches Jahr für mich, auch weil ich zweieinhalb Monate lang pausiert habe. Das ist nicht spurlos an mir vorbeigegangen“, schildert der Stürmer. Deshalb spricht Hamann in diesem Sommer von einem bevorstehenden „Neustart“. Schon zu Beginn einer Saison Teil der Mannschaft zu sein, ist etwas Anderes als im Laufe der Runde dazuzukommen, auch wenn man super aufgenommen wird. Sein Ziel: „Wir haben sicherlich nicht schlecht gespielt, können uns aber noch steigern. Das erwarte ich auch von mir selbst.“ Nicht nur, was sich selbst angeht, nimmt Hamann das Wort „Neustart“ in den Mund. Das gelte ein Jahr nach der Insolvenz irgendwie auch für den gesamten Verein. „Auch die Fans mussten zunächst einmal die Oberliga-Euphorie hinter sich lassen. Deshalb ist es toll, dass unsere Zuschauer weiterhin mit derart viel Begeisterung hinter dem Team stehen und so zahlreich zu unseren Spielen kommen. Inzwischen haben sie die Regionalliga akzeptiert. Sie haben gesehen, dass in dieser Klasse gutes Eishockey gespielt wird, und dass sie mit den Zeiten von vor vier, fünf Jahren nicht mehr viel zu tun hat, als zwei Mannschaften voranmarschierten und der Rest leistungsmäßig deutlich abfiel.“ Auch deshalb freut sich Willi Hamann, wenn es nach der ersten Vorbereitungsphase sowie den Sommerferien endlich in die heiße Phase geht und sein persönlicher „Neustart“ näher rückt.
Den EHC sieht der Linksschütze auf einem guten Weg. „Es wird eine vernünftige Linie gefahren. Wir sind in Neuwied nicht das Hollywood der Regionalliga. Das beherzigt der gesamte Vorstand. Wobei es das Drumherum inklusive Fanunterstützung auf dieser Ebene im deutschen Eishockey mit ein paar Ausnahmen in der Bayernliga vielleicht nirgendwo anders noch einmal gibt. Das ist das Neuwied-Gefühl, und ich freue mich darauf, dieses jetzt wieder vom Beginn einer Saison an miterleben zu dürfen.“