Ganz Neuwied ist happy wegen „Happy“

Auf eine weitere Saison: EHC-Manager Carsten Billigmann (links) und sein Kapitän Stephan Fröhlich, der in seine dritte Spielzeit beim EHC geht.

Es gibt diese Personalmeldungen, die einen nach Bekanntwerden wie ferngesteuert auf direktem Weg zum Kalender schweben lassen. Weil jetzt erst recht das Verlangen entsteht, nachzuzählen wie viele Tage es noch sind, bis es endlich wieder losgeht. Weil man sich so besonders darauf freut, diesen einen Spieler wieder in Aktion zu sehen. Weil es sich toll anfühlt, dass er mindestens ein weiteres Jahr das Trikot der Mannschaft trägt, für die das Herz pocht. Der EHC „Die Bären“ 2016 hat nun eine solche Personalnachricht zu verkünden: Stephan Fröhlich geht beim Eishockey-Regionalligisten in seine dritte Spielzeit. Diejenigen, die in der Deichstadt und Umgebung für ihre Kufencracks fiebern – und davon gibt es viele – reagieren euphorisch auf die Facebook-Ankündigung der Vertragsverlängerung. Diese sammelt innerhalb von noch nicht einmal zwei Stunden über 150 Likes und unzählige begeisterte Reaktionen: „Mega Nachricht. Kann man ihm garnicht hoch genug anrechnen!“, „Die Nachricht macht mich fröhlich. Was jetzt noch kommt oder bleibt, ist Zugabe. Danke EHC und vor allem, danke, Stephan“, „Kracher Nummer eins der versprochenen Verstärkungen. Dankeschön!!!!“, heißt es im sozialen Netzwerk.
Es ist einer von 17 Eishockey-Abenden der Saison 2016/17 im Neuwieder Icehouse. Warm-up-Zeit für die Bären und die Dortmunder Eisadler, die diesmal zu Gast sind. Wir lassen den Blick durch die Halle schweifen: die Stimmung passt, die Ränge sind gut besucht und dann bleiben die Augen auf einmal in der Bandenecke auf Höhe des Bistros hängen, weil dort hinter dem Plexiglas das deutlich wird, was ein Spieler in bis dahin 55 Punktspielen für die Bären (45 in der Oberligasaison 2015/16, 10 in der darauffolgenden Regionalliga-Spielzeit) geschafft hat. Ein rotes Herz klebt hier, die Aufschrift: #3. Der Mann mit dieser Rückennummer hat nicht nur bei den EHC-Fans, die sich hier zugegebenermaßen gelungen gestalterisch betätigt haben, einen Platz im Herzen gefunden. Mit Toren, mit Führungsqualitäten, als Bären-Kapitän spielte er sich dort hinein. Stephan Fröhlich hat alles, was einen Leader ausmacht. „Er ist auf und neben dem Eis Gold wert für unser Team“, weiß EHC-Manager Carsten Billigmann ganz genau, was er an „Happy“, wie er in Mannschaftskreisen heißt, hat. 44 Punkte in 45 Oberligapartien verbuchte der Angreifer 2015/16, in der Regionalliga waren es noch einmal 22 mehr in zwölf Begegnungen weniger. „Stephan ist für mich der beste deutsche Spieler in der Regionalliga“, sagt Billigmann über seinen Topscorer und ist mit dieser Einschätzung bei weitem nicht der einzige.

Einen Spieler von Fröhlichs Klasse wollen viele Vereine in ihren Reihen haben, und zwar nicht nur Klubs aus der Regionalliga. „Mir lagen auch Angebote aus höheren Ligen vor“, erklärt der Linksschütze. Allen erteilte er eine Absage, um in Neuwied zu verlängern. „Es gibt für mich keinen Grund, die Bären zu verlassen. Das Sportliche passt, es macht in diesem Umfeld Spaß Eishockey zu spielen, hinzu kommt mein Studium hier.“ Fröhlich, Köbele, Orr – diese Reihe trieb den Neuwieder Gegnern den Angstschweiß auf die Stirn. „Für mich persönlich war es eine überragende Saison. Felix und ich haben uns nicht nur auf dem Eis super verstanden.“ Jetzt rückt voraussichtlich Martin Brabec an die Seite des Bären-Kapitäns. „Ich kenne Martin bislang nur aus den Partien gegen uns. Aber in da haben wir alle gemerkt, dass er ein super Spieler ist, und ich hoffe natürlich, dass wir genauso harmonieren wie Felix und ich“, sagt der der Neuwieder Publikumsliebling über den tschechischen Neuzugang, der von der EG Diez-Limburg kommt.
„Wenn man sich vor Augen führt, dass Stephan und Martin in der Saison 2016/17 zusammen 67 Tore geschossen haben, können wir getrost von einer bärenstarken ersten Reihe reden. Und wir werden ihnen einen Spieler an die Seite stellen, der ebenfalls zu den Topspielern der Liga zählen dürfte“, kündigt Manager Billigmann an und geht davon aus, dass dieser neue Paradesturm „nicht weniger produziert“ als der des zurückliegenden Jahres, in dem die Bären-Fans ihren „Happy“ endgültig so fest in ihr Herz geschlossen und ihm ihre eigene Torhymne komponierten. „Stephan, mach uns fröhlich. Stephan, mach uns fröhlich. Stephan, mach uns fröhlich, schieß ein Tor“, sangen sie im Icehouse voller Euphorie. Diese Zeilen wird es auch ab September wieder in der Bärenhöhle zu hören geben.