Es müllert wieder in Neuwied

Unnachgiebig im Zweikampf: Deion Müller (rechts) hatte in der Saison 2015/16 bereits eine Förderlizenz in Neuwied. Jetzt kehrt er mit einem festen Vertrag zurück zu den Bären.

Ein Blick aus dem Fenster: Kein Wölkchen am Himmel, die Sonne brennt, Temperaturen um die 30-Grad-Marke – da steht nicht jedem der Sinn nach Sommertraining. Wer sich bei dieser Hitze von Deion Müller sein Pensum vortragen lässt, nickt zwangsläufig vor Anerkennung: „Ich bin im Fußballverein angemeldet, bei dem ich dreimal in der Woche Laufeinheiten absolvieren, dann spule ich meine Kilometer mit dem Fahrrad ab und mache abends noch bisschen was mit Gewichten.“ Deion Müller will fit sein für die Saison 2017/18, in der er in der Eishockey-Regionalliga West wieder für den EHC „Die Bären“ aufläuft.
Deion Müller ist 21 Jahre jung und damit in einem Alter, in dem ein Eishockeyspieler seinen Entwicklungsprozess noch lange nicht abgeschlossen hat und man noch so manchen Karrierehöhepunkt vor sich sieht. 21 Jahre – da tasten sich viele erst langsam an die höheren Klassen heran. Der gebürtige Wiesbadener hat diese schon hinreichend gesehen: 51 DEL2-Spiele und 55 Oberliga-Partien sind ordentliche Werte für einen Mann, der erst vor gut drei Jahren das Vollvisier von seinem Helm abschrauben durfte und machen deutlich, warum sich die Neuwieder über seine Verpflichtung freuen. „Deion wird für die Regionalliga ein Gewinn sein“, sagt Manager Carsten Billigmann. „Er bringt eine große Qualität mit und hat das Zeug dazu, in die Rolle eines Leistungsträgers zu schlüpfen.“
Die Bären-Verantwortlichen und -Fans wissen ganz genau, was der im Bad Nauheimer Nachwuchs ausgebildete Angreifer kann. Ein Arbeiter vor dem Herrn, der schnell auf den Schlittschuhen unterwegs ist, das körperbetonte Spiel mag und sich immer in den Dienst der Mannschaft stellt. So haben sie ihn in der Oberliga-Runde 2015/16 kennengelernt, in der Müller 31 Partien für die Bären bestritt. Danach sammelte er in seiner Wetterauer Heimat bei den Roten Teufeln ein halbes Jahr lang weitere DEL2-Erfahrung und wechselte schließlich zurück in die Oberliga Nord zum EHC Timmendorfer Strand, um mehr Spielpraxis zu bekommen. „In Bad Nauheim war es für mich schwierig Eiszeit zu bekommen. Deshalb hat sich der Wechsel nach Timmendorf als richtiger Schritt herausgestellt“, blickt Müller zurück. Der 1,78-Meter-Mann kam in 24 Partien auf zehn Scorerpunkte. „Wir sind davon überzeugt, dass Deion bei uns noch zulegen kann, weil wir für ihn eine andere, offensivere Rolle vorgesehen haben“, betont Billigmann.
Neben Felix Köllejan, den Schlicht-Zwillingen, Moritz Schug und Stephan Fröhlich ist der EHC-Rückkehrer der sechste Spieler, der in der Deichstadt bereits beim jüngsten Oberliga-Aufenthalt auf dem Eis stand. Trotzdem ändert sich für Deion Müller etwas. Damals war er „nur“ mit einer Förderlizenz ausgestattet, jetzt ist er mit Vertrag fester Bestandteil des Teams. „Mit einigen Neuwieder Spielern stand ich auch im letzten Jahr regelmäßig in Kontakt, weil ich viele noch aus der Vergangenheit kenne. In Neuwied ist alles sehr familiär, die Fans sind ins Eishockey intergriert und alles entwickelt sich in eine gute Richtung. Der EHC war schon immer ein cooler Verein, in dem alle an einem Strang gezogen haben. Das war auch das Erfolgsrezept für den Oberliga-Play-off-Einzug, mit dem nicht unbedingt zu rechnen war“, erinnert sich Müller. Diesmal gehen die Bären schon eher davon aus, dass sie in die Endrunde kommen – erstrecht in einer Liga mit nur neun Teams. „Ich will ins Finale“, sagt Müller, „und glaube, dass wir das mit unserem Team auch erreichen können. Wir haben einige Leute in unseren Reihen, die schon in der Oberliga gespielt haben und die nötige Klasse mitbringen, um eine erfolgreiche Saison zu spielen.“