EHC-Serie endet in Dinslaken

Eine Serie musste ja reißen, und es war die des EHC „Die Bären“ 2016. Die Neuwieder verloren am Sonntagabend bei den Dinslakener Kobras mit 1:4. Beide Teams hatten zuvor jeweils fünfmal in Serie das Eis als Sieger verlassen.
Ein Rückstand gegen Dinslaken nach 40 Minuten – das kannten die Neuwieder aus dem Hinspiel. Aber nicht jedes Mal gelingt eine Aufholjagd wie diese vor knapp zwei Monaten, als der EHC aus einem 0:3 noch ein 4:3 machte. Diesmal jubelten die Giftschlangen, die unter der Leitung ihres seit Mitte November sich im Amt befindenden Trainers Krystian Sikorski damit weiterhin ungeschlagen sind und sich allmählich wieder an die Play-off-Ränge heranrobben. Nach dem Zu-Null-Spiel am Freitag gegen Lauterbach dehnten die Bären die Zeit ohne Gegentor zunächst um ein weiteres Drittel aus. 98 Minuten und eine Sekunde hatte sich der EHC schadlos gehalten, als Michal Plichta Dinslaken in der 21. Minute per Penalty mit 1:0 in Führung brachte. Den Kasten der Deichstädter hütete diesmal Michael Güßbacher, der eine gute Leistung zeigte. Die Entstehungsgeschichte des ersten Treffers an diesem Abend war kritikbehaftet. Robin Schütz hatte einen gegnerischen Angreifer zwar gefoult, dass der Unparteiische Robert Schelewski allerdings auf Penalty anstatt eine Hinausstellung entschied, konnte Jens Hergt nicht verstehen. „Der Dinslakener Spieler war niemals klar durch“, schilderte der EHC-Trainer. Sein Team steckte die Sache aber gut weg und glich in der 29. Minute durch Stephan Fröhlich nach Vorlage von Felix Köbele und Rylee Orr aus.
Die nächste Bewährungsprobe folgte auf den Fuß. Nach Strafen gegen Sven Schlicht und Michael Trimboli mussten die Gäste eine doppelte Unterzahlsituation überstehen und hielten sich in dieser brenzligen Phase schadlos. Ärgerlich jedoch, dass eine Unachtsamkeit in der 38. Minute durch Plichta bestrafte wurde und Timothy Tanke ebenfalls noch vor der zweiten Pause im Neuwieder Powerplay sogar auf 3:1 erhöhte. „Das war für uns noch kein Beinbruch“, setzte Hergt auf ein Comeback in den letzten 20 Minuten. Das blieb diesmal jedoch aus. „Wir haben alles versucht, sind mit der sehr robusten Spielweise des Gegners aber nicht zurechtgekommen. Uns fehlte die Durchschlagskraft nach vorne. Allerdings wurden auch zahlreiche Stockschläge und sonstige Foulspiele vom Schiedsrichter nicht geahndet. Es waren einige fragwürdige Entscheidungen dabei“, merkte der Neuwieder Coach an. Die Niederlage besiegelte Sven Linda in der Schlussminute.
Für die Bären heißt es nun Mund abwischen, das Spiel schnell abzuhaken und am Dienstagabend wieder zu 100 Prozent fokussiert zu sein. Es dürfte nicht schwer fallen, denn dann ist der Derbynachbar EG Diez-Limburg im Neuwieder Icehouse zu Gast (Spielbeginn: 20 Uhr). „Dann wollen wir die Antwort auf die heutige Niederlage geben“, richtet auch Hergt den Blick bereits voraus.

Dinslaken: Schaffrath (Zerbe) – Linda, Bronischewski, Hofschen, Macaj, Linse, Tsvetkov – Hüsken, Heffler, Dreyer, Haßelberg, Tanke, Plichta, Goldmann, Pleger, Schott, Brinkmann.
Neuwied: Güßbacher (Köllejan) – Schütz, Trimboli, D. Schlicht, Halfmann, Neumann, Kopetzky – Fröhlich, Sting, Orr, Blumenhofen, Köbele, Felföldy, Reiner, Leuschner, Asbach, S. Schlicht, Hamann.
Schiedsrichter: Robert Schelewski.
Zuschauer: 602.
Strafminuten: Dinslaken: 4 – Neuwied: 10 + Disziplinarstrafen gegen Halfmann und Leuschner.
Tore: 1:0 Michal Plichta 21‘, 1:1 Stephan Fröhlich (Köbele, Orr) 29‘, 2:1 Michal Plichta (Hüsken, Linda) 38‘, 3:1 Timothy Tanke (Tsvetkov, Plichta) 39‘, 4:1 Sven Linda 60‘.