EHC-Serie endet beim Meister

„Ohne ihn hätten wir noch deutlich höher verloren." Torhüter Felix Köllejan bekam von EHC-Manager Carsten Billigmann ein gutes Zeugnis ausgestellt.

„Ohne ihn hätten wir noch deutlich höher verloren.“ Torhüter Felix Köllejan bekam von EHC-Manager Carsten Billigmann ein gutes Zeugnis ausgestellt.

Irgendwann ist immer das erste Mal. 25 Saisonspiele hatte der EHC „Die Bären“ 2016 in der Eishockey-Regionalliga West vor dem Gastspiel am Sonntagabend bei den Ratinger Ice Aliens absolviert und immer ins gegnerische Tor getroffen. Nicht so diesmal. Mit 0:4 unterlagen die Neuwieder beim amtierenden Meister der 1. Liga West und verloren im dritten Saisonduell damit erstmals gegen die Außerirdischen. „Ratingen hat diesmal aber über 60 Minuten hinweg sehr stark und deutlich besser als in der Hauptrunde gegen uns gespielt „, resümierte EHC-Trainer Jens Hergt. Es war nicht viel, was der neue Tabellenführer der Meisterrunde den Bären anbot. Felix Köbele und Stephan Fröhlich hatten im ersten Drittel zwar bei zwei Alleingängen die Führung auf dem Schläger, aber Ratingens starker Schlussmann Christoph Oster zeigte, warum er mit dem geringsten Gegentordurschnitt der Liga aufwartet, und wehrte ab. Felix Köllejan stand Oster in nichts nach, hielt überragend, war viermal aber ohne Abwehrchance. „Ohne Felix hätten wir viel höher verloren“, lobte Neuwieds Manager Carsten Billigmann die Leistung seines Keepers.
Bei weitem nicht alle Gästespieler bewegten sich auf diesem Niveau. Die Tagesform ließ den einen oder anderen im Stich, hier und da schien auch die letzte Entschlossenheit zu fehlen. Trotzdem hielt sich der EHC bis zur 25. Minute schadlos. Dann erzielte Dennis Fischbuch das erste Tor des Abends für Ratingen. Stepan Kuchynka erhöhte in Überzahl auf 2:0 (37.) – die Vorentscheidung, weil die Deichstädter ausgangs des Mittelabschnitts selbst in doppelter Überzahl keine klaren Torchancen herausspielten. Das gelang auch in der zweiten Fünf-gegen-drei-Situation des Abends nicht. Milos Vanek und Tobias Brazda saßen zehn Minuten vor der Schlusssirene auf der Ratinger Strafbank. Erneut brachte die numerische Überlegenheit dem Hergt-Team nichts ein, obwohl der Trainer zu diesem Zeitpunkt während der Auszeit noch einmal die taktische Vorgehensweise ins Gedächtnis zurückrief. Um noch einmal in die Partie zurückzukommen, hätten die Bären treffen müssen, am besten sogar doppelt, weil Brazda kurz vor seinem Foulspiel auf 3:0 erhöht hatte (45.). Neuwied traf nicht und musste sich spätestens nun mit der ersten Meisterrunden-Niederlage anfreunden, die Stepan Kuchynka in der vorletzten Minute besiegelte. „Ein paar Spieler müssen ihre heutige Leistung überdenken. Aber wir haben nur eine Partie verloren und nicht mehr“, will Jens Hergt nicht lange Trübsal blasen ob des Ergebnisses.

Ratingen: Oster (Kohl) – Hoth, Pompino, Appelhans, Müller, Migas, Schumacher, Scharfenort – Behlau, Potthoff, Moch, Schneider, Schröder, Tobias Brazda, Kuchynka, Fischbuch, Vanek.
Neuwied: Köllejan (Güßbacher) – Trimboli, D. Schlicht, Halfmann, Neumann – Fröhlich, Sting, Orr, Blumenhofen, Köbele, Felföldy, Leuschner, Etzel, S. Schlicht, Bill, Hamann.
Schiedsrichter: Fabian Dimmers/Ramona Weiss.
Zuschauer: 507.
Strafminuten: Ratingen: 20 + Disziplinarstrafe gegen Hoth – Neuwied: 18.
Tore: 1:0 Dennis Fischbuch (Pompino, Vanek) 25′, 2:0 Stepan Kuchynka (Potthoff, Appelhans) 38′, 3:0 Tobias Brazda (Behlau, Migas) 45′, 4:0 Stepan Kuchynka (Schröder, Potthoff) 59′.