EHC hat an Weihnachten nichts zu verschenken

Die Bären-Abwehr mit Robin Schütz (links) muss in Hamm wachsam sein. Trainer Jens Hergt spricht dem Gegner (rechts: Ibrahim Weißleder) Oberliga-Format zu.

Die Bären-Abwehr mit Robin Schütz (links) muss in Hamm wachsam sein. Trainer Jens Hergt spricht dem Gegner (rechts: Ibrahim Weißleder) Oberliga-Format zu.

Wer an Weihnachten einen Eishockeyspieler an der Festtagstafel sitzen hat, muss nicht zwangsläufig seine Kochkünste hinterfragen, wenn er den Teller nicht allzu üppig mit Braten und Beilagen vollpackt. Der Puckjäger muss auch an diesen Tagen darauf achten, dass der Schmaus nicht schwer im Magen liegt, denn eine Pause über die Feiertage kennt der schnellste Mannschaftssport der Welt nicht. Wenn dann auch noch die Saisonphase läuft, die die Weichen für den weiteren Verlauf des Spieljahres stellt, heißt es erst recht, sich nur reduziert von Plätzchenteller und Co. zu bedienen.
Das sportliche Weihnachtsprogramm des EHC „Die Bären“ 2016 in der Regionalliga West ist eine ordentliche Bescherung: Die Neuwieder spielen am Montagabend ab 18.30 Uhr bei den Hammer Eisbären, dem Vizemeister der 1. Liga West und einem heißen Anwärter auf den Titel in dieser Spielzeit. „Sie haben eine sehr gute Mannschaft, die auch in der Oberliga mithalten könnte“, sagt Neuwieds Trainer Jens Hergt. Als die Saison noch in den Kinderschuhen steckte, blieben die Ruhrgebietler mit vier Niederlagen in den ersten sieben Partien zunächst noch hinter ihren Erwartungen zurück. Unter anderem waren sie im Hinspiel in Neuwied chancenlos und unterlagen mit 1:4. Aber das hat längst keine Bedeutung mehr. Hamm gab im November keinen einzigen Zähler ab. Es war nur eine Frage der Zeit, dass die Mannschaft von Ralf Hoja, die am Freitag zunächst noch zu den Kobras nach Dinslaken muss, in Fahrt kommt.
Dass die Eisbären Ambitionen hegen, zeigt nicht zuletzt die Nachverpflichtung von Michel Maaßen. Der 34-jährige Angreifer spielte in der Saison 2014/15 in Neuwied (39 Scorerpunkte in 23 Oberligapartien), bevor er über die Stationen Selb und Herne zu dem Verein zurückkehrte, von dem er vor zweieinhalb Jahren an den Rhein gewechselt war. Die 1:2-Niederlage gegen Herford konnte Maaßen bei seiner Rückkehr in die HeliNet-Eissportarena zwar nicht verhindern, dafür steuerte er beim 10:2-Kantersieg über die EG Diez-Limburg am Sonntag drei Tore und drei Assists bei. „Michel wird uns weiterhelfen mit seiner Erfahrung. Allerdings hat er gut zwei Monate nur trainiert und braucht daher noch etwas, um sein Leistungsniveau voll ausschöpfen zu können“, so Hoja.
Während auf Seiten der Bären der zuvor verletzungsbedingt einmal fehlende Robin Schütz schon gegen Herford wieder auf dem Eis stand und Felix Köbele seinen „Pflichtstopp“ in Folge der Spieldauerdisziplinarstrafe aus dem Ratingen-Spiel abgesessen hat, fehlt bei Hamm einer der beiden Kontingentspieler: Der Tscheche Kamil Vavra erhielt gegen die EGDL nach einem Stockschlag eine Matchstrafe und verbüßt bis auf weiteres die fällige Sperre.
Neuwied fährt am zweiten Weihnachtsfeiertag mit Respekt, aber ohne Angst nach Nordrhein-Westfalen. Warum sollte sich die Hergt-Truppe verstecken? Sie hat sich immerhin auch in Ratingen durchgesetzt. Genau die Strategie aus der Partie bei den Ice Aliens gibt der EHC-Coach seinem Team auch für die nächste schwere Aufgabe mit auf den Weg: „Wir versuchen kompakt zu stehen, wollen auf Konter lauern und so lange wie möglich die Null halten. Auch in Hamm ist für uns etwas machbar.“