Doppelpack: Zwei Tage, zwei Spiele

Felix Köllejan soll nach dem Geschmack von Jens Hergt seltener im Blickpunkt des Geschehens stehen. „Wir kassieren noch zu viele Schüsse auf unser Tor“, erkannte der Neuwieder Trainer.

Carsten Billigmann bestätigte den 6:2-Auswärtssieg der Neuwieder Bären beim Neusser EV am vergangenen Wochenende mit einem zufriedenen Nicken. Aber der Manager des EHC „Die Bären“ 2016 war zu seiner aktiven Zeit nun einmal Torhüter, und als solcher reichen ein halbes Dutzend an Toren sowie der dritte souveräne Sieg im dritten Regionalliga-Punktspiel nicht unbedingt zur vollkommenen Zufriedenheit aus. „Wir haben die beiden Gegentreffer zu einfach kassiert“, nahm Billigmann noch im Kabinengang der Neusser Eissporthalle die Sichtweise des Keepers ein. „Beim Tor zum 6:2 konnte Neuss x-Mal nachschießen.“ Es sind Wahrnehmungen, die zeigen, dass die Neuwieder nach insgesamt neun Punkten gegen Neuss sowie die Mitfavoriten aus Hamm und Diez-Limburg nicht müde werden, sich weiterhin zu verbessern. „Das geht in der Defensivabstimmung und im Zweikampfverhalten noch stärker. Außerdem kassieren wir zu viele Schüsse auf unser Tor“, hat auch Trainer Jens Hergt erkannt. „Wir haben unter der Woche im Training weiter daran gearbeitet.“

Am bevorstehenden Wochenende wird Schlussmann Felix Köllejan merken, ob er mehr Entlastung erfährt. Die Bären spielen am Freitag ab 20 Uhr im heimischen Icehouse gegen den EC Lauterbach und exakt 24 Stunden später am Samstag ab 20 Uhr am Ratinger Sandbach beim Vorjahres-Vizemeister. „Ratingen zählt auch in dieser Saison wieder zu den Top-Mannschaften der Liga. Wir müssen alles abrufen und noch einen weiteren Schritt machen, um bestehen zu können“, weiß Hergt. Den Ice Aliens, die bislang Siege gegen Lauterbach, Diez-Limburg und nach Verlängerung gegen Herford landeten, gelang auf dem Transfermarkt ähnliches wie den Bären im Sommer: Auch sie verstärkten ihren Kader in der Breite deutlich und werden versuchen nach einem Jahr auf den Thron der Regionalliga West zurückzukehren. Nicht zuletzt die Verpflichtung von Angreifer Thomas Dreischer machte deutlich, dass der Meister von 2015/16 große Ziele hat. Dreischer spielte in den vier zurückliegenden Jahren für den Herner EV in der Oberliga Nord und war dort mit 169 Scorerpunkten in 174 Partien mehr als nur ein Mitläufer. Am Sonntag steuerte der 29-Jährige zwei Tore zum 6:5-Sieg über die EGDL bei.

Aber vor der Reise in den Kreis Mettmann muss der EHC in eigener Halle seine Hausaufgaben gegen den EC Lauterbach erledigen. Die Luchse schicken eine fast komplett neue Mannschaft aufs Eis. Leistungsträger wie Kenny Matheson, Jake Fardoe, Philipp Maier oder Julian Grund haben die Vogelsberger verlassen, 17 Neue muss der Schweizer Trainer Thomas von Euw – Nachfolger des früheren Bären-Coaches Arno Lörsch – zu einer Einheit zu formieren. „Trotz zahlreicher Abgänge ist es uns gelungen, eine sehr starke Mannschaft zusammenzustellen und damit einige Kritiker mundtot zu machen. Außerdem haben wir einen Trainer, der aus jedem das Maximum herausholen kann“, zeigt sich Lauterbachs Sportlicher Leiter Sven Naumann zuversichtlich. Der Großteil der Neuverpflichtungen ist jung an Jahren, hat gerade erst das Teenager-Alter abgeschlossen. Namhaftester Neuzugang ist der Kroate Marko Sakic, der für sein Heimatland bereits an zehn Weltmeisterschaften teilnahm und in den ersten Regionalliga-Partien auch direkt der beste Scorer seines Teams, das am Sonntag durch den 4:3-Sieg nach Verlängerung die ersten Punkte einfuhr, war.

„Lauterbach ist für mich die große Unbekannte der Liga“, weiß Jens Hergt nicht so richtig, wie er die Hessen einschätzen soll. „Aber in einer hoffentlich wieder vollen Halle wollen wir natürlich den nächsten Sieg holen.“