Doppelmission: Revanche und Derbysieg

Gegen Dortmund ließen die Bären nichts anbrennen und gewannen mit 6:1. Im Heimspiel gegen Soest geht es darum, die Hinspielniederlage vergessen zu machen. Und im Derby in Diez am Sonntag wird es an der besonderen Motivation ohnehin nicht mangeln.

Gegen Dortmund ließen die Bären nichts anbrennen und gewannen mit 6:1. Im Heimspiel gegen Soest am Freitag geht es darum, die Hinspielniederlage vergessen zu machen. Und im Derby in Diez am Sonntag wird es an der besonderen Motivation ohnehin nicht mangeln.

Als Jens Hergt am Sonntagabend nach dem überzeugenden 6:1-Erfolg des EHC „Die Bären“ 2016 über die Dortmunder Eisadler bereits einen ersten Blick auf die beiden bevorstehenden Aufgaben in der Eishockey-Regionalliga West warf, musste er einen Satz besonders betonen. Ein Satz, der für ein paar Euro ins Phrasenschwein gut ist, aber der schlichtweg ausgesprochen werden musste. Nicht nur am Sonntagabend, sondern in den zurückliegenden Tagen noch häufiger: „Die Priorität liegt zunächst einmal auf dem Freitag“, sagt der Neuwieder Trainer. Dann steht der sportliche Auftakt des ersten Adventswochenendes für die Bären mit dem Heimspiel gegen die Soester EG (Spielbeginn: 20 Uhr) im Icehouse an. „Unsere Heimspiele sind für uns immer etwas Besonderes. Alleine schon wegen unserer tollen Fans“, merkt Hergt an. Aber es gibt auch Partien, die noch mehr sind als besonders. Das zwei Tage später ab 19 Uhr bei der EG Diez-Limburg in der Eissporthalle am Diezer Heckenweg in etwa. Und wenn dieses brisante Derby ins Spiel kommt, wird klar, warum Hergt so viel Wert darauf legt, zunächst einmal den Fokus ganz auf Soest zu richten. Schließlich könnten die Gedanken schnell einmal einen 48-stündigen Zeitsprung machen.
Der letztjährige Oberligist hat nach der 1:4-Niederlage im Hinspiel (Hergt: „Das war eine der Partien, in der wir kein Scheibenglück hatten“) nämlich noch etwas gutzumachen und gleichzeitig vor, seine Platzierung unter den Top-Sechs zu festigen. Soest, mit 13 Punkten aus zwölf Partien auf Tabellenplatz zehn, hat von den jüngsten sieben Begegnungen nur eine für sich entschieden (5:3 gegen Neuss), ist jedoch nicht zu unterschätzen. „Die haben drei ausgeglichene Reihen und auch zwei torgefährliche Importspieler“, weiß der Neuwieder Coach zu berichten. Der Kanadier Adam Klein war bislang an 25 von 46 SEG-Treffern beteiligt. Auch der Slowake Martin Juricek und Igor Furda verfügen über ausgeprägte Scorerqualitäten. „Aber“, da ist Hergt zuversichtlich, „zu Hause sollte ein Sieg gegen Soest möglich sein.“
Drei Punkte gegen die Westfalen – das wäre zusätzliches Mentaldoping für die Partie bei den „Rockets“ von der Lahn. Wenn das überhaupt notwendig ist. Denn auf das Derby fiebert Neuwied schon lange hin. Bereits im Hochsommer, als bei Temperaturen rund um die 30-Grad-Marke noch nicht an Eishockey zu denken war, machten Worte von Falk Elzner deutlich, welchen Stellenwert die Partien gegen die Raketen für die EHC-Spieler haben: „Alexander Neurath würde ich von der blauen Linie gerne drei, vier Dinger einlöten. Ich freue mich darauf, gegen meine alten Kollegen zu spielen.“ Vier Monate sind seitdem vergangen und das Fieber dürfte sich noch einmal vervielfacht haben. Torwart Neurath ist einer von neun (!) Spielern im aktuellen Aufgebot des Regionalliga-Neulings (zu Saisonbeginn waren es inklusive der beiden bereits ausgestiegenen Willi Hamann und Igor Engelmann sogar derer elf), die schon das Neuwieder Trikot trugen: Daniel Niestroj, Andreas Wichterich, Dominik Kley, Karl Neubert, Alexander Neurath, Dennis Stroeks, Marco Herbel, Patrik Morys und nicht zuletzt Andrej Teljukin, der nach dem DEL-Aufstieg mit Bremerhaven im Sommer zu seiner ersten Deutschland-Station zurückkehrte und einer der Gründe dafür ist, warum die Mannschaft von Trainer Anton Weißgerber, Nachfolger des bereits entlassenen Holger Pöritzsch, das Wochenende als Tabellenzweiter angeht und die beste Offensive der Liga stellt. 5,5 Tore erzielten die Rockets durchschnittlich pro Partie. Vor allem die erste Sturmreihe um den ehemaligen Nürnberger DEL-Spieler Konstantin Firsanov und den Tschechen Martin Brabec (Liga-Topscorer mit 20 Toren und 15 Assists) brennt im Angriff häufig ein Feuerwerk ab. „Wir müssen aus einer kompakten Abwehr heraus spielen, werden dann unsere Chancen bekommen und auch Tore schießen“, ist sich Hergt sicher. Denn hinten sind die Diezer und Limburger anfällig. 63 Gegentore sind zwei mehr als bei der Soester EG. Und auf das Spiel gegen eben diese liegt in Neuwied ja zunächst einmal die Priorität. Genau bis zur Schlusssirene am Freitagabend.