Die „Kleinen“ sind nicht mehr so klein

Nach den jüngsten Niederlagen wollen die Bären (hier: Deion Müller) in Neuss wieder einen Gegner aufs Eis legen.

Es war ein Sonntagabend, an dem die Grenzen deutlich verschwammen. „Groß und Klein“ in der Eishockey-Regionalliga West? Diese Aufteilung scheint immer mehr der Vergangenheit anzugehören. So gewann der Tabellenletzte EC Lauterbach zum Beispiel mit 6:5 gegen Meister Hamm, und genau aus diesem Grund kam Carsten Billigmann erheblich ins Stocken, als er nach der 5:8-Niederlage im Derby gegen die EG Diez-Limburg auf die nächste Aufgabe der Neuwieder Bären zu sprechen kam. Dem Manager und Interimstrainer fiel es spür- und hörbar schwer, den Neusser EV, bei dem der EHC am Freitagabend ab 20 Uhr zu Gast ist, als einen dieser „vermeintlich kleinen Gegner“ zu bezeichnen. Wohl wissend, dass gerade die Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte in den zurückliegenden Wochen immer wieder mit ihren Ergebnissen für Aufstehen sorgten. Die Bären ließen gegen Soest, Dinslaken, Lauterbach und Neuss bis dato noch keinen Punkt liegen und wollen das im bereits dritten Saisonvergleich mit dem NEV auch so beibehalten. „Neuss wird definitiv eine weitere schwierige Aufgabe für uns“, betont Billigmann, für den nach dem Null-Punkte-Wochenende nur ein Dreier zählt, um den Kontakt zu den Top-Vier zu wahren, zumal die Bären am Sonntag spielfrei haben, während die Konkurrenten die Möglichkeit besitzen ihr Punktekonto weiter aufzustocken.
An der Moral der Mannschaft mangelte es zuletzt trotz der Niederlagen gegen Herford, Hamm und Diez-Limburg nicht. Immer wieder erholten sich die Bären von Rückständen, aber kaufen konnten sich die Deichstädter dafür nichts, weil das Ergebnis auf der Anzeigetafel aus ihrer Sicht nicht stimmte. Gegen Hamm und Diez-Limburg merkte jeder, dass es in dieser ausgeglichenen Liga schwierig wird eine Begegnung für sich zu entscheiden, wenn die Leistung nicht 60 Minuten lang am Limit ist. „Ich weiß nicht, warum wir zweimal nicht von Anfang an unsere Möglichkeiten abriefen“, resümiert Billigmann. „Wir müssen als Einheit funktionieren. Das Logo vorne auf dem Trikot ist wichtiger als der Name auf dem Rücken. Es gibt bei uns noch zu viele Einzelaktionen. Wenn wir das in den Griff bekommen, werden wir weit vorne dabei sein. Davon bin ich nach wie vor fest überzeugt.“
Dass die Bären am zweiten Adventwochenende nur eine Partie bestreiten müssen und nach einem Besuch auf dem Neuwieder Weihnachtsmarkt am Samstagnachmittag inklusive Autogrammstunde von 15.30 bis 17.30 Uhr am eigenen Stand gegenüber der American Sportsbar in der Langendorfer Straße dann sonntags frei haben, kommt dem Übergangscoach nicht ungelegen, denn: „Hinter uns liegen anstrengende, kraftraubende Wochen, und auch der Rücktritt von Trainer Jens Hergt ist an der Mannschaft auch nicht spurlos vorbeigegangen. Deshalb tut es den Jungs sicherlich ganz gut, am Sonntag die Beine etwas hochlegen zu können.“
Der Unterstützung seiner reisefreudigen Anhänger kann sich der EHC in Neuss gewiss sein. Der Fanclub „Diketowners“ hat einen Fanbus organisiert.