Die Felixe machen Neuwied glücklich

Drin: Felix Köbele erzielt mit diesem Schuss den 3:3-Ausgleich. Später ließ er noch den Bären-Siegtreffer folgen.

Drin: Felix Köbele erzielt mit diesem Schuss den 3:3-Ausgleich. Später ließ er noch den Bären-Siegtreffer folgen.

Felix bedeutet soviel wie der „der Glückliche“ oder „erfolgreich“. Der EHC „Die Bären“ 2016 hat in dieser Saison zwei Spieler mit diesem Vornamen in seinem Kader. Und die machten ihm am Freitagabend alle Ehre. Beim 4:3-Heimsieg im Meisterrundenspiel der Eishockey-Regionalliga West vor 721 Zuschauern erzielte Felix Köbele drei Tore gegen den EC Lauterbach, und Schlussmann Felix Köllejan hielt sein Team vor allem im zweiten Drittel mit wichtigen Paraden im Spiel, als die Luchse mit 3:1 in Front lagen. „Wir sind nach einem Spiel gegen einen erwartet starken Gegner natürlich froh über diese drei Punkte“, sagte der Neuwieder Trainer Jens Hergt. Die Bären fanden insgesamt zwar nicht den Fluss, der sie vor einer Woche zum 10:1-Kantersieg über den Neusser EV getrieben hatte, zeigten aber Kampfgeist und bleiben auch nach drei Meisterrundenpartien ungeschlagener Tabellenführer.
Der EHC begann gut. Nur 40 Sekunden waren gespielt, als Felix Köbele auf Luchse-Schlussmann Tim Marco Stenger zusteuerte, an ihm jedoch nicht vorbeikam. Das Duell sollte in den 60 folgenden Minuten noch einige Male in den Mittelpunkt geraten – dann aber dreimal mit einem anderen Sieger. Die Gäste zeigten in der vierten Minute erstmals ihre Gefahr, als ihr Torjäger Kenneth Matheson per Direktabnahme ans Außennetz schoss. Gut eine Minute später traf die Scheibe das Netz von der aus Lauterbacher Sicht richtigen Seite. Nachdem Tobias Etzel einen gegnerischen Angreifer regelwidrig gestoppt und Schiedsrichter Daniel Melcher auf Penalty entschieden hatte, ließ Julian Grund EHC-Schlussmann Felix Köllejan aussteigen. Dann trat Felix Köbele wieder in Erscheinung. Auf der rechten Seite setzte er sich durch und glich aus (10.). Was Köbele in Reihen der Deichstädter ist, das ist neben Kenneth Matheson Offensivverteidiger Jakob Fardoe bei den Luchsen – ein Garant für Torgefahr, die der Kanadier nach einer Viertelstunde zeigte. Von der blauen Linie zog der 22-Jährige ab und brachte die Hessen erneut in Front.
Im zweiten Abschnitt nahmen die Bären zu häufig auf der Strafbank Platz, was sich rächte. In doppelter Überzahl stand Benjamin Schulz am langen Pfosten frei und musste nur noch die Kelle hinhalten, um auf 1:3 zu erhöhen (34.). Neuwied hatte schon in Hamm am Sonntag mehrmals zurückgelegen, war zurückgekommen und tat das auch diesmal. Dennis Schlicht drückte den Puck aus dem Getümmel über die Linie (36.) – wichtiger Rückenwind vor dem Ende des zweiten Drittels. Es war ein Drittel, in dem beide Teams gute Möglichkeiten nicht nutzten. „Wir haben nicht konsequent genug gespielt“, beobachtete EHC-Coach Hergt. „Wenn wir das vierte Tor gemacht hätten, wäre der Deckel möglicherweise drauf gewesen“, meinte sein Gegenüber Arno Lörsch. Fardoes abgefälschter Schuss klatschte an den Pfosten (35.), dann rettete Köllejan innerhalb weniger Sekunden zweimal stark gegen Pierre Dominik Wex und Matheson (36.). Köllejans Pendant Stenger zeigte ebenfalls seine Klasse. In Minute 21 verhinderte er gegen Rylee Orr den Ausgleich, nach der Hälfte der Spielzeit war der Luchse-Keeper gegen Köbele auf dem Posten.
Das entmutigte den 25-jährigen Bayern aber nicht im Geringsten. Seine beiden Tore im Schlussdrittel (43., 51.) brachten Neuwied den Sieg ein. In Überzahl glich der EHC-Angreifer mit der Rückennummer 25 aus, nach Vorlage von Michael Trimboli und Stephan Fröhlich erzielte er aus halbrechter Position mit seinem 13. Scorerpunkt im dritten Meisterrundenspiel den Siegtreffer. Hergt hatte nach 40 Minuten auf zwei Reihen umgestellt, um den Druck auf Lauterbach zu erhöhen. Diese Maßnahme wirkte. Die Bären bekamen ein deutlicheres Übergewicht. „Neuwied hat eben die Qualität, ein Spiel zu drehen“, erkannte Lörsch die Leistung der Einheimischen bei seiner Rückkehr an die ehemalige Wirkungsstätte an. „Wir haben einer starken Neuwieder Mannschaft stark Gegenwehr geboten und waren phasenweise sogar einen Tick besser. Ich bin aber keinesfalls enttäuscht, sondern mit der Leistung meiner jungen Mannschaft zufrieden“, so Lörsch, der in dieser Saison gerne noch einmal ins Icehouse zurückkehren würde: „Am schönsten wäre natürlich ein Finale gegen Neuwied.“ Jens Hergt hatte dagegen nichts einzuwenden.

Neuwied: Köllejan (Güßbacher) – Schütz, Trimboli, D. Schlicht, Halfmann, Neumann, Kopetzky – Fröhlich, Sting, Orr, Blumenhofen, Köbele, Felföldy, Leuschner, Etzel, S. Schlicht, Bill, Hamann.
Lauterbach: Stenger (Themm) – Löwing, Schophuis, Kärkäs, Bergk, Hülskopf, Fardoe, E. Grund – P. Maier, Matheson, Schulz, Wex, Grüner, Knieling, Pietschmann, J. Grund, M. Maier.
Schiedsrichter: Daniel Melcher.
Zuschauer: 721.
Strafminuten: Neuwied: 14 + Disziplinarstrafe gegen Sting – Lauterbach: 8.
Tore: 0:1 Julian Grund 5‘ (Penalty), 1:1 Felix Köbele (Fröhlich) 10‘, 1:2 Jakob Fardoe 15‘, 1:3 Benjamin Schulz 35‘, 2:3 Dennis Schlicht (Köbele, Fröhlich) 36‘, 3:3 Felix Köbele (Orr, Trimboli) 43‘, 4:3 Felix Köbele (Trimboli, Fröhlich) 51‘.